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Neue Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten

Laatzen-Mitte Neue Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten

In Laatzen gibt es eine neue Selbsthilfegruppe von Schlaganfallpatienten: Seit Juni kommen einmal im Monat Betroffene und Angehörige zusammen, um sich über Probleme im Alltag auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu suchen.

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Vera und Wilfried Arnemann (vorn, im Uhrzeigersinn) Helga Wodtke Martinez und Ricardo Martinez, Manuela Mann, die Gruppenleiterin Britta Groschke und Reinhard Giese sprechen im Stadthaus über die Auswirkungen von Schlaganfällen.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Die Themen, die die Betroffenen und Angehörigen in der Gruppe besprechen, sind vielfältig: An welche Ärzte kann ich mich wenden? Wieso dauert es ein halbes Jahr, bis ich dort einen Termin bekomme? Wie beantrage ich einen Behindertenausweis? Und welche Kosten übernimmt eigentlich die Krankenkasse? Das sind nur einige der Fragen, zu denen sich die derzeit zehn Teilnehmer der Selbsthilfegruppe austauschen.

Die Logopädin Britta Groschke, die in Laatzen eine eigene Praxis betreibt, hat den Stein für die monatlichen Treffen ins Rollen gebracht. „Ich habe viel Kontakt mit Schlaganfallpatienten“, sagt sie. Anfang des Jahres habe eine Betroffene bei ihr Rat gesucht. „So kam die Idee für die Selbsthilfegruppe zustande.“ Schließlich seien die Betroffenen häufig mit ähnlichen Problemen konfrontiert - Gespräche in einer Gruppe erschienen da sinnvoll.

Vielen hätten zum Beispiel Schwierigkeiten, den Kontakt zu Freunden und Bekannten zu halten, sagt Groschke. Schließlich ziehe ein Schlaganfall häufig Sprachprobleme nach sich, auch Lähmungen sind nicht selten. „Wenn die Kommunikation oder die Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, entsteht schnell eine soziale Isolation“, sagt Groschke. „Die Betroffenen ziehen sich zurück, die ganze Lebenssituation ändert sich.“ Nicht selten führe dies zu Depressionen, die behandelt werden müssten.

Häufig weiß die Logopädin Antwort, manchmal klären sich die Probleme auch bereits im Gruppengespräch. Groschke notiert sich zudem ungelöste Themen und versucht, passende Ansprechpartner zu vermitteln.

Häufig sind es aber die vermeintlich kleinen Dinge, die für die Betroffenen große Hürden darstellen. Das fängt schon beim Toilettengang an. „Bei vielen Restaurants sind die Toiletten nur über Stufen zu erreichen oder sogar im Keller“, sagt Gruppenteilnehmer Reinhard Giese. „Das ist für mich schon ein Ausschlusskriterium für den Besuch“, fügt Helga Wodtke Martinez hinzu.

Für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte werden die stillen Orte schnell unerreichbar - und nicht jeder Betroffene will für den Toilettengang die Hilfe eines Angestellten in Anspruch nehmen. Beim jüngsten Treffen tauschten sich die Teilnehmer deshalb unter anderem darüber aus, welche Restaurants in Laatzen für Behinderte geeignet sind und welche sie lieber meiden sollten. Auch bauliche Aspekte in Mietwohnungen sind ein Thema: „Ich bedauere, dass es in Deutschland kein Gesetz gibt, das eine Rampe vorschreibt, über die man in die Häuser kommt“, sagt Ricardo Martinez, der als Angehöriger bei der Gruppe dabei ist.

Vor dem ersten Treffen hatte sich Groschke mit dem Vorsitzenden der bestehenden Selbsthilfegruppe in Burgdorf zusammengesetzt. „Er hat mir viele Tipps gegeben, was man bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe alles beachten sollte.“ In Hannover-Linden gebe es eine ähnliche Gruppe. „Der Weg dorthin ist von den Betroffenen aber oft nicht zu bewältigen.“

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