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Schülerin täuscht bei Polizei Straftat vor

Laatzen-Mitte Schülerin täuscht bei Polizei Straftat vor

Wenn eine 16-Jährige erklärt, auf dem Schulweg von Fremden angesprochen und zum Stehlen genötigt worden zu sein, klingt das besorgniserregend. Die Empörung kehrt sich aber um, wenn sich bei der Polizei herausstellt, dass die Geschichte nur erfunden ist – so geschehen dieser Tage in Laatzen.

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Das Polizeikommissariat in Laatzen.

Quelle: Astrid Köhler (Archiv)

Laatzen-Mitte. Drei fremde junge Männer hätten sie vergangene Woche wiederholt auf dem Schulweg angehalten und genötigt, in einem nahe gelegenen Geschäft Wodka für sie zu stehlen, habe die 16-jährige gegenüber dem Beamten ausgesagt, berichtet Stefan Schwarzbard Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED) in Laatzen. Beim ersten Mal will die Jugendliche der Forderung noch verängstigt nachgekommen sein, drei Tage später habe sie sich aber geweigert und gedroht zur Polizei zu gehen. Das Trio, für das sie eine detaillierte Personenbeschreibung parat hatte, soll ihr zunächst massiv gedroht und schließlich 100 Euro Schweigegeld gezahlt haben. Aus Angst vor weiteren Begegnungen sei sie dann nicht mehr zur Schule gegangen.

"Die Geschichte klang total unglaubwürdig", sagt Schwarzbard. Schon als die Schülerin in Begleitung ihrer Mutter die vermeintliche Straftat am Dienstag anzeigte, habe die ermittelnde Beamtin erheblichen Zweifel am Wahrheitsgehalt gehabt. Am Mittwoch nun, als die 16-Jährige erneut befragte wurde, verstrickte sich die Schülerin immer mehr in Widersprüche bis sie schließlich gestanden, alles frei erfunden zu haben. Die drei Männer gab es nie. Die 100 Euro will sie aus einem auf der Straße gefundenen und später weggeworfenene Portemonnaie haben.

Offenbar habe sie die Geschichte gebraucht, um ihrer Mutter zu erklären, woher das Geld stammt und warum sie der Schule fern geblieben war, erklärte der Laatzener KED-Leiter. Zur Schule gehe die Jugendliche nach eigener Aussage nicht gern.

Ihre Lügengeschichte hat nun ein Nachspiel, denn sowohl das Vortäuschen einer Straftat wie auch die Fundunterschlagung – ab einem Wert von 10 Euro sind Sach- und Geldfunde zu melden – sind strafbar.

Der Fall werde nun der Staatsanwaltschaft übergeben und außerdem dem Jugendamt gemeldet, so Schwarzbard.

Von Astrid Köhler

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