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Grundschüler interviewen Zeitzeugen

Laatzen Grundschüler interviewen Zeitzeugen

Konnte man im Krieg zur Schule gehen? Wo konnte man spielen? Und gab es damals Süßigkeiten? Diese und andere Fragen stellten Viertklässler der Grundschule Grasdorf mehreren Zeitzeugen. Die Antworten hielten sie in einem Film fest.

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Der Göttinger Filmemacher Herbert Dohlen (links) erklärt Amelie (9) die richtigen Kameraeinstellungen, während Interviewpartner Helmut Flohr schon bereit steht.

Quelle: Zerm

Grasdorf. „Als ich 1944 eingeschult werden sollte, war die Schule in Grasdorf kaputt“, berichtet die 77-jährige Elli Battermann. „Sie wurde am 13. September 1943 während des großen Bombenangriffs auf Grasdorf zerstört. Daher wurde ich im Clubzimmer der Mühlenschenke eingeschult.“
Die neunjährige Amelie guckt ungläubig und fragt: „Und wie war das für dich?“
In einem bislang einmaligen Projekt haben 14 Viertklässler der Grundschule Grasdorf sich mit der Kriegs- und Nachkriegszeit im Ort beschäftigt. Dazu befragten sie vor laufender Kamera Zeitzeugen. Aus den Fragen und Antworten soll ein Film gemacht werden, der später als Unterrichtsmaterial auch anderen Grundschulen in Laatzen zur Verfügung gestellt werden soll.
Die Idee für das Projekt stammt von Dorit Battermann von der Stiftung Grasdorf an der Leine, die in Kooperation mit der Grundschule Grasdorf und dem Verein Jukus Träger des Projekts ist. „Zu lesen gibt es aus dieser Zeit schon genug“, sagt Battermann. Ein Film mit Zeitzeugen-Interviews fehle bislang jedoch noch.
Elf Männer und Frauen, die ihre Kindheit und Jugend in Grasdorf verbracht hatten, standen den Jungen und Mädchen, die sich freiwillig für das Projekt gemeldet hatten, am Sonnabend und Sonntag Rede und Antwort. Gedreht wurde in der Schule, auf der Leine-Brücke und im Café am Südtor. Der älteste Interviewpartner war 87 Jahre alt, der jüngste 75.
Elli Battermann und Erika Kolster erzählten vom Schulalltag während der Kriegsjahre, von den Backtagen, an denen alle Grasdorfer ihre Kuchen zum Backen in die Bäckerei brachten – denn viele hatten keinen eigenen Backofen – und vom Einkaufen im Dorfladen. Helmut Flohr berichtete von der Badeanstalt an der Leinebrücke, in der er in der Kriegs- und Nachkriegszeit immer zum Schwimmen gegangen war.
Während eine Kindergruppe filmte, machte eine andere eine Fotorallye durch Grasdorf. Dabei musste sie anhand historischer Fotos bestimmte Orte finden und aktuelle Fotos dieser Orte anfertigen.
Der Film sowie die Fotos sollen unter dem Titel „Wir wollten doch nur zur Schule gehen“ im November zunächst an der Grundschule Grasdorf und anschließend im Stadthaus gezeigt werden.

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Von Stephanie Zerm

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