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"Kein Tag ist so schwierig wie Heiligabend"

Laatzen "Kein Tag ist so schwierig wie Heiligabend"

Wenn andere mit ihrer Familie besinnliche Stunden am Weihnachtsbaum verbringen, müssen sie arbeiten. Altenpfleger, Rettungsassistenten und Polizeibeamte kümmern sich um andere Menschen, sorgen für Sicherheit und retten bei Bedarf Leben.

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Zuhören und einfach nur Dasein ist wichtig: Altenpflegerin Tanja Hepke kümmert sich um Bewohnerin Ingeburg Goemann.

Quelle: Zerm

Laatzen. "Alle Geschenke sind bereits verpackt und der Baum steht auch schon", sagt Tanja Hepke. Denn für Weihnachtsvorbereitungen hat die 43-Jährige am 24. Dezember keine Zeit mehr. Von 6.30 bis 14 Uhr kümmert sich die Altenpflegerin in Victor's Residenz Margarethenhof um demenziell erkrankte Bewohner. Wenn andere sich auf das Fest einstimmen, wechselt sie Verbände, verabreicht Spritzen, hilft beim Anziehen und Aufstehen.

"Von unseren insgesamt 162 Mitarbeitern arbeiten an den Weihnachtsfeiertagen 42 im Schichtbetrieb", sagt Direktor Adrian Grandt. Das sind mehr als an normalen Wochenenden. "Denn keine anderen Tage sind bei uns so schwierig wie die Weihnachtstage." Vor allem am Heiligabend komme es bei vielen Bewohnern zu Trauer und Depression. "Weihnachten ist ein sehr emotional besetztes Fest, bei dem die Familie im Mittelpunkt steht", sagt Grandt. Viele der Bewohner seien jedoch allein und litten darunter am Fest der Liebe ganz besonders.

Um sie aufzufangen, arbeiten Heiligabend und an den Feiertagen fünf zusätzliche Betreuungskräfte und vier Sozialpädagogen in Victor's Residenz. Letztere bieten Beschäftigungsmöglichkeiten mit therapeutischem Hintergrund an. "Wir unterhalten uns etwa über die Weihnachtsfeste, die unsere Bewohner früher gefeiert haben", sagt Sozialpädagoge Daniel Görlich. Die Arbeit an Weihnachten gehört für den 37-Jährigen dazu. Ebenso wie für Altenpflegerin Tanja Hepke. "Gerade auch an den Weihnachtstagen bin ich gerne für die älteren Menschen da", sagt die Laatzenerin.

Bei Bedarf retten sie Weihnachten Leben

Wenn es drauf ankommt, werden Christian Wolter und Hauke Forberich Weihnachten zu Lebensrettern. Wenn nicht, essen die Rettungsassistenten im Gemeinschaftsraum der DRK-Rettungswache in Alt-Laatzen Ente. Gemeinsam mit fünf weiteren Rettungsassistenten und einem Arzt hat der 29-Jährige Heiligabend von 19 Uhr abends bis 7 Uhr am nächsten Morgen Dienst. Wenn immer jemand in Laatzen die 112 wählt, rücken sie aus. "Heiligabend ist für uns eine ganz normale Schicht", sagt Christian Wolter.

Heiligabend geht es früh ins Bett

Am ersten Feiertag muss Polizeibeamtin Femke Schuirmann bereits um 6 Uhr morgens zum Frühdienst auf der Wache an der Marktstraße sein. Heiligabend arbeitet sie mit mehreren anderen Kollegen von 13 bis 21 Uhr, danach geht es für sie gleich ins Bett. Immerhin: "Größere Einsätze sind Weihnachten eher unwahrscheinlich", sagt Dienststellenleiter Uwe Wollburg. Kleinere Streitereien seien jedoch nicht auszuschließen.

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Von Stephanie Zerm

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