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Atze schießt sein letztes Tor

Rethen Atze schießt sein letztes Tor

Mit 77 Jahren hat Rethens Fußballer Günther Merk am Sonnabend sein letztes Spiel bestritten - allerdings nur, weil seine rund 20 Jahre jüngeren Mitspieler sich zu alt für den Sport fühlen und ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben.

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Sein letztes Spiel bestreitet Günther Merk (Mitte) gemeinsam mit seinen Söhnen Stefan (links) und Markus, die mittlerweile ebenfalls in der Alten-Herren-Liga spielen.

Quelle: Zerm

Laatzen. „Am liebsten hätte ich noch weitergemacht“, sagt Günther Merk, der von allen Atze genannt wird, voller Wehmut. Doch vor zwei Jahren ließen ihn seine Mitstreiter der Alt-Herren und Alt-Alt-Kicker des FC Rethen buchstäblich allein auf dem Platz stehen und gingen aus Altersgründen in den fußballerischen Ruhestand. Traurig war darüber nur einer: Atze.

Denn der heute 77-Jährige ist fit und liebt das Fußballspielen. „In der jetzigen Alt-Herren-Mannschaft sind aber alle Spieler im Alter meiner Söhne“, sagt das Rethener Urgestein. „Das wäre schon ein bisschen komisch, dort mitzumischen.“ Daher hat der ehemalige Elektriker schweren Herzens den Kampf um Tore und Punkte an den Nagel gehängt.

Seine fußballerische Laufbahn begann Merk im Alter von zehn Jahren beim FC Rethen - und ist dem Verein bis heute treu geblieben, selbst als damals einmal der wesentlich größere SV Arminia Hannover um den jungen Nachwuchsfußballer warb. „Mein Vater hat mir angeboten, mich immer zum Training nach Hannover zu bringen“, sagt Merk. „Aber ich habe nur geheult und gejammert, weil ich beim FC Rethen bleiben wollte.“ Seitdem hält Atze Merk seinem Verein die Treue und hat für den FC Rethen bereits mehrere Tausend Spiele bestritten.

Mit der Ersten Herren ist er 1961/62 Meister der 1. Kreisklasse geworden und war dabei, als der FC Rethen erstmals den Sprung in die Bezirksklasse schaffte. Klein, flink und schnell spielte Merk lange auf der Position des Mittelstürmers und schoss für seinen Verein etliche Tore. Erst mit etwa 60 Jahren wechselte er in die Abwehr. „Da muss man weniger laufen.“

Bis vor zwei Jahren trat Merk sogar gleich in zwei Mannschaften des FC Rethen an: in der Alt-Alt-Klasse (ab 40 Jahren) und der Alt-Herren (ab 32-Jahren).

„Atze ist eine echte Ausnahmeerscheinung“, sagt FC-Präsident Jürgen Osiewacz. „Er war in allen Mannschaften ein wertvoller Spieler - und ein echter Kumpel.“

Um ihm den Abschied vom Fußball zu versüßen, haben seine ehemaligen Mitstreiter Uwe Mann und Enver Ferezi ein Spiel für Atze Merk organisiert, zu dem zahlreiche Gäste kamen. Am Sonnabend stand der 77-Jährige somit wieder gemeinsam mit seinen früheren Mitspielern auf dem Platz. Und schoss – wie könnte es anders sein – das entscheidende Tor, das seine Mannschaft in Führung brachte. An Atze Merks Seite dribbelten und flankten auch seine zwei Söhne Stefan (49) und Markus (42), die mittlerweile auch in der Alt-Herren-Klasse spielen. Bei dem Spiel, in dem die älteren Alt-Alt-Kicker um Atze Merk gegen die jüngeren Alt-Alt-Kicker antraten, gewann das Team um Atze Merk mit 4:2.

Von Stephanie Zerm

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