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Rot-Grün will Ratsbündnis fortführen

Laatzen Rot-Grün will Ratsbündnis fortführen

Setzen SPD, Grüne und Linke ihr Mehrheitsbündnis im Rat fort? Am Tag nach der Kommunalwahl setzen SPD und Grüne deutliche Signale in Richtung der Linken. Rechnerisch wären allerdings auch andere Konstellationen denkbar.

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Der Fukushima-Effekt von 2011 ist Vergangenheit: Die Grünen verlieren einen Sitz im Rat, können aber wohl ihr Bündnis mit der SPD fortsetzen.x

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Umständliches Taktieren ließen die beiden Bündnispartner am Montag aus – zu groß war wohl die Erleichterung darüber, dass es – trotz der Sitzverluste – wieder einmal für eine Mehrheitsbildung geklappt hat. „Grundsätzlich wäre der Wunsch der SPD, die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir in den letzten Jahren hatten, fortzuführen“, sagte Ortsvereinsvorsitzende Luisa Oyen unmissverständlich. Auch Mathias Krüger, Co-Chef des Grünen-Ortsverbands Laatzen, macht aus seinen Sympathien keinen Hehl. „Prinzipiell können wir mit allen Parteien, die in Laatzen angetreten sind, sprechen. Nichtsdestotrotz fühlen wir uns da, wo wir in den letzten fünf Jahren gewesen sind, ganz gut aufgehoben“, sagt Krüger.

Die naheliegende Lösung wäre ein erneutes Zusammengehen mit den von einem auf zwei Sitze erstarkten Linken. Die halten sich allerdings noch bedeckt: „Ich denke, wir müssen in Verhandlungen treten – die Linke will sich nicht unter Wert verkaufen“, sagt die Vorsitzende Jessica Kaußen, die neuerdings dem Rat der Stadt angehört. Die Partei wolle noch eine Bilanz über die bisherige Kooperation ziehen – und eine mögliche Entscheidung mit der Basis abstimmen.

Theoretisch denkbar wäre für Rot-Grün auch ein Bündnis mit FDP oder GFW. Tatsächlich hatte FDP-Fraktionschef Gerhard Klaus unlängst Avancen in Richtung der SPD gemacht. „Wie sich Mehrheiten finden, kann man noch nicht sagen“, sagt allerdings FDP-Stadtverbandsvorsitzende Dirk Weissleder. Und auch Michael Kleen (GFW) äußert sich vorsichtig: „Wir werden erstmal mit allen sprechen – es wäre Blödsinn, wenn wir uns zu diesem Zeitpunkt festlegen würden.“ Die Wählergemeinschaft ist aufgrund ihrer personellen Konstellation in einer pikanten Lage: Kleen als Ex-CDU-Ratsherr ist bei seiner ehemaligen Partei wenig gelitten, Fraktionskollege Uwe Faull, ehemals RRP, ist hingegen (noch) Mitglied der CDU/FDP-Ratsgruppe ist.

Als Wahlsieger fühlen dürfen sich unterdessen (fast) alle: Die FDP hat mit drei Mandaten wieder zur Stärke von 2011 zurückgefunden und ist neuerdings in zwei von vier Ortsräten vertreten. Die GFW schafft es aus dem Stand auf zwei Sitze (Kleen: „ein Superergebnis“), die CDU legt um einen auf 14 Sitze zu. Auch wenn es zur eigenen Mehrheit nicht gereicht hat: „Die Freude überwiegt“, sagt Stadtverbandschef Christoph Dreyer. „Wir sind an Ständen oft mit den Worten angesprochen worden ,Ich wähle keine CDU mehr wegen Frau Merkel‘“, berichtet Dreyer. Das Ergebnis zeige, dass die Laatzener CDU sich diesem Trend widersetzen konnte.

Stimmen verloren haben neben der SPD nur die Grünen, die nach dem Fukushima-Hoch vor vier Jahren noch ein Mandat mehr hatten. „Insgesamt sind wir zufrieden“, sagt der Ortsvereinsvorsitzende Mathias Krüger. Vor dem Fukushima-Hoch 2011 habe die Partei schließlich nur drei Sitze im Rat gehabt.
n Höhere Wahlbeteiligung: Eine für alle Parteien erfreuliche Entwicklung ist der Anstieg der Wahlbeteiligung. Sie lag bei der Wahl zum Rat stadtweit bei 52,9 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren waren es 49,6 Prozent.

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Die SPD verfolgt die Stimmenauszählung der Kommunalwahl im Restaurant Amano – und freut sich, dass sie stärkste Fraktion im Rat bleibt.

Quelle: Astrid Köhler
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