Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Ein Dorf lebt die Willkommenskultur

Oesselse Ein Dorf lebt die Willkommenskultur

Vor knapp zwei Monaten waren die ersten Flüchtlinge in Oesselse eingetroffen. Inzwischenleben dort 47 Menschen aus drei Ländern. In mehreren Arbeitsgruppen bemühen sich Dorfbewohner, ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern.

Voriger Artikel
Das Alphabet klappt schon ganz gut
Nächster Artikel
Die Ehe beginnt als Schwerlasttransport

Vom kleinen Samed aufmerksam beobachtet, messen Monir Sabovic (Bild rechts, links) und Dennis Moric ihre Fähigkeiten an der Tischtennisplatte.

Quelle: Böger

Laatzen. Stadtverwaltung und Ortsrat hatten die Bevölkerung in mehreren Veranstaltungen auf die Ankunft der Asylsuchenden vorbereitet. Dabei waren zahlreiche Ideen entwickelt worden, wie den Neuankömmlingen, die aus völlig anders strukturierten sozialen Verhältnissen stammen und zudem kein Deutsch sprechen, geholfen werden könnte. Inzwischen ist davon vieles in die Praxis umgesetzt worden. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration gilt der Erwerb von Sprachkenntnissen. Deshalb bieten ehrenamtliche Helfer der Arbeitsgruppe (AG) Sprachförderung jeden Vormittag Deutschunterricht an.

Daran nehmen nach Aussage von Angela Willamowius vom Flüchtlings-Netzwerk vor allem die jungen jesidischen Männer aus dem Irak teil. Von ihnen sind zurzeit elf in dem früheren Gästehaus Sleep Inn untergebracht. Sie leben dort mit sechs Familien aus Montenegro und zwei weiteren aus Afghanistan zusammen. Wie die städtischen Sozialarbeiterinnen Suvar Düsmezer und Tatjana Fener berichten, hat das Zusammenleben bislang nicht zu Problemen zwischen den unterschiedlichen Nationalitäten geführt. In den ersten Wochen war vor allem die AG Betreuung stark gefordert. Ihre Mitglieder begleiteten die Flüchtlinge bei Behördengängen ebenso wie bei Arztbesuchen. Außerdem wurden ihnen die Wege zum Rathaus sowie zum Leine-Einkaufszentrum und zur Ausgabestelle der Tafel in Laatzen gezeigt. Alle Kinder sind inzwischen in Schulen oder Kindergärten angemeldet. Die Bereitschaft der Dorfbewohner zur Unterstützung ist offenbar enorm.

Die AG Spende habe „bei Sichtung, Sortierung und Weitergabe vor großen Herausforderungen“ gestanden, berichtet Willamowius. Dennoch wird noch weitere Unterstützung benötigt – vor allem personelle. Hilfreich wären auch Angebote für Praktikumsplätze, sagt Düsmezer . Auffällig ist, mit welcher Herzlichkeit die Bewohner der beiden Ortsteile die Neuankömmlinge aufnehmen. Ihre offene Zuwendung wird zumeist postwendend mit einem Lächeln beantwortet. „Ingeln-Oesselse war schon immer hilfsbereit“, meint Ortsbürgermeister Heinrich Hennies dazu und erinnert daran, dass nach dem Zerfall Jugoslawiens den 90er Jahren schon einmal zahlreiche Flüchtlinge in den beiden Orten aufgenommen worden seien.

Von Thomas Böger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6smrfws5zc21e33b6er2
Zirkus beschließt das Jahr mit Weihnachts-Show

Fotostrecke Laatzen: Zirkus beschließt das Jahr mit Weihnachts-Show