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Ortsrat droht, Erdbeerfeld-Bebauung zu kippen

Gleidingen Ortsrat droht, Erdbeerfeld-Bebauung zu kippen

Der Ortsrat Gleidingen besteht darauf, dass das geplante Baugebiet Erdbeerfeld eine Anbindung an die Hildesheimer Straße erhält - die Stadt plant derzeit aber nur einen Rad- und Fußweg. Im Zweifel soll sogar der gesamte zweite Bauabschnitt gekippt werden.

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Die Stadt will zwischen Rethen und Gleidingen das neue Baugebiet "Am Erdbeerfeld" entwickeln. Der Ortsrat Gleidingen ist prinzipiell dafür. Streit gibt es aber über eine mögliche Zuwegung zur Hildesheimer Straße.

Quelle: Daniel Junker

Gleidingen. Isabel Mathieu vom Team Stadtplanung hat am Montagabend die Pläne für das Baugebiet "Am Erdbeerfeld" vorgestellt, das die Stadt westlich der B6 zwischen Rethen und Gleidingen entwickeln will. Der Ortsrat befürwortet das Projekt zwar prinzipiell - aber der Streit um die geplante Zuwegung hält an. Die Stadt plant laut Mathieu lediglich einen Fuß- und Radweg zur Hildesheimer Straße, der im dritten Bauabschnitt unter der vorhandenen Hochspannungsleitung verlaufen soll. So könnten die Bewohner der neuen Häuser schnell die Stadtbahn erreichen.

Der Ortsrat fordert allerdings, dass in diesem Abschnitt auch Autos zur Hildesheimer Straße fahren können. Die Mitglieder befürchten, dass die vorgesehenen Zufahrtstraßen - das sind vor allem die Braunschweiger Straße und die Triftstraße, aber auch Anliegerstraßen wie die Gubiner Straße, der Immengarten und der Steinacker - sonst zu stark vom Autoverkehr belastet würden.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung reichen die die vorhandenen Straßen hingegen aus. Sie beruft sich dabei auf ein Verkehrsgutachten: Demnach würden im ersten Bauabschnitt bei Gleidingen etwa 340 Fahrzeuge am Tag in alle Richtungen verkehren. Hinzu kämen rund 180 Fahrten zur geplanten Kita. Für den zweiten Bauabschnitt auf Rethener Seite geht der beauftragte Verkehrsplaner von einer Verkehrsstärke von etwa 640 Fahrten am Tag aus. "Etwa 60 Prozent des Verkehrs fließt nach Süden ab, die restlichen 40 Prozent nach Norden", stellte Mathieu die Ergebnisse des Gutachtens vor. Sie wies zudem darauf hin, dass die Grundstücksflächen für den Bau der Straße derzeit nicht von den Eigentümern erworben werden könnten. Und: "Die Straße müsste dann um die Masten der Hochspannungsleitung herumgeführt werden." Zudem sei der dort geplante Grünstreifen für die Frischluftversorgung des Ortes vorgesehen.

Die Mitglieder des Ortsrats Gleidingen sowie einige anwesende Vertreter des Ortsrats Rethen betrachten die vorgestellten Zahlen mit Skepsis. Sie vermuten, dass die derzeit vorgesehenen Straße zu stark vom Verkehr belastet würden. "Die Vorstellungen der Verwaltung und des Ortsrates gehen weit auseinander", sagte Peter Jeßberger. (CDU) "Ich sehe auch nicht, dass wir diesen Plänen zustimmen werden."

Das sah auch SPD-Ortsratsmitglied Michael Cobau so: "Das neue Baugebiet wird vom Marktzentrum Rethen und vom Pennymarkt in Glaidingen versorgt. Viele Anwohner werden dort zum Einkaufen mit den Autos hinfahren. Das darf man nicht unterschätzen." Ähnlich äußerte sich die Rethenerin Hannelore Flebbe (CDU). "Man hat uns damals auch beim Familienzentrum garantiert, dass es mit den Stellflächen klappt. Wir sehen ja jetzt, was da los ist." Sie glaube, dass spätestens für den zweiten Bauabschnitt eine Verbindung zur Hildesheimer Straße benötigt werde.

Zunächst hatte das Gleidinger Ortsrat überlegt, bei der Sitzung gar keine Entscheidung zu fällen. Am Ende einigten sich die Mitglieder darauf, dass mit Beginn des zweiten Bauabschnitts eine Anbindung an die Hildesheimer Straße erfolgen soll. "Sonst wird es keinen zweiten Bauabschnitt geben", sagte Jeßberger. Den Erwerb der benötigten Grundstücke zum Bau der Straße solle die Stadt mit den Eigentümern klären.

Auch eine Anbindung an die B6 sei nach wie vor möglich. Nach Ansicht der Stadt zöge diese den Verkehr auch zu anderen Wohngebieten über die Braunschweiger und die Triftstraße an. Zudem zöge diese Variante eine längere Planungsphase nach sich. Zudem haben die für die Bundesstraße zuständige Landesehörde kein Interesse an einer Umsetzung signalisiert.

Bauverkehr soll nicht über frisch sanierte Straßen anfahren

Diskutiert wurde am Montagabend auch darüber, wo die Baufahrzeuge rollen sollen. Miriam Friedrichs-Seidel (SPD) will erreichen, dass die Erschließung nicht über die vor kurzem sanierten Straßen Immengarten und Nordstraße erfolgt. "Wir brauchen dafür eine behördliche Anordnung", fordert sie. Sie befürchte, dass die Baufahrzeuge die neuen Straßen beschädigen. Laut Auskunft der Verwaltung sei eine Erschließung über diese Straßen aber gar nicht vorgesehen. "Wenn dort doch Baufahrzeuge entlang fahren, müssen die Straßen eben abgepollert werden, damit dort keine Lastwagen mehr fahren können", befand Peter Jeßberger (CDU).

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Von Daniel Junker

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