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Für Laatzens Jugend bleibt ein Plätzchen frei

Ratspolitik Für Laatzens Jugend bleibt ein Plätzchen frei

Seit Juli 2014 hat Laatzen kein Jugendparlament mehr - und doch halten die städtischen Ratspolitiker je einen Platz in allen Ausschüssen für die Jugendlichen reserviert. In einem Fall würde den gerne der Seniorenbeirat übernehmen, wurde nun aber von der Ratsmehrheit abserviert.

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Laatzens Ratspolitiker wünschen sich mehr Jugendbeteiligung - und haben in ihren Reihen einen Platz für das Jugendparlament reserviert. Der ist jedoch seit fast zwei Jahren vakant.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Schon seit längerem bemüht sich die Stadt um eine höhere Beteiligung von Jugendlichen am politischen Geschehen in Laatzen. 17 Jahre lang war diese Mitsprache über das Jugendparlament (Jupa) gewährleistet. Die Mitglieder konnten nicht nur eigene Beschlüsse fassen, sondern erhielten auch automatisch einen beratenden Sitz im Rat der Stadt und seinen Ausschüssen.

Zuletzt kamen mangels Beteiligung jedoch keine Jupa-Wahlen mehr zustande. Warum dies so ist, wurde jetzt bei einer Jugendbefragung deutlich: Die meisten Jugendlichen wünschen sich demnach eine Beteiligung über soziale Netzwerke, als direkte Befragung oder in Form von Projektarbeit. Für's klassische Jugendparlament interessierten sich hingegen nur 15,3 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis erbrachte im Februar das Projekt "Pimp your Town", bei dem Jugendliche unter anderem eine Ratssitzung simulierten. Der Antrag auf Einführung eines Jugendparlaments fiel durch.

Unabhängig davon hatte die Ratsgruppe CDU/FDP/RRP schon vor längerem beantragt, Laatzens Senioren mehr Mitsprache einzuräumen. Konkret geht es um einen Sitz im Stadtentwicklungsausschuss. Dies ginge allerdings laut Verwaltung nur auf Kosten des Jupa-Sitzes, da die Kommunalfassung eine Höchstgrenze vorschreibe. "Wir können den Sitz guten Gewissens für den Rest der Wahlperiode austauschen - dann werden die Karten ohnehin neu gemischt", befand FDP-Fraktionschef Gerhard Klaus bei der jüngsten Ratssitzung.

Dem widersprachen SPD, Grüne - und sogar ein Teil der CDU: Der Seniorenbeirat habe schon jetzt - auch ohne Sitz - die Möglichkeit, sich in Sitzungen zu äußern und Anträge zu stellen, sagte SPD-Fraktionschef Ernesto Nebot. Außerdem sei die Generation der ab 60-Jährigen ohnehin schon stark im Rat vertreten. "Wir brauchen nicht zu tun, als ob wir in den Ausschüssen nur Vollidioten hätten, die keine Ahnung vom Leben im Alter haben", sagte Nebot. Andreas Quasten (Grüne) gab zu bedenken, das dreitägige Projekt "Pimp your Town" habe gerade erst für Schwung bei der Jugendbeteiligung gesorgt. Der Zeitpunkt, gerade jetzt den Jupa-Platz aufzugeben, sei schlecht gewählt. Dem stimmte auch Gundhild Fiedler-Dreyer (CDU) zu - gegen das Votum ihrer Fraktion.

Am Ende lehnte der Rat den Antrag mehrheitlich ab. Klaus-Dieter Meyer, Vorsitzender des Seniorenbeirats, missfiel dies naturgemäß. Er betonte unterdessen, er wolle Senioren und Jugendliche nicht gegeneinander ausspielen.

Von Johannes Dorndorf

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