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Quecksilber-Alarm in Rethen

Rethen Quecksilber-Alarm in Rethen

Dutzende Feuerwehrleute sind Mittwochvormittag auf das Gelände der Avacon in Rethen zu einem ABC-Alarm ausgerückt. In einem Prüfraum des Messtechnik-Unternehmens Metegra war giftiges Quecksilber ausgetreten. Der Raum wurde verschlossen, eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht.

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Feuerwehrleute der Dekontaminationseinheit der Feuerwehr Hannover helfen beim Einsatz in Rethen.

Quelle: Lippelt

Laatzen. Bereits am Vorabend hatten Mitarbeiter der auf Messtechnik spezialisierten Firma Metegra bemerkt, dass an einem ihrer vier Prüfstände für Messgeräte - dem letzten mit Quecksilber betriebenen - das giftige Metall ausgetreten war. Die Menge war mit etwa 0,01 Litern gering, wegen der Gefährlichkeit der Substanz verließen die Mitarbeiter den Raum jedoch sofort und verschlossen ihn.

Die Geschäftsführung entschied sich am nächsten Morgen, die Feuerwehr zu alarmieren. Mit neun Fahrzeugen und gut 50 Einsatzkräften rückten die Feuerwehren Rethen und Laatzen kurz nach dem um 8.10 Uhr ausgelösten Alarm mit ihrem Gefahrgutzug zur Peiner Straße aus. Später wurde die Berufsfeuerwehr Hannover mit Fahrzeugen der ABC-Gefahrenabwehr zur Dekontamination der eingesetzten Helfer hinzualarmiert.

„Nach Erkundung durch Einsatzleiter Rene Hahn konnte festgestellt werden, dass Quecksilber auf einer Fläche von etwa fünf Quadratmetern in dem etwa 200 Quadratmeter großen Raum ausgetreten war“, berichtete Feuerwehrsprecher Gerald Senft. Mit Chemikalien-Schutzanzügen ausgestattet, nahmen die Einsatzkräfte des Gefahrgutzugs die Substanz mittels Spritzen, Schwämmen und Bindemittel auf und sammelten es zur Entsorgung in einem Fass. Noch während der Arbeiten - gegen 10 Uhr - wurde das komplette Gebäude wegen möglicher Atemluft-Kontamination geräumt. Die Stadt ließ es anschließend versiegeln. Eine Fachfirma müsse nun beurteilen, unter welchen Voraussetzungen die Firmenräume künftig wieder genutzt werden können.

Für den ABC-Fachberater der Laatzener Feuerwehr, Götz Milkereit, war die unklare Lage zu Beginn des Einsatzes das größte Problem. „Wir wussten am Anfang nicht, wie viel und seit wann das Quecksilber ausgetreten war“ - und auch nicht, wie fein das Metall ausgegast hatte.

Ein Anwohneralarm wurde nicht angeordnet: „Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr, da das Ganze in einem geschlossenen Raum war“, sagte Senft.

Von Torsten Lippelt

Quecksilber

Das aus Fieberthermometer bekannte Schwermetall Quecksilber gibt bereits bei Zimmertemperatur hochgiftige Dämpfe ab. Bei der Aufnahme über den Verdauungstrakt noch vergleichsweise ungefährlich, wirken eingeatmete Dämpfe stark toxisch. Es ist das einzige Metall und neben Brom das einzige Element, das bei Normalbedingungen flüssig ist. ABC-Fachleute der Laatzener Feuerwehr lassen im Zusammenhang mit der Substanz extreme Vorsicht walten. „

Es gast aus und kann sich so im ganzen Raum verteilen“, sagt Feuerwehrsprecher Gerald Senft. Zusätzliche Gefahr könne entstehen, wenn sich die Kügelchen unter den Schuhen festsetzen und das Quecksilber dadurch in andere Räumen verteilt wird. li

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