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Papst-Reliquie kommt nach Laatzen

Laatzen-Mitte Papst-Reliquie kommt nach Laatzen

Es ist ein im Bistum nahezu einzigartiger Vorgang: Haare von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) werden bald als Reliquie in der Kapelle von Victors Residenz Margarethenhof aufbewahrt. Die Feierstunde zur Einführung der Reliquie mit Propst Martin Tenge ist für Mai angesetzt.

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Adrian Grandt zeigt die Reliquien von Papst Johannes Paul II, die in der Kapelle von Victors Residenz Margarethenhof in Laatzen bald dauerhaft aufbewahrt werden.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Dass die Reliquie nach Laatzen gelangt, hängt mit den persönlichen Beziehungen von Adrian Grandt, Direktor von Victors Residenz, zusammen. Der gläubige Katholik, selbst in Polen aufgewachsen, hat die Papsthaare am Sonnabend im Posen (Poznan) in Empfang genommen - aus den Händen von Monsignore Andrzej Rygielski, laut Grandt Abgesandter des Bistums Posen für den Hospizbereich. Damit bedankte sich Rygielski bei Grandt dafür, dass der im Dezember ein Benefizkonzert des Lionsclubs Hannover Eilenriede initiiert hatte: Damals kamen 10.000 Euro zugunsten des Posener Hospizes Palium zusammen. Für Grandt eine Riesenehre: "Ich habe weiche Knie bekommen", erzählt der 41-Jährige.

Die Reliquie soll am 18. Mai ab 12 Uhr in der Kapelle von Victors Residenz eingeführt werden. Dem öffentlichen Gottesdienst beiwohnen werden Propst Martin Tenge und Thomas Berkefeld, Pfarrer der Laatzener St.-Oliver-Gemeinde. Aufbewahrt werden die Haare des Papstes dann in einem Reliquar in einer Auslassung der Seitenwand - hinter Panzerglas: Auf diese Weise können die Besucher der Kapelle die Reliquie stets sehen.

Im Bistum ist all dies eine Seltenheit. Nach Angaben des Regionaldekanats Hannover  ist lediglich eine sogenannte Blutreliquie von Johannes Paul II. in Hannover bekannt - nämlich in der polnischen Maria-Frieden-Kirche. Über weitere Reliquien des polnischen Papstes liegen selbst der Bistumspressestelle in Hildesheim keine Kenntnisse vor.

Die Echtheit wird nicht bezweifelt. Sie sei "100-prozentig echt", meint Pfarrer Thomas Berkefeld. Grandt verweist darauf, dass er sie in einem offiziellen Behältnis erhalten habe. Rygielski habe die Papsthaare, die ihm selbst zur Verfügung standen, für das Geschenk teilen lassen. Auf der Kapsel sind die Worte "Ex Capillis Sancti Johannis Pauli II Papae" ("vom Haar des Heiligen Papstes Johannes Paul II.") vermerkt.

Interview mit Thomas Berkefeld, Pfarrer der Laatzener St.-Oliver-Gemeinde

In Laatzen werden Haare als Reliquien Johannes Pauls II. eingeführt. Kennen Sie – abgesehen von der Maria-Frieden-Kirche in Hannover – Vergleichbares in der Region?

Nein. Aber es mag sein, dass es Berührungsreliquien von Johannes Paul II. gibt – ich habe auch schon einmal ein kleines Stück von seiner Soutane geschenkt bekommen.

Welche Bedeutung haben Heiligenreliquien für Katholiken?

Heilige sind Personen, von denen wir glauben, dass sie das Ziel der Taufe erreicht haben, also das Leben im Himmel. Die Reliquien erinnern uns daran, dass es Menschen gegeben hat, die den Weg, der vor uns liegt – also einen guten Weg, der zum Himmel führt – vorangegangen sind. Und sie sagen uns, dass wir keine Angst vor dem Tod haben müssen. Wir messen Reliquien keine Wunderkräfte bei: Sie sind Ermutigungen für uns, dass auch wir den Weg schaffen.

Wie sicher ist es, dass diese Reliquien echt sind?

Das ist 100-prozentig sicher – dies kann man gerade für Reliquien der Heiligen jüngerer Zeit sagen. Alle werden in ihrer Echtheit zertifiziert – und diese kommen schließlich direkt aus einem polnischen Bistum.

Ist die Verehrung von Reliquien in Ländern wie Polen inniger als hier?

Was die Volksfrömmigkeit angeht: Ja. Was die Lehre der Kirche angeht nicht. Unsere Gemeinde unternimmt zum Beispiel einmal im Jahr eine Wallfahrt nach Lamspringe zum Grab des Heiligen Oliver. Und wir haben in unserer Kirche ein Reliquiar des Heiligen Oliver, das man hinter einer Glasscheibe sehen kann.

Sie sagten, dass sie selbst eine Reliquie des früheren Papstes haben. Sind Sie Johannes Paul II. persönlich begegnet?

Ja, mehrfach. Ich habe in Rom studiert und war deswegen bei ihm in seiner Wohnung und habe mit ihm die Messe gefeiert. Ich hatte auch meine Eltern zum Gottesdienst mit ihm mitbringen dürfen.

Wie war er in der persönlichen Begegnung?

Sehr zugewandt, sehr interessiert. Ich habe mich gewundert, wie aufmerksam er war, dass er für jeden in dessen Muttersprache ein Wort hatte und einen bei der Begegnung anschaute. Bei diesen Gottesdiensten im kleinen Kreis habe ich ihn als tieffrommen Menschen erlebt.

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Von Johannes Dorndorf

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