Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regen

Navigation:
Wohin mit dem neuen Kehrgleis für die Linie 2?

Rethen Wohin mit dem neuen Kehrgleis für die Linie 2?

Dass die Stadtbahnlinie 2 verlängert wird und einen neuen Endpunkt braucht, ist unstrittig. Dass dieser aber tatsächlich am Rethener Galgenbergweg realisiert wird, ist nach der Vorstellung erster Pläne im Ortsrat mehr als fraglich. Zahlreiche Zuhörer und auch Stadtvertreter übten Kritik am Standort.

Voriger Artikel
Laagberg sollte Bushalt bekommen - aber wo?
Nächster Artikel
Neue Haltestelle erhält Park-and-ride-Parkplatz

Der Platz für ein zusätzliches Kehrgleis an der bis zur Rethener Haltestelle Galgenbergweg zu verlängernden Stadtbahnlinie 2 ist begrenzt. Die von der Region vorgeschlagenen Varianten sind entweder teuer und störungsanfällig oder wirken sich negativ auf den Straßenverkehr sowie Fußgänger und Radfahrer aus. Nun ist eine Verlegung des Kehrgleises nach Gleidingen im Gespräch.

Quelle: Astrid Köhler

Rethen. Das Problem: Der dort ebenfalls geplante neue Hochbahnsteig und das sich anschließende Kehrgleis erfordern viel Platz – und der ist knapp entlang der in Rethen beidseits bebauten Hildesheimer Straße. Dass der mit Rampen rund 100 Meter lange Hochbahnsteig an die Franz-Carl-Achard-Straße heranrückt, ist dabei weniger ein Problem als die Tatsache, dass sich daran ein Kehrgleis für die künftig auf der Linie 2 einzusetzenden 75 Meter langen Drei-Wagen-Züge anschließen muss. Bis über den Enzianweg hinaus, fast bis nach Gleidingen hinein, erstreckt sich das Kehrgleis in allen drei vorgestellten Varianten (siehe Text unten) auf einer Länge von rund 350 Metern.

Damit nicht genug, wirkt es sich auch auf den Straßenraum aus und rückt mitunter näher an die Wohnbebauung heran. Die größte Sorge sei es, dass es spürbare Erschütterungen in den Häusern gibt, hießt es bei der Ortsratssitzung. Durch den Einbau eines elastischen Oberbaus sei dies zwar vermutlich zu vermeiden, und die entsprechende DIN könnte eingehalten werden. Unabhängig davon aber – und auch wenn es formal nicht nötig sei – solle vorab das Gespräch mit den Hauseigentümern gesucht werden.

Mehrere Mieter und Eigentümer aus Rethen meldeten sich daraufhin zu Wort und äußerten ihre Bedenken zu dem Bau. Auch dass mit dem Kehrgleis Parkmöglichkeiten entlang der Hildesheimer Straße verloren gingen, sorgte für Unmut. Die Bürger forderten – auch mit Blick auf das dort am Erdbeerhof entstehende Neubaugebiet – eine Verlängerung der Stadtbahnlinie 2 bis Gleidingen.

Auch Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne war wenig überzeugt. Die Pläne und ihre Auswirkungen auf den Verkehrsraum erinnerten an den Bau eines Bahnhofs. Die Vertreter von Region und Infra bat er, alles zu überdenken und die Verlängerung der Stadtbahnlinie 2 mit Blick auf Laatzen als wachsende Stadt weiterzuplanen. "Ich würde vorschlagen, gleich bis Gleidingen-Süd zu planen", sagte Köhne – und die Zuhörer applaudierten.

Christian Weske von der Region äußerte Verständnis, erinnerte aber auch an den Planungsauftrag und die Mehrkosten bei einer Verlängerung der Stadtbahnlinie: "Wir haben Betriebskosten im sechsstelligen Bereich pro Jahr. Irgendwo müssen wir Schluss machen." Gleichwohl kündigte die Region an, die Pläne überdenken zu wollen.

Alle Varianten haben Nachteile:

Die Stadtbahn der Linie 2 soll künftig nicht mehr in Rethen-Nord stoppen sondern alle Stadtbahnhaltestellen in dem Ortsteil bedienen und erst an der letzten, am Galgenbergweg wenden. Die Region hat verschiedene Varianten geprüft, wie bei den örtlichen Gegebenheiten Stadtbahnenzüge der Linie 1 einerseits in Richtung Sarstedt und von dort aus kommend die Haltestelle passieren können und zudem die Linie 2 dort werden kann. Drei Varianten haben es in die Endauswahl geschafft, wobei alle Nachteile aufweisen:

Variante 8: Bei der sogenannten Drei-Gleis-Lösung könnten theoretisch drei Stadtbahnen zeitgleich nebeneinander an der Haltestelle stehen. Das sogenannte Kehrgleis für die Linie 2 würde in die Mitte verlegt und von den Gleisen für die Linie 1 umgegeben sein. Der Nachteil: Der gesamte Gleiskörper wird zwangsläufig breiter als der jetzige und greift in den Straßenraum ein. In der Folge müssten auf dem kombinierten Rad- und Fußweg auf der Ostseite der Hildesheimer Straße von der Nelkenstraße bis zum Enzianweg sämtliche Bäume gefällt werden.

Variante 12: Diese Variante ähnelt in Teilen Variante 8, doch ist das Gleis der Linie 1 in Fahrtrichtung Norden (von Sarstedt nach Laatzen) auf die Fahrbahn ausgegliedert. So kann zwar der Fuß- und Radweg erhalten werden, doch müsste der Verkehr auf der Hildesheimer Straße per Lichtsignalanlage immer dann gestoppt werden, wenn eine Stadtbahn den Bereich passieren will.

Variante 13: Bei dieser Variante ist das Kehrgleis für die Linie 2 mittels Weichen in die beiden Gleise der Linie 1 integriert. Dem Vorteil des geringen Platzverbrauches stehen aber auch mehrere Nachteile gegenüber. So gilt eine derartiges Lösung laut Region als sicherheitstechnisch sehr aufwändig umzusetzen und teuer sowie fehleranfällig bei Betriebsstörungen. De facto können bei dieser Variante zeitgleich nur noch zwei Stadtbahnen an der Haltestelle stehen oder selbige passieren.

doc6tkmrdgau497altxg8x

Fotostrecke Laatzen: Wohin mit dem neuen Kehrgleis für die Linie 2?

Zur Bildergalerie

Von Astrid Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wtqwhced5k5ap49odd
Trachten und Tanz in der Brauwerkstatt

Fotostrecke Laatzen: Trachten und Tanz in der Brauwerkstatt