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Region zeichnet 41 ehrenamtliche Helfer aus

Rethen/Hannover Region zeichnet 41 ehrenamtliche Helfer aus

Unter dem Titel Engagement im Fokus hat Regionspräsident Hauke Jagau am Freitag 41 ehrenamtlich Tätige im Regionshaus ausgezeichnet. Zu ihnen zählen auch drei Helfer aus Laatzen und zwei aus Pattensen.

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Die Rethenerin Iwona Poloch setzt sich ehrenamtlich als gerichtlich bestellte Betreuerin für ältere Menschen ein.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. „Ohne ehrenamtliches Engagement sähe unsere Gesellschaft anders aus. Das Klima wäre unsozialer“, sagte Jagau bei einer Feierstunde im Regionshaus. Eine der Geehrten ist Iwona Poloch: Die 56-Jährige ist zur Stelle, wenn alte und kranke Menschen ihre Interessen nicht mehr selbst vertreten können. Im Auftrag der Region vertritt sie deren Interessen als gerichtlich bestellte Betreuerin - und fällt für sie die notwendigen Entscheidungen. Oft geht es um Unterstützung bei Fragen zur Wohnung, Behördengängen und Geldangelegenheiten. „Es können aber auch wichtige Entscheidungen für oder gegen eine Operation sein“, sagt sie.

Ursprünglich hatte Poloch Bürokauffrau gelernt. Während der Finanzkrise verlor sie Mitte des vergangenen Jahrzehnts ihren Job. „Ich habe mich danach für einen Pflegeberuf entschieden“, berichtet die Rethenerin, die heute als Altenpflegerin in der Victor’s Residenz arbeitet. „Ich möchte Menschen neben der Pflege auch in anderer Form unterstützen. Und mir fehlte etwas von meinem alten Beruf.“ Vor sechs Jahren bewarb sie sich deshalb bei der Region um eine ehrenamtliche Stelle als gerichtlich bestellte Betreuerin.

Seit 26 Jahren wohnt die gebürtige Polin, die auch fließend Russisch spricht, in Laatzen. Aufgrund ihrer Herkunft kann sie sich über Sprachbarrieren hinweg für die ihr zugeteilten Menschen einsetzen. „Derzeit betreue ich sechs Menschen aus Russland und einen aus Deutschland.“

Einige von ihnen hätten keine Angehörigen, die solche wichtigen Entscheidungen fällen können, bei anderen lebt die Familie zu weit entfernt oder kommt mit der Situation nicht zurecht. „Manchmal dürfen aber selbst Angehörige keine Entscheidungen treffen.“ Denn auch Ehegatten und Kinder dürfen nur mit Vollmachten für ihre Angehörigen eintreten.

Mit den von ihr betreuten Personen steht Poloch in regelmäßigem Kontakt - telefonisch, per E-Mail und persönlich. „Ich hänge an den Leuten und betrachte sie als Familienangehörige“, sagt sie. Die Betreuung ende allerdings, sobald die Fälle zu kompliziert werden. „Dann schaltet die Region einen Berufsbetreuer ein.“

Das Engagement sei auch für Poloch ein Gewinn: „Man lernt sehr viel, es kommen immer neue Gesetze, aktuell zum Beispiel zur Pflegereform.“ Und: „Ich sehe bei Menschen mit Demenz eine Seite, die weit über meinen Pflegeberuf hinausgeht.“

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