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Ringelnattern leben wieder in der Leinemasch

Laatzen Ringelnattern leben wieder in der Leinemasch

Die Ringelnatter ist zurück. Jagdpächter Siegfried-Karl Gudat hat nach langer Zeit die heimischen Schlangen nahe einer Wasserstelle entdeckt – samt der abgestreiften Haut, dem Natterhemd. Eine freudige Überraschung, wie auch Nabu-Experte Lutz Paral aus Neustadt feststellt.

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Die Hüllen fallen gelassen: Der Feld- und Forsthüter Siegfried-Karl Guder hält drei abgestreifte Natternhäute in der Hand, die er in der Leinemasch gefunden hat.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Diese Entdeckung hat den Jagdpächter Siegfried-Karl Guder sehr gefreut: Nach gefühlten Jahrzehnten hat der 69-Jährige vor Kurzem wieder zwei Ringelnattern sowie deren abgestreifte Häute, die sogenannten Natternhemden, in der Leinemasch entdeckt – in der Nähe einer Wasserstelle. „Ist lange her, dass ich das gesehen habe. Das war in den Sechzigerjahren“, erklärte Guder. Mit seinem Smartphone hielt er den Moment fest, in dem eine Ringelnatter wenige Meter vor ihm vom Uferbereich weg ins Wasser glitt. Auch hob er die bis zu 80 Zentimeter langen Natternhemden auf. Nattern häuten sich in Gänze und mit der kompletten Kopfhaut. Die heimische Schlange ist ungiftig, steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten und damit unter besonderem Schutz, betont Lutz Paral vom Nabu-Neustadt und dem Fachbereich Reptilien und Amphibien des Nabu-Regionalverbandes Hannover.

Die Wiederentdeckung von Ringelnattern in der Laatzener Leinemasch freut auch den Neustädter Nabu-Experte Lutz Paral. Die Populationen schwankten jedes Jahr und seien abhängig vom Nahrungsangebot und dem Lebensraum, so Paral: „Besonders schlecht sind trockene Jahre, denn Ringelnattern fressen Amphibien und was sonst noch so im Wasser kreucht.“

Gerade junge Tiere seien daher ans Wasser gebunden. Ausgewachsene Nattern ab einer Länge von 80 Zentimetern hingegen könnten auch weiter abseits angetroffen werden: zum Beispiel in Gärten. Gut kann sich Paral erinnern, wie ihn ein besorgter Grundstücksbesitzer nahe Neustadt um Hilfe bat, nachdem er eine Ringelnatter in seinem Garten mit Komposthaufen und Teich fand. „Das sind Idealbedingungen für schwangere Ringelnattern, da sie ihre Eier vom Kompost ausbrüten lassen und der Teich als Nahrungsgrundlage dient“, sagte Paral. Der Gartenbesitzer ließ sich beruhigen. „Die Ringelnatter durfte bleiben, und es wurden im Spätsommer auch ein paar junge Schlangen am Teich gesichtet.“

Die bis zu zwei Meter langen Tiere - das Gros ist etwa einen Meter lang - sind für Menschen völlig ungefährlich und gelten auch untereinander als friedfertig. Dem alten Volksglauben nach sind Ringelnattern Glück- und Segensbringer, die kleine Kinder bewachen sowie Haus und Vieh schützen. In diesem und im Sinne des Artenschutzes rät der Nabu-Experte eindringlich: „Wer Ringelnattern sieht, sollte sie einfach in Ruhe lassen.“

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