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AES-Schüler pflegen den Jüdischen Friedhof

Gleidingen AES-Schüler pflegen den Jüdischen Friedhof

Den Worten folgen Taten: Rund 30 Jugendliche der Laatzener Albert-Einstein-Schule (AES) haben am Montag die Mauern des Jüdischen Friedhofs in Gleidingen von Efeu befreit, Laub geharkt und Büsche ausgedünnt. Im Zuge ihrer neuen Patenschaft will sich die AES auch noch anderweitig einbringen.

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Pflegeaktion in Gleidingen: Im Zuge der für den Jüdischen Friedhof übernommenen Patenschaft befreien Schülerinnen und Schüler der Laatzener KGS Albert Einstein die Friedhofsmauern von Efeu, harken sie Laub, schneiden Bodendecker zurück und dünnen Büsche aus.AES-Schüler. Gleidingen

Quelle: Astrid Köhler

Gleidingen. Innerhalb einer Stunde hatte die Schülergruppe mit der Astschere diverse Zweige entfernt, über die Grabstellen hinaus wuchernden Cotoneaster zurechtgestutzt und das in die Friedhofsmauern hineinwachsene Efeu mit Gartenscheren abgeknipst. "Das ist ganz schön anstrengend", bemerkte der 15-jährige Nino, der wie die übrigen männlichen Schüler dem Ort entsprechend eine Kopfbedeckung trug. "Es ist interessant und mal was anderes", ergänzte Michelle (16), beim Laubharken. Als Teilnehmerin des Seminarfachs Erinnern statt Vergessen weiß sie ebenso wie Jonas (17) wie wichtig das Schülerengagement ist. Es gebe viele Menschen, die traurig oder wütend sind, wenn ein Friedhof nicht genügend gepflegt werde, sagt Jonas. Die Schüler könnten einen Teil dazu beitragen, dass der Gleidinger Friedhof ein würdevolles Aussehen habe.

In den letzten Jahren hatten sich Einzelpersonen um den bisherigen Gleidinger Ortsbürgermeister Peter Jessberger tatkräftig engagiert. Wieviel Zeit und Arbeit die Friedhofspflege erfordert, wird daran deutlich, dass der Pflegeeinsatz am Montag mit rund 30 Schülern des 9. und 11. Jahrgangs schon der zweite in diesem Herbst war. Vergangene Woche hatten mehrere Zehntklässler und Lehrer dort mit der Arbeit begonnen und einen Container gefüllt. Nächsten Woche und im Dezember sind dem Team um Geschichtslehrer Wilfried Paetzmann nach weitere Einsätze geplant. Mit Paetzmann waren am Montag noch der Geschichts- und Religionslehrer Alexander Poth sowie Ingrid Finck als Leiterin des Schulgartenkurses mit Schülern in Gleidingen in Aktion.

"Es ist mir ganz wichtig, die Geschichte aufzuarbeiten", betont Finck, die auch Ausbilderin für die Toleranzlotsen der AES ist. Dadurch werde einmal mehr deutlich, welche Gefahren mit Ausgrenzungen und Diskriminierung einhergingen. Die Pflege des Friedhofs sei eine Form, Respekt für jüdische Menschen, die Religion und Kultur zu zeigen.

Die AES hatte die Schulpatenschaft für den Friedhof im Zuge ihrer 40-Jahr-Feier im November 2015 offiziell vom Landesverband der jüdischen Gemeinden übernommen.

Die Schule wolle es nicht bei der Grabpflege belassen sondern sich auch inhaltlich intensiver mit dem Friedhof, der jüdischen Begräbniskultur und der Geschichte der Juden in Gleidingen auseinandersetzen, kündigte Paetzmann an. Zum Schuljahr 2017/18 solle dafür eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet werden.

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Von Astrid Köhler

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