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Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Rethen Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Nach dem ABC-Alarm in der Rethener Sauna Martinique am Montag wird der Vorfall nun untersucht. Die Polizei hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen, das Gewerbeaufsichtsamt prüft, ob Bestimmungen eingehalten wurden.

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Am Montag wurde an der Sauna Martinique ABC-Alarm ausgelöst.

Quelle: Dorndorf

Rethen. Der Betrieb in der Sauna an der Bernd-Rosemeyer-Straße ruhte auch am Dienstag. Laut Internetseite des Martinique soll der Betrieb ab Mittwoch zu den gewohnten Zeiten geöffnet werden. Das Gewerbeaufsichtsamt hat dafür bereits die Freigabe erteilt, auch aus Sicht der Stadt Laatzen als Bauaufsichts- und Ordnungsbehörde gibt es keine Bedenken.

Beschäftigen wird der Unfall die Behörden allerdings weiterhin. Da zwei Personen verletzt wurden, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung. Dies sei in solchen Fällen - etwa auch bei Autounfällen - das übliche Vorgehen, erläuterte eine Polizeisprecherin. Dem Vernehmen nach befindet sich der 65-jährige Hausmeister noch zur Beobachtung in einer Klinik, während der 37-jährige Lieferant der Chemikalien bereits am Montag entlassen wurde. Beide erlitten Atemwegsreizungen.

Auch die Untersuchungen des Gewerbeaufsichtsamts als Aufsichtsbehörde dauern noch an. Nach Angaben von Behördenleiter Bernd Reese werde die Situation vor Ort noch geprüft, um dann eine Beurteilung vorzunehmen. Beim vorliegenden Fall wurden zwei Chemikalien beim Umfüllen verwechselt. "Normalerweise ist es so, dass Verwechslungen vor Ort ausgeschlossen sein sollten", sagte Reese. Dies geschehe einerseits durch entsprechende Kennzeichnungen, andererseits durch Unterweisungen der Mitarbeiter.

Nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Sebastian Osterwald sei direkt nach dem Unfall im Lagerraum sowie in der direkten Umgebung Chlorgas gemessen worden, die angrenzenden Betriebe wurden daher geräumt. Im weiteren Umkreis habe die Konzentration hingegen unterhalb der Nachweisgrenze gelegen, so dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestand. Chlorgas kann zu schweren Schädigungen der Lunge führen. 

Bei dem Unfall am Montagmorgen wurde versehentlich Salpetersäure in einen Behälter mit Natriumhypochlorid (Chlorbleichlauge) eingefüllt, so dass es zu einer heftigen chemischen Reaktion kam. Da der Lieferant nach eigener Aussage die Pumpe noch ausstellen konnte, sei das Vermischen der beiden Chemikalien unterbrochen worden, berichtete Osterwald. "Die Reaktion wird ziemlich schnell abgelaufen und zügig beendet gewesen sein", so seine Einschätzung. Die Behälter seien so gekennzeichnet gewesen, dass die Feuerwehrleute sie eindeutig zuordnen konnten.

Von Johannes Dorndorf

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