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Retter lassen Mann nach Herzinfarkt warten

Laatzen Retter lassen Mann nach Herzinfarkt warten

Ein 67-jähriger Mann, der am Dienstagmorgen im Alt-Laatzener Tante-Emma-Laden mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen ist, blieb offenbar eine halbe Stunde lang unversorgt. Die Region weist die Vorwürfe zurück.

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Mehr als 30 Minuten hat es gedauert, bis Rettungssanitäter bei einem Patienten waren, der einen Herzinfarkt im "Tante Emma"-Laden in Alt-Laatzen erlitten hatte. 

Quelle: Junker

Alt-Laatzen. Der Betreiber des Ladens gibt an, zweimal den Notruf 112 angerufen zu haben. Dennoch habe es mehr als 30 Minuten gedauert, bis der erforderliche Notarzt eintraf.

Die für den Rettungsdienst im Umland Hannovers zuständige Region erklärte den Fall am Donnerstag damit, dass zunächst gar kein Notarzt, sondern nur ein Rettungswagen gerufen worden sei. „Die Disponenten in der Leitstelle können nur nach dem handeln, was am Telefon geschildert wird. Sie haben ja keine Kamera vor Ort“, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz. Innerhalb der vorgeschriebenen Zeit von 15 Minuten sei der Rettungswagen in Alt-Laatzen gewesen. Dessen Besatzung habe dann die ärztliche Hilfe gerufen, die ebenfalls „innerhalb der normalen Zeit“ eintraf. Nach Informationen der Region wurden „alle Fristen absolut eingehalten“.

Den indirekten Vorwurf, er habe womöglich nicht den richtigen Notruf abgesetzt, weist der Ladeninhaber von sich. Der 67-Jährige sei nach dem Zusammenbruch „kaum mehr ansprechbar“ gewesen. Das habe er der Leitstelle auch mitgeteilt und wörtlich auf den „Verdacht eines Schlaganfalls“ hingewiesen. Wie sich erst später herausstellte, hatte der Mann einen Herzinfarkt. Als nach etwa 15 Minuten noch keine Hilfe da war, habe er erneut angerufen, so der Händler. Bei der Leitstelle habe man ihm erklärt, in Laatzen sei gerade kein Rettungswagen verfügbar, deshalb komme einer aus Pattensen. Dessen Besatzung habe dann nicht mehr tun können, als den 67-Jährigen auf einen Stuhl zu heben, Blutdruck zu messen - und den Notarzt zu rufen, so der Händler.

Region will alle Fragen beantworten

Warum am Dienstagmorgen kein Rettungswagen in Laatzen verfügbar war, obwohl die DRK-Leitstelle an der Nürnberger Straße nur wenige Autominuten vom Tante-Emma-Laden entfernt liegt, konnte die Region bisher nicht beantworten. Ihrem Informationsstand nach war es noch nicht einmal nachzuvollziehen, ob tatsächlich ein Wagen aus Pattensen gerufen wurde. Auch ob an dem Tag verstärkt Einsätze gefahren werden mussten – es war der Beginn der aktuellen Hitzeperiode – war bislang nicht zu erfahren. Die Region werde alle noch offenen Fragen beantworten, sagte Sprecherin Kreutz. Das könne aber „drei bis vier Tage“ dauern.

Danach gefragt, wie ein Notarzt in der Regel gerufen wird, sagte der Rettungsdienstbezirksleiter vom Deutschen Roten Kreuz, Peter Jörgensen: Die Leitstelle alarmiere den Notarzt, der den Einsatzort am schnellsten erreichen kann. In der Region gibt es elf Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) – fünf davon in der Landeshauptstadt. Jedes ist einem bestimmten Gebiet zugeordnet. Für die Stadt Laatzen sei das „NEF Laatzen“ zuständig, für Hemmingen-Westerfeld das am hannoverschen Krankenhaus Siloah in Linden-Süd stationierte „NEF 4“. Sobald das eine im Einsatz ist, alarmiere die Leitstelle das nächstgelegene und verfügbare Fahrzeug. So kann es auch vorkommen, dass ein Notarztwagen aus Lehrte oder von der Neuen Bult zum Einsatz in Laatzen kommt.

Mitunter springen auch Rettungshubschrauber ein. „Es wird immer das nächstgelegene geeignete Rettungsmittel alarmiert“, erklärt Michael Hinz, Sprecher der Stadtfeuerwehr Hannover. Das komme auch immer wieder vor. In städtischen Gebieten setze der Pilot den Notarzt am Ortsrand ab. „Er wird dann von der Polizei oder einem Rettungswagen zum Einsatzort gefahren.“

Als Richtschnur für Einsätze gilt: Innerhalb von 15 Minuten muss das sogenannte Rettungsmittel, also ein Rettungswagen oder Notarzt, am Einsatzort sein – und zwar in 95 Prozent der Fälle, wie Regionssprecherin Kreutz betont.

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