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In der Feldmark gibt's nun Bläulingsbiotop

Ingeln-Oesselse In der Feldmark gibt's nun Bläulingsbiotop

Die Region hat mehrere Weg- und Grabenränder der Oesselser Feldmark zum Geschützen Landschaftsbestandteil (GLB) erklärt. Grund sind die besonderen Vorkommen einer Pflanzen- und Ameisenart, die der vom Aussterben bedrohten Schwarzen Moorbläuling als Lebensgrundlage dienen. Die Landwirte machen mit.

Ingeln-Oesselse. Das Besondere an dem auch als Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling bekannten Schmetterling ist, dass er seine Eier in den Blüten des gleichfalls seltenen Großen Wiesenknopfs ablegt. Diese werden später von einer speziellen Ameisenart in deren Nest geschleppt und mit Nahrung versorgt. Die Raupen des Schwarze Moorbläuling ernährt sich bis zur Verpuppung von den Larven der Roten Kontenameise.

Aufgrund der besonderen Vorkommnisse in der Feldmark nördlich von Oesselse, sollen nun drei Wegstrecken unter Schutz gestellt und als "Bläulingsbiotop" ausgewiesen werden. Die Flächen entlang der Gräben und Wege – allein der Bereich am Oesselser Graben vom Rodelberg bis zum Bach Bruchriede ist fast 900 Meter lang – summieren sich auf insgesamt 3,7 Hektar. Ein kleiner Bereich davon liegt auf Sehnder, der größte Teil auf Laatzener Gebiet.

"Mit der Erklärung eines ,Bläulings-Biotop' können wir den Fortbestand des Schmetterlings zwar alleine nicht garantieren", erläutert Sonja Papenfuß, die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover: "Die Verordnung soll aber den Rahmen für den Schutz der seltenen Insekten bilden, und schädliche Einflüsse auf die Art und ihren Lebensraum verhindern." Langfristig erhofft sich die Region davon eine stabile, sich selbst tragende und ausbreitungsfähige Population des Schwarzen Moorbläulings.

Die Regionsversammlung hatte die Verordnung diese Woche einstimmig beschlossen. Sie tritt mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Im Vorfeld hatte es intensive Gespräche der Regionsverwaltung mit den örtlichen Landwirten gegeben. Letztere begleiten die Maßnahme und verzichten künftig auf Sommermahd, Bodenverdichtung oder der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in dem GLB-Gebiet. Um selbige herum wurde zudem ein fünf Meter breite Schutzstreifen festgelegt. Weil damit ein Ertragsausfall für die Landwirte einhergeht, sollen selbige einen finanziellen Ausgleich erhalten.

Zwar sei über Details noch zu verhandeln, doch in der Grundsache seien sich Landwirte und die Region einig, sagte Heinrich Hennies, Landwirte und Ortsbürgermeister in Ingeln-Oesselse: "Als selbst betroffener Landwirt bin ich glücklich, dass eine Regelung getroffen wurde." Als Bürgermeister jedoch sei er unglücklich, dass auch das Regenrückhaltebecken des Ortes mit unter Schutz gestellt worden ist. Pflegemaßnahmen wie das "auf Stock" setzen des Bewuchses und das Ausbaggern seien jetzt nur noch mit Genehmigung der Region möglich.

Die Stadt Laatzen hingegen äußerte sich zufrieden über die neue Verordnung. Die Stellungnahmen der Stadt seien darin weitestgehend berücksichtigt worden, so Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Das neue 3,7 Hektar große GLB-Gebiet bei Oesselse gehört zum benachbarten Flora-Fauna-Habitat-Gebiet "Bockmerholz, Gaim" und damit zum dem Netz aus zusammenhängenden Schutzgebieten in Europa "Natura 2000".

Von Astrid Köhler

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