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Michael Bodmann hat 280 Wecker

Laatzen-Mitte Michael Bodmann hat 280 Wecker

Überall in der Wohnung von Michael Bodmann ist ein leises Ticken zu hören. Es stammt von knapp 300 Weckern, die der 67-Jährige im Laufe von 20 Jahren gesammelt hat. Viele davon sind seltene Sammlerstücke, manche sogar mehr als hundert Jahre alt.

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Michael Bodmann repariert eine seiner Uhren in seiner Werkstatt in Laatzen-Mitte.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen-Mitte. Warum Wecker ihn so faszinieren, kann Michael Bodmann gar nicht sagen: "Wegen der Form oder der Mechanik vielleicht", sagt der 67-Jährige schulterzuckend. "Die Faszination war einfach irgendwann da."

Dass das so ist, ist unübersehbar. In seiner Wohnung ticken rund 280 Wecker. "Alle voll funktionsfähig", sagt der gelernte Zahntechniker voller Stolz. Jedes einzelne Exemplar hat er eigenhändig gereinigt und repariert. "Das habe ich immer in meinem Dentallabor gemacht", sagt Bodmann, der seit Januar in Rente ist. Dazu hat er die Wecker mit Druckluft, Ultraschall und einem Dampfstrahlgerät bearbeitet. "Solange, bis auch das kleinste Rädchen geglänzt hat."

Begonnen hat seine Sammelleidenschaft Anfang der siebziger Jahre. "Damals reparierte ich einen seltenen Wecker der Marke Lenzkirch für einen Freund", weiß der 67-Jährige noch genau. Seitdem haben ihn die tickenden kleinen Chronographen nicht mehr losgelassen. Jeden Sonnabend schlenderte er über Flohmärkte, auf der Suche nach historischen Weckern. Manche kaufte er auch bei Uhrenhändlern.

Nach rund 20 Jahren hatte Bodmann es auf eine stattliche Sammlung gebracht. Manche der Wecker sind seltene Raritäten und Museumsstücke, die aus der Zeit von 1870 bis 1940 stammen, andere sind Baby- und Rückwandglockenwecker von der Jahrhundertwende bis 1940. Bodmanns "modernste" Wecker stammen aus den siebziger Jahren. "Nach 1940 ist die künstlerische Gestaltung ein wenig auf der Strecke geblieben", bedauert der Sammler. "Stattdessen wurden die Wecker technisch weiterentwickelt und zu günstigen Preisen in großen Massen produziert."

Ende vergangenen Jahres hat Bodmann alle seine Wecker fotografiert und in einem Buch verewigt. Es heißt "100 Jahre mechanische Wecker von 1870 bis 1970". Für die Veröffentlichung hat er sogar einen eigenen Verlag gegründet: den "Meine-Wecker-Verlag".

Auch eine Homepage hat er für seine Schätze eingerichtet. Unter der Adresse www.antike-wecker.de erhalten Interessenten zahlreiche Informationen über die historischen Stücke. Demnächst will Bodmann einige seiner Wecker über die Homepage verkaufen. "Es sind einfach zu viele", sagt der Laatzener. Daher wolle er seine Sammlung verkleinern.

Und schließlich benötigt der leidenschaftliche Weckersammler eigentlich auch gar keinen: "Ich werde jeden Morgen um 7 Uhr von alleine wach - auch ohne Wecker."

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Von Stephanie Zerm

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