Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
"Warum nicht eine Luftbrücke nach Jordanien?"

Alt-Laatzen/Hiddestorf "Warum nicht eine Luftbrücke nach Jordanien?"

Für Laatzen bedeuten die rückläufigen Flüchtlingszahlen eine Atempause – aber die Krise ist längst nicht vorbei. Der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch hat jetzt in einem Vortrag in Alt-Laatzen gemahnt, die Hilfe vor Ort nicht aus den Augen zu verlieren.

Voriger Artikel
McCallin und Muschal treten für die SPD an
Nächster Artikel
Fotojournalist erzählt von Eurasien-Motorradtour

Die Flüchtlingskrise aus Sicht eine Bundespolitikers trägt Matthias Miersch beim Christlichen Seniorenbund Immanuel vor.

Quelle: Dorndorf

Alt-Laatzen. „Klotzen, nicht kleckern“ – das ist eine der Forderungen, die Miersch am Donnerstag beim Christlichen Seniorenbund Immanuel vorbrachte. Bund und Länder müssten Geld in die Hand nehmen, um die Herausforderungen der Flüchtlingskrise zu bewältigen – bei Sprachkursen, beim Thema Wohnraum, aber auch für die Hilfe in den Herkunftsländern und deren Nachbarn. Zur Sprache kamen unter anderem folgende Themen:
n Die Probleme bleiben: „Das, was bisher als weit weg galt, kommt plötzlich ganz nah heran. Überall machen sich die Menschen auf den Weg, weil sie dort, wo sie leben, nicht mehr leben können“, meint Miersch. Das gelte nicht nur für Afrika, auch Länder wie Bangladesch oder Guatemala seien etwa vom Klimawandel gefährdet – mit vielen Betroffenen.

Deutschland hilft zu wenig vor Ort: Die Flüchtlingsströme sind nicht neu, aber (nicht nur) die deutsche Politik habe es jahrelang versäumt, den Staaten vor Ort zu helfen. Ein Beispiel sei Jordanien, ein armes Land, das Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat. „Aber was haben wir gemacht: Wir haben Jordanien allein gelassen“, das UNHCR habe die Hilfe sogar gekürzt. „Warum haben wir keine Luftbrücke zwischen Wunstorf und Amman und organisieren Lebensmittel?“, fragt Miersch.

Ängsten begegnen: „Was hier im Wahlkreis an ehrenamtlichen Engagement geleistet wird, macht mir eine Gänsehaut“, sagt Miersch. Zugleich höre er aber auch viele kritische Stimmen, bei denen Ängste zum Ausdruck kommen.„Beide Gruppen kommen nie gemeinsam zu Veranstaltungen wie dieser.“ Dabei sei es entscheidend, miteinander zu reden.

Wohnungsnot: Miersch warnt davor, die Interessen von Menschen mit wenig Einkommen und denen der Flüchtlinge gegeneinander auszuspielen – etwa beim Thema Wohnen. „Wir werden die Konflikte nicht lösen, wenn Konkurrenz beim sozialen Wohnraum entsteht.“ In Deutschland sei der Sozialwohnungsbau über „Jahre hinweg ein Fremdwort“ gewesen – ein Fehler.

Zuwanderungspolitik: Von der Bundesregierung vermisst der SPD-Bundestagabgeordnete das Bekenntnis, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Dabei brauche Deutschland jährlich eine Zuwanderung von 300 000 Menschen. Klar sei aber auch, dass längst nicht alle Flüchtlinge die nötigen Qualifikationen mitbringen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6so7eyx5pee134syb11u
Nikolaus kommt zum lebendigen Adventskalender

Fotostrecke Laatzen: Nikolaus kommt zum lebendigen Adventskalender