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Bekommt Laatzen drei Fahrradstraßen?

Laatzen Bekommt Laatzen drei Fahrradstraßen?

Bekommen Radfahrer in Laatzen bald streckenweise Vorrang gegenüber Autofahrern? Die Ratsgruppe SPD, Grüne und GLuP hat einen Dreistufenplan mit 18 Vorschlägen für eine Verbesserung der Laatzener Radwege vorgelegt. Dazu zählt auch die Ausweisung von drei Fahrradstraßen.

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Die Alte Rathausstraße in Alt-Laatzen soll zur Fahrradstraße werden - so schlagen es zumindest SPD, Grüne und GLuP vor.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. In Hannover sind Fahrradstraßen bereits Bestandteil des Verkehrswegemixes: An einem Dutzend Straßen – unter anderem der Langen Laube und der Wiehbergstraße – haben Fahrradfahrer Vorrang gegenüber Autofahrern. Dort herrscht Tempo 30, Fahrradfahrer dürfen nebeneinander fahren und Autofahrer müssen ihr Tempo so drosseln, dass sie Fahrradfahrer nicht gefährden. Die Mehrheitsgruppe im Laatzener Rat will dies nun auch diesseits der Stadtgrenze einführen.

Die Ausweisung von Fahrradstraßen ist auffälligster Bestandteil eines Drei-Stufen-Plans, den SPD, Grüne und GLuP für das gesamte Stadtgebiet ausgearbeitet haben. Drei Abschnitte für solche Fahrradstraßen sind vorgesehen. Der erste reicht von der Ecke Alte Rathausstraße/Hildesheimer Straße quer durch Alt-Laatzen bis zur Grasdorfer Ohestraße, ein weiterer vom Langen Brink/Ecke Hildesheimer bis zum Grasdorfer Seniorenheim Leinetal. Die dritte Trasse umfasst die komplette Braunschweiger Straße und führt bis zur Triftstraße/Ecke Osterstraße in Gleidingen.

Die Fahrradstraßen sollen für Autos allerdings weiterhin offen sein, ergänzt Grünen-Ratsherr Gerd Apportin. „Wir wollen die Autos ja nicht abschaffen.“ Wegen des relativ hohen Aufwands stuft die Ratsgruppe sie unter die langfristigen Projekte ein, Apportin nennt einen Zeithorizont von drei bis sechs Jahren.

Unter dem Motto „Laatzen wird fahrradfreundlicher“ git es auch noch eine ganze Reihe weiterer Vorschläge, die SPD, Grüne und GLuP per Antrag in den Rat einbringen. Erarbeitet wurden sie gemeinsam mit dem Fahrradclub ADFC. „Laatzen ist in den 70er-Jahren vor allem als Auto-Stadt geplant worden“, begründet Grünen-Ratsherr Gerd Apportin den Antrag. „Das Fahrrad als Verkehrsmittel ist seitdem immer wichtiger geworden. Insbesondere das vermehrte Aufkommen von E-Bikes zieht eine größere Nutzung des Verkehrsraums nach sich.“

Die insgesamt 18 Vorschläge lassen sich in drei Stufen umsetzen, erläutert Karl-Peter Hellemann (SPD). Die erste Stufe umfasst schnelle und preiswerte Lösungen. Die zweite sei aufwendiger und teurer, die dritte sei langfristig zu begreifen – sie beinhaltet drei Vorschläge für Fahrradstraße.

Vorschläge der Stufe 1 sind:

  • Optimierte Ampelschaltungen: Einige Ampelschaltungen an der Hildesheimer Straße müssen verbessert werden: Radfahrer, die die Kronsbergstraße überqueren wollen, müssen fast immer warten, weil eine der beiden Ampeln auf rot steht. Ebenfalls ärgerlich: Wer mit dem Fahrrad die Hildesheimer auf Höhe von Würzburger Straße/Langer Brink kreuzen will, muss lange warten – vermutlich wegen Kontaktschleifen, die nicht auf Fahrräder reagieren.
  • Radweg an der Wülferoder Straße: Vier Fahrspuren breit ist die Wülferoder Straße in Laatzen-Mitte auf ihrer östlichen Seite – und doch reicht es nicht für einen eigenen Fahrradweg in Richtung Erich-Panitz-Straße. „Hier ließe sich ohne großen Aufwand ein Radweg auf der Fahrbahn markieren“, heißt es in der Vorschlagsliste. Eine der Auto-Fahrspuren solle entsprechend umgewidmet werden. „Dadurch wird gerade für Schülerinnen der
Albert-Einstein-Schule der Schulweg sicherer.“
  • Tempo 30 am Leine-Center: Eine solche Zone soll Robert-Koch-, Albert-Schweitzer-, Domagk- und Flemingstraße umfassen.
  • Einbahnstraße freigeben: Der Alt-Laatzener Kapellenbrink soll für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben werden.
  • Blasse Radwegmarkierung: Die bestehende Markierung entlang der Hildesheimer Straße auf Höhe der B-443-Brücke ist zu blass und soll erneuert werden.
  • Vorfahrt für Radfahrer: Auf der Erich-Panitz-Straße müssen Radfahrer auf Höhe der Lüneburger Straße Rechtsabbieger passieren lassen. Dies soll sich ändern, fordert Rot-Grün-GLuP.

 Aufwendiger zu realisieren sind Vorschläge der Stufe 2:

  • Abbiegespur Erich-Panitz-Straße: Radfahrer, die von der Erich-Panitz-Straße (Fahrtrichtung Süden) in die Robert-Koch-Straße abbiegen wollen, sollen künftig vom Radweg auf die Fahrbahn wechseln und sich dort auf eine Linksabbiegerspur einordnen können.
  • Weniger Zickzack an der Hildesheimer: Kaum zu glauben, dass Planer diese Verkehrsführung einmal ernsthaft so vorgesehen haben: Der Radweg an der Hildesheimer Straße in Alt-Laatzen führt mitunter im Zickzack um Parkbuchten herum. „Der Radweg macht hier so enge Kurven, dass viele Radfahrer abbremsen müssen, auch Konflikte mit Fußgängern können entstehen“, meint denn auch die Ratsgruppe SPD/Grüne/GLuP. Die Lösung: Durch Verzicht auf die erste Parkbucht ließe sich die Verschwenkung entschärfen.
  • Schutzstreifen für Radfahrer an der Hildesheimer: Fahrradfahrer dürfen unter der Bahnbrücke an der Hildesheimer Straße zwischen den Einmündungen Neuer Schlag und Ahornstraße in Grasdorf zwar den Fußgängerweg nutzen. „Die Unterquerung ist aber extrem eng“, finden SPD, Grüne und GLuP. Die Ratsgruppe fordert deshalb, einen Schutzstreifen für Fahrräder auf der Fahrbahn zu markieren. „Die Aufspaltung des Fahrzeugverkehrs von einer auf zwei Spuren ist an dieser Stelle nicht erforderlich, da er ohnehin wenig später wieder endet.“
  • Tempo 30 auf der Würzburger: Die Tempobegrenzung wird schon lange gefordert – jetzt wieder.
  • Durchfahrt an den Arkaden: Der Durchgang zwischen Pettenkoferstraße und Parkplatz der Laatzen-Arkaden (Höhe Lidl) ist von einem Pkw-Stellplatz blockiert. Forderung: Parkplatz weg, Bordstein absenken.
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Von Johannes Dorndorf

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