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Dachstreit: "Wir brauchen keinen Einheitsbrei"

Laatzen Dachstreit: "Wir brauchen keinen Einheitsbrei"

Der Dachfarbenstreit in Ingeln-Oesselse beschäftigt inzwischen die Politik: Mehrere Parteien haben jetzt angekündigt, die Vorschriften für Dachfarben im Stadtgebiet lockern zu wollen.

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Im Gleidinger Baugebiet Leinkamp hat sich Grau als Dachfarbe durchgesetzt - ganz ohne Vorgaben.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Was in Ingeln-Oesselse gerade für Streit zwischen Bauherren und Stadt sorgt, können die Anwohner im Gleidinger Baugebiet Leinkamp entspannt sehen. Ursprünglich sollten dort die gleichen Vorschriften für Dachfarben gelten wie in Ingeln-Oesselse. "Wir haben damals aber als Ortsrat durchgesetzt, dass weder Fassaden- noch Dachfarben vorgegeben werden", erinnert sich Ortsbürgermeister Peter Jeßberger. Das Ergebnis ist alles andere als kunterbunt: Fast alle Bauherren haben auf die Dachfarbe Grau gesetzt, echte ästhetische Ausreißer gibt es nicht. Auch die etwas größere Farbvielfalt im früher bebauten benachbarten Steinbrink erachtet er als unproblematisch.

Für Jeßberger steht fest, dass er bei einer Wiederwahl als Ratsherr auch stadtweit gegen die "Überreglementierung" bei den Dachfarben vorgehen will - mit Ausnahme der historischen Ortskerne. diese Meinung teilt er mit Gerd Apportin (Grüne): "Ich komme gerade aus Island zurück. Die Vielfalt und Buntheit der Fassaden und Dächer sieht so was von schön aus." Er sei deshalb gegen Vorgaben für Dachfarben - mit Ausnahme von lackierten Oberflächen, von denen Wasser abperlt und zu schnell in die Kanalisation fließt. Falls die Verwaltung auf dem Musterprozess in Ingeln-Oesselse beharrt, werde er beantragen, die Satzung rückwirkend zu ändern.

Die beiden großen Parteien im Rat sind zurückhaltender. "Ich bin kein Verfechter von uniformierten Wohngebieten. Man muss daraus lernen und bei künftigen Baugebieten großzügigere Regelungen finden", sagt SPD-Fraktionschef Ernesto Nebot. Im aktuellen Fall wolle er der Verwaltung allerdings "nicht vorschreiben, was sie tun und zu lassen hat". CDU-Stadtverbandschef Christoph Dreyer will eine rechtliche Prüfung abwarten, bevor er sich eine Meinung bildet.

"Bauvorschrift ist Bauvorschrift", findet hingegen Gerhard Klaus (FDP). "Wenn wir das im Nachhinein glattziehen würden, bräuchten wir künftig keine Bauvorschriften mehr zu erlassen". Er rät die Eigentümer, sich an ihren jeweiligen Architekten zu wenden. "Der muss den Bauherren darauf hinweisen." Bei künftigen Baugebieten müsse man von Fall zu Fall entscheiden, welche Vorgaben gewünscht seien.

"Wir brauchen keinen Einheitsbrei", findet Michael Kleen (GFW). "Die Leute sollen frei wählen können, welche Farben sie verwenden." Dass die Stadt die Bauherren in Ingeln-Oesselse bei Verstößen zum Umdecken zwingen will, hält er "für überhaupt nicht hinnehmbar". Man müsse eine Regelung finden, die dies für alle vermeidet.

Die Stadt hatte für die Dächer im Ingeln-Oesselser Baugebiet Vor dem Laagberg bestimmte Rot- und Brauntöne mit matter Oberfläche vorgegeben. Zurzeit führt die Stadt einen Musterprozess gegen einen Bauherrn, der in einem gräulich-dunkleren Braun gedeckt hatte. Sollte sich die Stadt durchsetzen, will sie mehr als zehn weitere Eigentümer wegen Dachfarben belangen. Der Gestaltungssatzung hatten seinerzeit alle Parteien im Rat zugestimmt.

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