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Ortsrat spricht sich für Friedensplastik aus

Alt-Laatzen Ortsrat spricht sich für Friedensplastik aus

Im Park hinter dem Ehrenmal an der Alten Rathausstraße in Alt-Laatzen soll eine Friedensplastik entstehen, die zu einer Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Monument anregen soll. Der Ortsrat Laatzen hat den Plänen für die Umgestaltung am Dienstag zugestimmt.

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Das umstrittene Ehrenmal an der Alten Rathausstraße soll im nächsten Jahr saniert werden. Die Rückseite wird umgestaltet.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen. Einstimmig winkten die Mitglieder des Ortsrates den Beschlussvorschlag der Stadt zur zukünftigen Gedenkkultur in Alt-Laatzen durch. Demnach wird das umstrittene Ehrenmal aus dem Jahr 1934 saniert, die dafür notwendigen Mittel werden in den Haushaltsplan 2017 eingestellt.

Das Bauwerk bleibt also erhalten, es wird aber mit erläuternden Texttafeln historisch eingeordnet. Zudem soll die Fläche auf der Rückseite des Bauwerks im Rathauspark zu einem neuen Platz umgestaltet werden, in dessen Mitte eine Friedensplastik aufgestellt wird.

„Der Platz soll die Sinne freigeben für Gerechtigkeit, Frieden, Mitmenschlichkeit und Versöhnung“, erläuterte Klaus Schlüter, Mitglied der Arbeitsgruppe „Kunst, Design und Ambiente“. Es solle ein Ort geschaffen werden, an dem alle Bürger gedenken können. „Wir waren der Meinung, dass dieser Ort nur so von allen Laatzenern angenommen werden kann.“ Der Ort soll alle Altersgruppen ansprechen – auch Jüngere, die keine unmittelbare Verbindung zu den Weltkriegen haben.

„Der Platz soll allen Menschen einen Ort für Gedenken und Trauer geben“, ergänzten Zanjer Shaida, Nadin Zaya und Fabian Ludwig. Die Schüler der Albert-Einstein-Schule hatten sich in einer der Arbeitsgruppen mit dem Opfer-Begriff auseinandergesetzt und Textvorschläge für die Tafeln erarbeitet. Einzelne Personengruppen sollten dabei nicht hervorgehoben werden, betonten die Schüler.

Das Geld zur Umgestaltung des Bereichs wird wohl ebenfalls in den Haushalt 2017 eingestellt – so sieht es der Vorschlag der Stadtverwaltung vor, dem der Ortsrat zustimmte. Damit gehe zugleich eine Aufwertung dieses Ortes einher, heißt es im Rathaus.

Zum beschlossenen Konzept gehört auch, Veranstaltungen auf dem Platz zu organisieren. Schon in diesem Jahr will die Stadt dort die Gedenkfeier zum Volkstrauertag ausrichten, heißt es weiter. Dafür werde das Buschwerk hinter dem Ehrenmal entfernt, der Ort provisorisch hergerichtet. Um den Ablauf der eigentlichen Veranstaltung zu planen, sollen im Vorfeld die Mitglieder der Arbeitsgruppen, Vertreter der Kirchen und des Ortsrates sowie Bürgermeister Jürgen Köhne zusammenkommen.

Axel Saipa vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der die Treffen der Arbeitsgruppen begleitet und moderiert hatte, sprach von „hervorragenden Ergebnissen“, die im Laufe des vergangenen Jahres entstanden sind. „Die Beteiligung der Bürger gibt uns eine demokratische Legitimation.“     

Künstler Gerd Winner erstellt erste Entwürfe für Friedensplastik

Für die Gestaltung der Friedensplastik hat Axel Saipa Kontakt mit dem niedersächsischen Künstler Gerd Winner aufgenommen. „Er hat bereits erste Entwürfe auf Grundlage der Ergebnisse der Arbeitsgruppen erstellt“, teilte Saipa dem Ortsrat mit. Winner ist seit 1975 Professor für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München, zudem hat er zusammen mit seiner Frau Ingema Reuter das Haus der Stille – eine begehbare Skulptur auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen – entworfen.

Saipa regte einen Besuch des Künstlers in dessen Wohnsitz in Liebenburg an. Vor Ort könnten sich Mitglieder der Arbeitsgruppen und Vertreter der Politik die Entwürfe, die bislang noch nicht öffentlich vorgestellt wurden, anschauen und über des weitere Vorgehen diskutieren.
Die Friedensplastik soll mithilfe von Sponsoren finanziert werden.     

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Von Daniel Junker

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