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17-Jähriger geht auf große Reise

Rethen 17-Jähriger geht auf große Reise

Der 17-jährige Tim Scheele ist ein sportlicher Jugendlicher. Er spielt seit zehn Jahren beim FC Rethen Fußball und plant jetzt, den 2000 Meter hohen Mount Gingilos auf Kreta zu besteigen. Die besondere Herausforderung: Scheele erkrankte vor 13 Jahren an Typ-I-Diabetes.

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Freuen sich auf die Reise: Chefärztin Olga Kordonouri (von links), Tim Scheele und Diätberaterin Martina Würsig.

Quelle: Krankenhaus Auf der Bult

Laatzen. Seit seiner Erkrankung muss Scheele täglich seinen Zuckerspiegel mithilfe extern zugeführten Insulins regulieren.

Die Bauchspeicheldrüse produziert selbst kein Insulin mehr, wie es bei gesunden Menschen der Fall ist. Früher mussten Typ-I-Diabetiker deshalb mehrfach täglich Insulin spritzen, doch bereits seit einigen Jahren gibt es die Alternative einer Pumpe. Scheele nutzt diese fast von Beginn an. Die Insulinpumpe trägt er immer am Körper und führt sich damit über einen Katheter und eine Injektionsnadel in konstanten Dosen sein benötigtes Insulin zu.

Dennoch erfordert der Diabetes seine konstante Aufmerksamkeit. Mehrfach täglich muss Scheele seinen Blutzucker testen, indem er einen kleinen Tropfen Blut aus seinem Finger auf einen entsprechenden Teststreifen tropft. Denn der Zuckerspiegel sollte so konstant wie möglich gehalten werden. Ist er dauerhaft zu hoch, drohen sogenannte Spätschäden wie Deformationen der Netzhaut, die zur Erblindung führen können, der Ausfall der Nieren oder das Absterben von Nervenzellen an den Beinen, was Amputationen zur Folge haben kann. Sinkt der Zuckerspiegel zu tief, fällt der Diabetiker in ein Koma, das sogar tödlich sein kann.

Scheele ist das bisher einmal passiert. „Ich hatte Schokolade gegessen und musste etwas mehr spritzen als üblich. Da habe ich mich verschätzt“, sagt der 17-Jährige. Beim Inlineskatefahren mit seinen Freunden ist er dann einfach umgekippt und erst im Krankenhaus wieder erwacht. Der Vorfall liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Meist registrieren Diabetiker eine sich ankündigende ­Unterzuckerung allerdings und können dann entsprechend reagieren, zum Beispiel ein Stück Zucker essen.

Obwohl Tim an manchen Tagen von der Krankheit auch mal genervt ist, hat er sich insgesamt doch gut damit arrangiert. „Ich bin froh, dass ich noch so jung war, als ich Diabetes bekommen habe. So bin ich ganz selbstverständlich damit aufgewachsen“, sagt er. Scheele ist in der Ambulanz des Kinder- und Jugendkrankenhauses Auf der Bult in Hannover in regelmäßiger Behandlung.

Chefärztin Olga Kordonouri leitet die Freizeit, die am Montag, 24. August, nach Kreta fliegen wird. Begleitet wird sie von Diätberaterin Martina Würsig. Es nehmen elf Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren aus acht europäischen Ländern sowie aus Brasilien, Indien und Kanada teil, die alle Typ-I-Diabetiker sind. „Ich freue mich auf die Freizeit“, sagt Scheele. Die Besteigung des Berges sei für ihn auch eine Möglichkeit, sich selbst und anderen Diabetikern zu zeigen, dass trotz der Krankheit alle Ziele erreicht werden können.

Von Tobias Lehmann

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