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Pflegende brauchen ihren Freiraum

Laatzen Pflegende brauchen ihren Freiraum

Wer pflegebedürftige Angehörige hat, ist oft sehr belastet. Der Austausch mit Menschen in ähnlicher Situation kann helfen, weiß Heike Linke (56), die eine neue Gruppe in der Arche mit initiiert hat. Mit der Pastorin der Thomasgemeinde sprach Astrid Köhler.

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Heike
Linke

Quelle: privat

Laatzen. Ab der nächsten Woche bieten Sie mit zwei Fachfrauen aus dem Pflegebereich offene Treffen für Angehörige von Pflegebedürftigen ein. Was ist der Anlass?
Wir nehmen wahr, dass es viele betrifft. Viele, die in der Gemeinde aktiv mitarbeiten, sind zwischen 50 und 65 Jahre alt und haben pflegebedürftige Eltern oder Partner.

Was ist für die Menschen das besonders Belastende?
Die Rundumbetreuung zuhause kostet viel Kraft, weil der zu Pflegende viel Aufmerksamkeit braucht. Wer dann seine eigenen Grenzen nicht wahrnimmt, bleibt auf der Strecke. Das kann nur nachvollziehen, wer es selbst erlebt hat. Meine Mutter hat meinen Vater gepflegt - ich ahne, wie es den Leuten geht.

Inwiefern können die Gruppentreffen die Menschen entlasten?
Generell hilft es einem Menschen in einer schwierigen Situation, wenn er erlebt, dass er nicht allein ist. Bei unserem Angebot sind zudem noch zwei Fachleute dabei, die Tipps geben können: eine Pflegekraft und die Leiterin eines Pflegeheims.

Was könnten das für Tipps sein?
Das muss man sehen. Die Problematiken sind individuell. Wenn ich zum Beispiel meine Mutter pflege, spielt es eine große Rolle, wie unser Verhältnis vorher war. Beim Ehemann ist es nochmal ganz anders. Die jeweiligen Beziehungen vorher spielen eine wichtige Rolle. Der Mann, der vorher alles gewuppt hat, ist auf einmal der Schwache, der Hilfe auf der Toilette benötigt. Das kann Angehörige in große Problem stürzen, aber es hilft, darüber zu sprechen.

Oft kommen genau die Menschen nicht, die Hilfe und Austausch besonders benötigen, weil ihnen Zeit und Ruhe fehlt. Was sagen Sie denen?
Wenn Leute mich anrufen und sagen, Sie würde gern kommen, haben aber niemanden für die Betreuung, sind wir offen und flexibel. Die Menschen brauchen Freiraum.

Außer Ihnen sind noch zwei Fachfrauen aus dem Pflegebereich bei den monatlichen Treffen involviert. Sind diese immer dabei?
Ich bin immer da, die Pflegeheimleiterin und die Pflegekraft wechseln sich ab. Beide arbeiten ehrenamtlich mit.

Ist es eine geschlossene oder offene Gruppe, die sich in der Arche in Laatzen-Mitte trifft?
Das Konzept wird nur als offene Gruppe funktionieren, dann wenn jeder kommen kann, wann es ihm passt.

Bis Februar 2016 sind nun fünf Termine angesetzt - was passiert danach?
Wir werden die Gruppe weiterführen, wenn sie angenommen wird.

Gruppe trifft sich an fünf Donnerstagen

Erfahrungen austauschen, Fragen stellen, Tipps bekommen – das will der neue offene Treff für Angehörige von Pflegebedürftigen den Teilnehmern bieten. Ab Donnerstag, 24. September, können Interessierte dafür monatlich ab 16 Uhr in die Arche an der Marktstraße 21 kommen. Das Café dort ist bereits ab 15 Uhr geöffnet. Begleitet werden die etwa 90-minütigen Treffen von Pastorin Heike Linke sowie wechselseitig von zwei ehrenamtlich engagierten Fachfrauen aus dem Pflegebereich. Die übrigen der insgesamt fünf Termine sind am 22. Oktober, 19. November, 28. Januar sowie am Donnerstag, 25. Februar.

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