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Neue Flüchtlingsunterkunft wird bald bezogen

Laatzen-Mitte Neue Flüchtlingsunterkunft wird bald bezogen

In der neuen städtischen Sammelunterkunft für Flüchtlinge an der Pestalozzistraße sollen Anfang April die ersten Schutzsuchenden einziehen. Die zuletzt noch fehlenden Küchen sind mittlerweile eingebaut. Nun werden Betten und Spinde aufgestellt. Einziehen lassen will die Stadt vor allem Familien.

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In der neuen Notunterkunft für Flüchtlinge an der Pestalozzistraße sollen nun in der ersten oder zweiten Aprilwoche die ersten Schutzsuchenden einziehen – vor allem Familien.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen-Mitte. Ursprünglich sollte die Unterkunft bereits im Januar bezugsfertig sein, doch fehlten noch Küchen, die laut Stadtverwaltung erst nach der Fertigstellung des Gebäudes im Januar bestellt werden konnten. Mittlerweile sind die Küchen geliefert und eingebaut. Wie Tanja Müller-Kampmann vom Laatzener Team Soziale Sicherung ankündigt, sollen noch vor Ostern, "voraussichtlich in der ersten oder zweiten Aprilwoche", die ersten Flüchtlingsfamilien einziehen.

In dem zweigeschossigen Gebäude an der Pestalozzistraße gibt es 13 Wohneinheiten für insgesamt 68 Menschen. Die Wohnungen sind für vier bis sechs Personen ausgelegt. Acht Wohnungen sind etwa 65 Quadratmeter groß. Sie enthalten drei Schlafzimmer für jeweils zwei Personen. Weitere fünf Wohnungen haben jeweils zwei Zimmer, in denen vier Personen untergebracht werden können. Diese sind 55 Quadratmeter groß.

"Die Zimmer werden zweckmäßig ausgestattet", sagt Müller-Kampmann. Einen Teil der Betten und Spinde würden aus anderen Einrichtungen oder auch von anderen Städten übernommen. "Die Einrichtung ist einfach und funktionell." Die Betten seien als Etagenbetten vorgesehen, könnten aber auch einzeln oder als Doppelbett gestellt werden. Die Matratzen seien freilich neu.

Neubau bleibt Notunterkunft

"Auch wenn es ein Neubau ist, handelt es sich hier um eine Notunterkunft, in der die Flüchtlinge nur vorübergehend leben sollen", betont Müller-Kampmann. "Sie ist nicht für eine dauerhafte Unterbringung vorgesehen." Die Flüchtlinge sollten möglichst schnell in eigene Wohnungen umziehen.

Jedes einzelne Zimmer einer Wohnung ist abzuschließen. So könne diese - falls notwendig - auch von mehreren Familien bewohnt werden. In jedem der 13 Wohnbereiche gibt es einen kleinen Sanitärbereich, der mit Waschbecken, Toilette und Dusche ausgestattet ist. Auch die Küchen sind nun komplett - sie fehlt lediglich noch in der auch für Behinderte geeigneten, rollstuhlgerecht eingerichteten Wohnung im Erdgeschoss.

Gemeinschaftsräume für Veranstaltungen

Im Erdgeschoss gibt es zudem zwei 27 und 20 Quadratmeter große Gemeinschaftsräume. Diese können mit einer beweglichen Trennwand zu einem knapp 50 Quadratmeter großen Raum zusammengelegt werden. "Dort könnten später auch Schulungen oder andere Veranstaltungen mit Flüchtlingsbezug stattfinden", erklärt Steve Walke vom Team Soziale Sicherung. Die Einrichtung wird noch geliefert. "Wir haben die gleichen Tische und Stühle ausgesucht wie die im Stadthaus", ergänzt Müller-Kampmann. Für den Gemeinschaftsraum soll es später festgelegte Öffnungszeiten geben. Der Raum ist auch mit einem WLAN-Zugang ausgestattet. 

Im Erdgeschoss befindet sich auch das Hausmeisterbüro. "Die beiden Hausmeister bekommen hier ihren festen Arbeitsplatz", sagt Walke. "Sie sind für alle städtischen Flüchtlingsunterkünfte und -wohnungen in Laatzen zuständig." Nachts kann der Sicherheitsdienst die Räume nutzen.

Auch die Sozialarbeitern bekommen einen eigenen Raum. Zudem gibt es einen mit Waschmaschinen und Trocknern ausgestatteten Waschraum für die Bewohner. Dem Personal steht ein weiterer Lagerraum zu Verfügung. Ein von der Stadt beauftragter Wachdienst soll für die Sicherheit rund um das Haus sorgen.

Die Familien werden nach und nach aus anderen städtischen Flüchtlingsunterkünften an die Pestalozzistraße umziehen. Die Räume seien bereits weitestgehend verplant. Beispielsweise ziehen alle Flüchtlinge aus der Unterkunft am Bahnweg in das neue Gebäude um. Von den 27 Plätzen sind dort aktuell noch 14 belegt. Der Mietvertrag endet nach Angaben der Stadt im Mai. "Wir werden auch andere von der Stadt gemietete Wohnungen leerziehen, damit wir die Mietkosten reduzieren können", sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

319 von 412 Plätzen in Sammelunterkünften belegt

Vier weitere Unterkünfte der Stadt liegen an der Blumenstraße (16 von 17 Plätzen belegt), der Rotdornallee (34 von 40 Plätzen belegt) sowie an der Hildesheimer Straße in Rethen (26 Plätze, voll ausgelastet) und Gleidingen (43 von 67 Plätzen belegt). Die sechste Flüchtlingssammelunterkunft in Laatzen ist das ausschließlich von Männern bewohnte Bürogebäude an der Gutenbergstraße. Von den 235 Plätzen sind dort nach Auskunft der Stadt aktuell 186 belegt. Insgesamt gibt es in Laatzen damit 412 Plätze in städtischen Sammelunterkünften, von denen aktuell 319 belegt sind.

Stadt betreibt Notunterkunft erstmals selbst

Drei Millionen Euro investiert die Stadt Laatzen in die Notunterkunft an der Pestalozzistraße, die von der Kommune erstmals selbst und nicht von Organisationen wie dem DRK oder AWO betrieben wird. Knapp 1,5 Millionen Euro kostet das eigentliche Gebäude, dazu kommen etwa 600.000 Euro für technische Anlagen wie die Heizung. Die Außenanlagen schlagen mit etwa 180.000 Euro zu Buche, die Ausstattung mit 400.000 Euro und die Erschließung hat knapp 30.000 Euro gekostet. Für die Baunebenkosten mit der Planung fielen rund 270.000 Euro an.

Die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes, das "noch nicht schlussabgerechnet" ist, wie Stadtsprecher Matthias Brinkmann betont. Alles bliebe aber im Rahmen.

Die Kosten für die Unterbringung werden auf die Bewohner umgelegt: Für Flüchtlinge, die noch im Antragsverfahren sind, zahlt die Stadt Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. "Diese werden uns von der Ausländerbehörde der Region zurückerstattet", sagt Brinkmann. Bei anerkannten Flüchtlingen bekommt die Stadt das Geld vom JobCenter. "Flüchtlinge, die anerkannt sind und bereits arbeiten, aber noch keine eigene Wohnung gefunden haben, müssen für die Unterbringung selbst aufkommen", teilt der Stadtsprecher mit.

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Von Daniel Junker

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