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Pferde büxen aus und galoppieren durch Laatzen

Hildesheimer Straße gekreuzt Pferde büxen aus und galoppieren durch Laatzen

Wildweststimmung pur: Acht Pferde sind am Dienstag aus ihrer Koppel in Grasdorf ausgebrochen und durch die Leinemasch nach Alt-Laatzen galoppiert. Sogar die Hildesheimer Straße kreuzte die Herde zweimal, bis sie schließlich im Wohngebiet gestellt wurde. Wie durch ein Wunder gab es keinerlei Schäden.

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Als sei nichts gewesen, standen einige der acht ausgebüxten „Rentner-Pferde“ am Mittwochabend wieder auf ihrer Koppel in Grasdorf.

Quelle: Lehmann/Böhme/Schrader

Laatzen. „Es war wie im Film“, berichtet Gabriele Spors, die am Dienstag gegen 17.15 Uhr gerade mit dem Rad vom Wiesendachhaus Richtung Leinebrücke fuhr. Plötzlich habe sie lautes Hufgetrappel gehört, nach rechts geschaut und die Pferde den Bemerorder Bleek entlang auf sie zu rennen sehen - nur zehn Meter an ihr vorbei. „Ich habe mich in die Böschung geschlagen. Das war wie im Wilden Westen“, erzählte Spors, die sofort die Polizei anrief.

Die für Mensch und Tier gleichermaßen sehr gefährliche Tour ging weiter die Talstraße entlang und - entgegen der Einbahnstraße - durch den Kapellenbrink auf die Alte Rathausstraße. Heike Claassen im dortigen Tante-Emma-Laden traute ihren Augen nicht, als sie die Pferde in Richtung Hildesheimer Straße vorbeitraben sah: „Das war wie eine Fata-Morgana.“

Acht Pferde sind von einer Koppel in Grasdorf ausgebrochen und durch Laatzen gelaufen. Dabei kreuzte die Herde sogar die Hildesheimer Straße.

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Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Reiterinnen des RV Laatzen und RV Kronsberg bereits alarmiert. Mit schnell zusammengeklaubten Seilen und Halftern machten sie sich auf Rädern, zu Fuß und in Autos auf die Verfolgungsjagd. Die Pferde rannten derweil die Hildesheimer Straße hinunter. Dort wartete Karin Schrader im Auto auf der Abbiegespur zur Eichstraße als sie sah, wie die Tiere zunächst „bei grün“ die Kronsbergstraße hinauf Richtung Messebahnhof liefen, um dann kehrt zu machen und im vollen Galopp zurück auf die vierspurigen Straße zu laufen. Eine äußerst heikle Situation, denn der Querverkehr hatte inzwischen rot. „Es kam beinahe zum Zusammenstoß mit einem Geländewagen“, erzählt Schrader. Das Pferd habe gerade noch einen Haken schlagen können. Dann verschwand es mit den anderen im Wohngebiet. An der Leinerandstraße gelang es den Reiterinnen schließlich mit Hilfe der Polizei und quer gestellten Autos die Herde zum Stehen zu bringen. „Die Pferde konnten nicht mehr. Die haben am ganzen Körper geschwitzt“, erzählt Karin Schraders Tochter Maren. Nicht nur für die Pferde war es aufregend. Als eine von deren Besitzerinnen zur Gruppe dazustieß, habe sie regelrecht gezittert.

Es sei großes Glück, dass nichts weiter passiert ist, sagten Polizei, Reiterinnen und Augenzeugen anschließend unisono. Die Tiere gelten als „Rentner“ - das älteste ist 29 Jahre - und stehen auf der Koppel von Karl-Heinz Ostmeyer nahe dem Grasdorfer Storchennest. Warum sie ausbüxten, kann Ostmeyer nicht erklären. Er habe den Elektrozaun gleich überprüft: Alles war in Ordnung. Ob ein Wildtier die Herde aufschreckte oder ein vor kurzem dorthin gewechselte Pferd vom Reitverein den anderen nur nochmal seine alte Heimat zeigen wollte, bleibt offen. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Reitvereinen fürs Einfangen“, so Ostmeyer. Nach einer Nacht im Stall stehen sie wieder auf der Koppel.

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