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Quartier wirkt sich auf Überschwemmungsgebiet aus

Alt-Laatzen/Grasdorf Quartier wirkt sich auf Überschwemmungsgebiet aus

Wenn 2017 das Quartier am Alten Markt entsteht, wirkt sich das auch auf das Überschwemmungsgebiet in der Leinemasch aus. Der Hochwasserraum, der durch geplante Geländeaufschüttungen westlich der Reihenhäuser fehlt, soll durch eine Maßnahme auf einer Wiese nahe dem Queetzenbleek ausgeglichen werden.

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Blick von Westen über eine Leinemaschwiese im Alt-Laatzener Überschwemmungsgebiet in Richtung Standesamt (rotes Dach von links) und Flebbehof. Mit dem Bau des dortigen Quartiers – 26 Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser mit 47 Wohnungen – werden diverse Bäume und Sträucher beseitigt. Für die geplante Geländeaufschüttung im Überschwemmungsgebiet ist eine Ersatzmaßnahme vorgesehen, die etwa einen Kilometer südlich auf einer Wiese in der Nähe der Leinerandstraße liegt.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen/Grasdorf. Konkret geht es um ein Volumen von 930 Kubikmeter. Soviel Boden soll an der westlichen Kante zum Überschwemmungsgebiet aufgeschüttet werden, um einen "harmonischen Übergang von den neuen Baugrundstücken zu dem bis zu drei Meter tiefer gelegenen Gelände der Leinemasch" herzustellen, wie es im Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan heißt. Für das das Wohngebiet selbst werde die Grenze nicht überschritten, heißt es weiter.

Dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) nach sind Bodenauffüllungen in Überschwemmungsgebieten grundsätzlich unzulässig – es sei denn, es wird unverzüglich Ausgleich geschaffen. So ist es in Alt-Laatzen geplant: Der 930 Kubikmeter große Retentionsraum, der westlich des Quartiers verloren gehen, soll durch entsprechende Geländevertiefungen an anderer Stelle kompensiert werden: knapp einen Kilometer Luftlinie südlich auf der städtischen Wiese "Quellwasser". Diese liegt zwischen der Verlängerung der Leinerandstraße und dem Wanderweg Queetzenbleek und verläuft entlang des Grabens Quellwasser. Die Wiese ist etwa 2800 Quadratmeter groß und gehört zu demselben Landschaftsschutzgebiet. Sie soll in drei Ebenen zum künftigen Biotop vertieft werden: zunächst auf der gesamten Fläche um 20 Zentimeter, dann in zwei weiteren Etappen um weitere 50 Zentimeter und auf etwa 60 Quadratmeter um bis zu 2 Meter.

Die Ausgleichsmaßnahme soll – die noch erforderlichen Genehmigungen der Naturschutzbehörden vorausgesetzt – voraussichtlich 2017 außerhalb der Kernbrutzeiten von Hochsommer bis Herbst umgesetzt werden.

Gutachten zum Artenschutz

Seit September 2015 untersucht ein Büro den Bereich des neuen Quartiers auf Vorkommen von Vögeln, Fledermäusen, Amphibien und Insekten. Das vollständige Gutachten liegt noch nicht vor. Die kompletten Daten werden noch ausgewertet. Vorab hat das Büro jedoch bereits einige Ergebnisse bekannt gegeben. Da in einem der Bäume, die zur Fällung freigegeben sind, der Brutplatz eines Stares liegt, müssen in der direkten Umgebung geeignete Brutkästen aufgehängt werden. Ebenso wie für Schleiereulen und Mauersegler. Quartiere von Fledermäusen seien nicht gefunden worden. Dennoch sollten Baumhöhlen kurz vor der Rodung noch einmal abgesucht werden. Da Erdkröten die ehemaligen Kleingärten als Landhabitat nutzen, sollten sie während der Bauphase durch einen Schutzzaun daran gehindert werden, dort einzuwandern.

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Von Astrid Köhler und Stephanie Zerm

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