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Polizei fängt Pakete von Internet-Betrügern ab

Laatzen/Hannover/Garbsen Polizei fängt Pakete von Internet-Betrügern ab

Die Laatzener Polizei ist einem Internet-Betrug auf die Spur gekommen. Die Beteiligten hatten unter anderem Tablet-Computer, Handys, Uhren und Schmuck im Namen anderer bestellt und an eine Laatzener Adresse liefern lassen. Die Polizei fing mehrere Pakete ab und nahm zwei Verdächtige fest.

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Den Internethandel haben längst auch Betrüger für sich entdeckt - auch in Laatzen und Hannover.

Quelle: Bodo Marks (dpa)

Laatzen/Hannover/Garbsen. Der entscheidende Hinweis kam aus Marburg: Dort hatte eine Geschädigte beim Öffnen ihres E-Mail-Kontos eine Nachricht entdeckt, laut der ein 1000 Euro teurer Ring in Kürze an sie ausgeliefert werde - allerdings an eine Laatzener Adresse. Die Frau hatte weder Schmuck bestellt noch wusste sie von der Laatzener Anschrift und erstattete gleich Anzeige bei der Polizei. Die meldete den Fall sofort nach Laatzen weiter - und löste damit mehrere Festnahmen aus.

Denn die Ermittlungen führten noch am gleichen Tag zu einem Volltreffer: Als das Paket bei einer 34-jährigen Laatzenerin abgegeben werden sollte, nahm die Polizei die Adressatin fest. Die Frau erzählte, dass sie vor kurzem einen 31-Jährigen kennengelernt habe, der sie darum bat, einen falschen Namen an ihren Briefkasten und ihr Klingelschild zu kleben - 25 Euro habe der Mann ihr pro angenommenes Paket angeboten. Ein gutes Geschäft für die Arbeitslose, denn insgesamt sollten 50 Pakete ankommen, die sie allesamt bei der Arbeitsstelle des Mannes in Laatzen abliefern sollte.

Dort traf die Polizei den Verdächtigen noch am gleichen Tag an - doch auch der beteuerte, mit der Sache nichts zu tun zu haben: Er sei wiederum von einem 31-jähriger Hannoveraner um die Annahme von Paketen gebeten worden - für 50 Euro pro Stück. "Von betrügerischen Bestellungen weiß ich nichts", beteuerte er gegenüber der Polizei.

Die Beamten durchsuchten daraufhin die beiden Wohnungen des 31-Jährigen Mittelsmanns in Hannover-Kleefeld und Garbsen sowie eine Wohnung in der Südstadt, in der die Polizei den anderen 31-Jährigen antraf. Aufgefunden wurden insgesamt fünf Pakete und original verpackte Uhren, Handys und Tablet-Computer. Außerdem fing die Polizei vier weitere Pakete in der Laatzener Wohnung ab, weitere Lieferungen stehen noch aus. Sichergestellt haben die Ermittler auch ein Laptop, Parfum und sogar einen Fußball. Insgesamt geht es um Waren im Wert von mehreren Tausend Euro.

Wie die Täter an die Kundendaten gelangt sind, ist bislang unbekannt - die Vernehmung des 31-jährigen Südstädters, in dessen Wohnung die Ermittler auch Haschisch fanden, steht noch aus. Noch auswerten will die Polizei auch Daten auf einem sicher gestellten Computer. Alle Beteiligte sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Polizei bittet, auf Namensschilder zu achten

Betrügerische Bestellungen im Internet beschäftigen die Laatzener Polizei immer wieder. Die Täter bedienen sich dabei oft Briefkastenadressen. "Im Mehrfamilienhaus mit 40 Parteien sind nicht immer alle Wohnungen besetzt", sagt Stefan Schwarzbard, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Eine beliebte Masche sei es, Briefkästen und Klingelschilder von leer stehenden Wohnungen mit gefälschten Lieferadressen zu bekleben und dann am Zustelltag im Haus auf den Paketboten zu warten. "Die werden dann an der Tür abgefangen", sagt Schwarzbard. Nach wenigen Tagen werde die Lieferadresse dann aufgegeben. Die Polizei bittet deshalb darum, auffällige Namensschilder an Klingeln und Briefkästen, die man nicht zuordnen kann, der Polizei zu melden.

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