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Obstbauer spricht über Ernteausfälle und Kindheit

Interview Obstbauer spricht über Ernteausfälle und Kindheit

Klaus Hahne ist Vorsitzender des Fördervereins Bauernmarkt Hannover und selbst Obstbauer in Gleidingen. Den Familienbetrieb mit rund 30 Hektar bewirtschafteter Fläche führt er in zweiter Generation. Im Interview mit HAZ/NP spricht er über Ernteausfälle, Kindheitserinnerungen – und sein Lebensmotto.

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Der Gleidinger Obstbauer Klaus Hahne im August auf dem Wochenmarkt an der Lutherkirche in Hannover.

Quelle: Michael Wallmüller (Archiv)

Gleidingen. HAZ/NP: Frost zur Blütezeit, ein verregneter Sommer. Viele Bauern beklagen 2017 große Ernteausfälle. Welches Fazit ziehen Sie?

Hahne: Bei uns ganz anders als Allgemein. Für uns ist das ein voll zufriedenstellendes Jahr. Wir haben immer Kulturen die ausfallen. Da muss man mit leben. Bei Birnen und Zwetschgen haben wir nur 30 Prozent des normalen und auch Pfirsiche und Aprikosen sind ausgefallen. Der Kirsch- und Apfelertrag ist aber dafür überdurchschnittlich gut.

Ihr Vater hat 1952 mit dem Obstanbau begonnen, Sie sind 1990 in den Betrieb eingestiegen. Was hat sich über die Jahrzehnte verändert?

Mein Vater war ein Pionier. Er hat das Obst von Anfang an direkt vermarktet. Wir haben uns weiterentwickelt von der Spezialisierung zu einem vielschichtigen Betrieb. Früher gab es Äpfel und Sauerkirschen, heute alles außer Erbeeren. Auch haben wir den Verkauf auf Märkten eingeführt.

Sie sind 1957 in den Obstanbaubetrieb hineingeboren. Haben Sie ein besondere Erinnerungen an ihre Kindheit?

Mein erstes Wort war jedenfalls nicht Obst oder Apfel (lacht). Ich weiß, dass ich ein leidenschaftlicher Obstbauer bin von Kindheit an. Eigentlich war jeder Tag schön. Ich habe nie meine Schularbeiten gemacht, sondern war froh, bei den Bäumen zu sein. Da bin ich groß geworden und da bin ich immer noch glücklich.

Sie sind jetzt 60 Jahre alt und gehören mit Ihrer Frau Carola zur zweiten Generation. Wie lange glauben Sie, werden Sie noch arbeiten?

Unsere Kinder Stephanie und Christine sind beide fest angestellt. Die eine hat den Schwerpunkt Vermarktung, die andere Produktion. Ich denke bis 65 oder 67 werde ich noch arbeiten, um Rente beziehen zu können.

Eine Geschmacksfrage: Wenn Sie auf eine Reise nur ein Stück Obst mitnehmen dürften, welches wäre es?

Ein Karmijn-Apfel, das ist eine alte holländische Sorte. Die mag ich.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Na, Sie stellen Fragen. (Pause). Geradlinigkeit ist entscheidend: Das Ziel verfolgen, ehrlich den Kunden gegenüber sein und keine krummen Touren machen. Ich bin in keiner Partei, keinem Verein - bis auf den der Bauernmärkte. Ich mag es nicht, Leuten nach dem Mund zu reden.

Herr Hahne, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte HAZ/NP-Redakteurin Astrid Köhler.

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Der Gleidinger Obstbauer Klaus Hahne im August auf dem Wochenmarkt an der Lutherkirche in Hannover.

Quelle: Michael Wallmüller (Archiv)

Von Astrid Köhler

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