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Interesse an Fair-Trade-Town ist gering

Laatzen-Mitte Interesse an Fair-Trade-Town ist gering

Die Ratsgruppe aus SPD, Grünen und GLuP will, dass Laatzen zur Fair-Trade-Town wird. Dazu müssten mehrere Geschäfte, Gaststätten und öffentliche Einrichtungen Produkte aus fairem Handel anbieten. Das öffentliche Interesse ist jedoch gering, wie eine Infoveranstaltung der Grünen am Freitagabend zeigte.

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Kyra Bornemann (Zweite von rechts) von El Puente, die Grünen-Landtagsabgeordnete Regina Asendorf (Dritte von links) und die Grünen-Regionsabgeordnete Silvia Hesse (rechts) informieren die örtlichen Grünen über die Bedingungen, um Fair-Trade-Stadt zu werden.

Quelle: Stephanie Zerm

Laatzen-Mitte. "Fairer Handel ist eine Form von sozialer Verantwortung, die man bei jedem  Einkauf übernehmen kann", betonte die Grünen-Landtagsabgeordnete Regina Asendorf beim Stadtgespräch im Stadthaus. Ziel sei es, Kinderarbeit und Dumpingpreise in Entwicklungsländern nicht zu unterstützen. Die verschiedenen Siegel, die fair gehandelte Produkte auszeichnen, seien eine gute Garantie dafür, dass Arbeiter angemessen bezahlt worden seien.

"Es ist wichtig, das soziale Gewissen der Bürger zu wecken", sagte Asendorf. Wie schwer dies ist, zeigte die Beteiligung beim Stadtgespräch: Außer acht Mitgliedern der Grünen und einem der SPD kam nur ein einziger weiterer Bürger. "Das ist schade", bedauerte der Fraktionsvorsitzende der Laatzener Grünen, Andreas Quasten. "Aber wir lassen uns nicht entmutigen." Künftig wolle die Ratsgruppe gezielt Bürger ansprechen. Interesse gebe es durchaus: So werde etwa nach jedem Gottesdienst in der Arche ein Fair-Trade-Stand aufgebaut und auch die St.-Oliver-Gemeinde sei sehr engagiert.

Damit Laatzen das Fair-Trade-Siegel erhält, müssen mindestens zehn Einzelhändler und fünf Gastronomen fair gehandelte Produkte anbieten beziehungsweise verwenden, erklärte die Regionsabgeordnete der Grünen, Silvia Hesse. Auch eine eigene Kaffeesorte für Laatzen wie die "Faire Bohne Laatzen" sei denkbar.

Kyra Bornemann vom Fair-Trade-Pionier und Direktimporteur El Puente informierte über die Vielfalt von Fair-Trade-Produkten. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben nicht gewinnorientiert arbeitet, bietet mehr als 5000 Artikel von 140 Handelspartnern an.

Bereits am Donnerstag hatten die Grünen zu einem konsumkritischen Rundgang durch das Leine-Center eingeladen. Dabei informierte Zorah Birnbacher vom Jugendumweltnetzwerk Janun unter anderem über die Herstellung von Jeans und zeigte, wie wenig Geld ein Arbeiter für die Anfertigung eines Schuhs bekommt. "Wird der Schuh für 100 Euro verkauft, erhält der Arbeiter davon 40 Cent." Fair wären 76 Cent.

Voraussichtlich vor den Sommerferien entscheidet der Rat über den Antrag zur Fair-Trade-Town. Die Verwaltung hat sich bereits wohlwollend dazu geäußert.

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Zorah Birnbacher vom Jugendumweltnetzwerk Janun (links) demonstriert Mathias Krüger (Mitte) von den Grünen und Peter Hellemann (SPD), wie ein fairer Lohn für die Herstellung eines Schuhs aussehen würde: Fast 50 Prozent mehr, als in der Regel gezahlt wird.

Quelle: Stephanie Zerm

Von Stephanie Zerm

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