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Biberschwanz-Ziegel schützen Pfarrhausesfassade

Grasdorf Biberschwanz-Ziegel schützen Pfarrhausesfassade

Schlussspurt bei der Pfarrhaussanierung von St. Marien: Noch diesen Monat soll die Westfassade des denkmalgeschützten Gebäudes in Grasdorf fertig werden. Wer genau hinschaut, sieht nicht nur die neue Verkleidung mit roten "Biberschwanz-Ziegeln" sondern auch: Das Haus ist etwas breiter geworden.

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Sanierung des Pfarrhauses St. Marien: Im Zuge der Arbeiten an der Westfassade, bei der morsches Holz und asbesthaltige Platten entfernt und eine Wärmedämmung aufgebracht worden sind, ist das Pfarrhaus auch um etwa 12 Zentimeter breiter geworden.

Quelle: Astrid Köhler

Grasdorf. Wegen der neu aufgebrachten Wärmedämmung musste der Dachüberstand um etwa zwölf Zentimeter verlängert werden. Andernfalls hätten Wand und Dach bündig abgeschlossen, erklärt der die Maßnahme begleitende Architekt Jürgen Steindorf vom Amt für Bau und Kunstpflege Hannover. In Grasdorf wurden "zwei Fliegen mit einer Klappe" geschlagen, wie Steindorf sagt, denn an der verkleideten Hauptwetterseite des Gebäudes gab es neben der einzig möglichen für eine Wärmedämmung noch aus anderem Grund Handlungsbedarf: Im unteren Bereich war das Holz morsch, der obere Bereich der Fassade war noch mit Asbestplatten aus den Fünfziger Jahren abgedeckt.

Neben vielen zerstörten Gebäude in Grasdorf in der Bombennacht des Zweiten Weltkriegs vom 22. zum 23. September war auch das Pfarrhaus durch eine schwere Sprengbombe stark beschädigt worden. An sieben Stellen habe es im Vorderhaus gebrannt, zitiert der Grasdorfer Ortshistoriker und Auto Helmut Flohr in seinem Buch "St. Marien" den damaligen Pastor Schaaf. Während das Hinterhaus von der Mitte an mit dem Konfirmandensaal völlig abbrannte, habe das Wohnhaus gerettet werden können.

Die Folgen dieser Kriegsnacht, bei der ein Teil des unteren Raumes ausbrannte und abgestützt werden musste, sind baulich noch immer zu erkennen. "Wir haben im Wohnzimmer noch eine leichte Schräge", erzählt Pastor Straeck. Auch die bei der Sanierung gefundenen schwarzen Fachwerkbalken – "keine tragenden" – sind Zeugen dieser Kriegsnacht.

Für den neuen, einheitlichen Fassadenschutz an der Westseite wurden rote Biberschwanz-Ziegel gewählt. Diese sind nach unten leicht abgerundete Ziegel. Steindorf beziffert die Kosten für die aktuelle Maßnahme mit rund 30.000 Euro.

Zuzüglich der seit 2013 an den übrigen drei Hausseiten durchgeführten Ausbesserungen und dem neuen Anstrich wurden so insgesamt rund 45.000 Euro in Grasdorf investiert. "Das Pfarrhaus sei auf einem sehr guten Stand, was die die Ausstattung und Baupflege angeht", so Steindorf am Mittwoch. Die aktuellen Arbeiten in Grasdorf sollten "in 14 Tagen" beendet sein.

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Vor der Sanierung des Pfarrhauses von St. Marien in Grasdorf war die Westfassade im oberen Bereich mit Asbestplatten und im unteren Bereich mit Holzelementen verkleidet.

Quelle: Dorndorf (Archiv)

Von Astrid Köhler

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