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Region will Grüne Welle probeweise abschaffen

Rethen Region will Grüne Welle probeweise abschaffen

Häufiges Rot für Fußgänger und Autofahrer, schmale Absenkungen an den Übergängen - die Verkehrssituation am neuen Rethener Hochbahnsteig stößt auf Kritik. Eine Änderung steht nun in Aussicht: die Abschaffung der Grünen Welle dort.

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Und plötzlich wird es Rot: Wenn die Stadtbahn durch Rethen rollt, sehen Autofahrer und Fußgänger Rot - aus Sicherheitsgründen.

Quelle: Daniel Junker

Rethen. Es ist eine Vielzahl an Interessen, die beim Verkehr an Rethens Marktzentrum zusammenkommen - das wurde am Dienstagabend bei der Sitzung des Rethener Ortsrats, der auch ein Dutzend Bürger beiwohnten, deutlich. Die einen wollen eine Rennstrecke für Autos auf der Hildesheimer Straße verhindern, andere sorgen um unnötige Rotphasen, die durch die Stadtbahn ausgelöst wurde. Um Aufklärung zu schaffen, hatte der Ortsrat zwei Verkehrsexperten der Region Hannover und der Infra, die den Bahnsteigumbau geplant hat, dazugeladen.

Stadtbahn versus Autoverkehr: Viel diskutiert wurde dabei über die Rotphasen für Autofahrer: Wer das Pech hat, mit seinem Auto auf der Hildesheimer Straße zu fahren, während eine Stadtbahn vorbeifährt, kann sich auf einige Wartezeiten einstellen: Wie Martin Vey von der Infra erläuterte, lösen die Stadtbahnen schon teils mehrere hundert Meter vor ihrer Ankunft Rot für alle anderen aus. "Die Stadtbahn soll nicht an jeder Kreuzung warten", begründet Vey die Regelung zunächst für den Querverkehr. Weil die Hildesheimer Straße zu schmal für Abbiegespuren sei, gelte zudem auch für den Geradeausverkehr Rot - wegen der langen Bremswege schon einige Zeit vor Eintreffen der Bahn. Klaus Gervais (Grüne) mutmaßte unterdessen, dass die Stadtbahnen schon beim Halt am Galgenberg durch Überfahren des Haltepunkts absichtlich die Ampeln dahinter blockieren, was Vey zurückwies.

Autos versus Fußgänger: Auf der anderen Seite wünscht der Ortsrat kürzere Rotphasen für Fußgänger - auch wegen der Grünen Welle. "Wir haben uns schon vor Jahren dafür eingesetzt, dass es keine Grüne Welle auf der Hildesheimer Straße gibt", sagte Hannelore Flebbe (CDU): Auf Höhe der Kindertagesstätte komme es etwa immer wieder vor, dass Eltern mit ihren Kindern aus Eile bei Rot über die Fußgängerampel rennen. "Das wollen wir zurückdrehen: Wir brauchen einen Vorrangverkehr für Fußgänger", sagte Flebbe, Autofahrer sollten lieber den Schnellweg nehmen.

Die Änderung soll tatsächlich kommen: So kündigte Gunnar Kelb von der Region Hannover an, dass die Grüne Welle an den Ampeln rund um den Hochbahnsteig ausgesetzt werden soll - zunächst probeweise. Einen Zeitpunkt für die Regelung nannte Kelb nicht.

Mehr Ampeln: Seit dem Umbau sehen Fußgänger allerdings auch aus anderen Gründen häufiger Rot. Denn seit Aufstellung des Hochbahnsteigs gibt es laut Kelb mehr Fahrbahnquerungen und damit erheblich mehr Ampelphasen für Gehwege und Fahrbahnen, sogenannte Signalgruppen. "Früher hatten wir elf solche Signalgruppen, heute sind es 41", sagte Kelb - all dies müsse aufeinander abgestimmt werden.

Stadtbahn versus Fußgänger: Warten müssen Fußgänger allerdings auch bei Einfahrt der Stadtbahn. Sobald die Bahnen anrollen, springen die Fußgängerampeln derzeit automatisch so lange auf Rot um, wie die Bahnen dort halten - auch an der Straße. "Wir wollen verhindern, dass die Leute losrennen und die Gleise queren", sagt Vey - und stellte zugleich eine mögliche Lösung in Aussicht: Da die neuen Gleisübergänge in Rethen jeweils eigene Ampeln haben, könnte zumindest die Blockade des Überwegs über dei Straße freigeschaltet bleiben. "Aber das ist eine Diskussion, die wir mit der Üstra noch führen müssen."

Zu wenig Platz an Überwegen: Für Gehbehinderte und Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrad sind die Fußgängerübergänge seit dem Umbau zum Engpass geworden. So sind die Furten neuerdings zweigeteilt - mit flacher Absenkung für Gehbehinderte und einer Sechs-Zentimeter-Kante für Menschen mit Sehschwäche. "Wenn einer mit einem Kinderwagen und von der anderen Seite jemand im Rollstuhl kommt - und dahinter sind auch noch drei, schaffen die das nicht mehr, dann springt die Ampel um", sagte etwa Zuhörer Matthias Odenthal. Kelb erwiderte, dass Grün lediglich das Zeichen zum Losgehen sei. "Wenn die Ampel auf rot umspringt, passiert Ihnen nichts", die Zeit danach sei ausreichend bemessen. Die Neugestaltung entsprechende der aktuellen DIN-Norm. Unbeantwortet blieb die Frage von Klaus Gervais, warum die Absenkung am Überweg zur Straße Zur Sehlwiese bei ausreichendem Platz nicht breiter angelegt worden seien. Außerdem seien keine Radwege ausgewiesen worden, ergänzte der Grünen-Politiker.

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