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Junge Flüchtlinge warten auf Schulplatz

Laatzen Junge Flüchtlinge warten auf Schulplatz

Was passiert mit schulpflichtigen Flüchtlingskindern, die nach Laatzen kommen? In der Regel werden diese von ihren Eltern oder mithilfe der Flüchtlingssozialarbeiter in einer Schulen angemeldet und beschult. Doch es gibt Ausnahmen. Eine unbekannte Zahl Jugendlicher wartet wohl noch auf einen Platz.

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Quelle: Köhler

Laatzen. Ein 14-Jähriger aus Syrien, der mit seinen Eltern seit etwa zwei Monaten in Laatzen-Mitte in einer städtischen Wohnung lebt, ist einer von diesen. Warum der Junge fast drei Wochen nach Schuljahresbeginn noch immer nicht vormittags in einer Schule sondern an einem ehrenamtlichen Deutschlernangebot der St.-Oliver-Gemeinde teilnimmt, bleibt unklar. Auch für die Mutter, deren größter Wunsch es ist, dass der Sohn endlich in einer Schule aufgenommen werden möge.

Tatsächlich bestätigte die Stadtverwaltung am Montag auf Nachfrage, dass der 14-Jährige "kein Einzelfall" sei. Vielmehr gehe die Stadt derzeit von "zehn bis 15" Kindern und Jugendlichen von Flüchtlingen aus, die noch auf einen Schulplatz warten. Dabei solle es sich ausschließlich um ältere Kinder handeln, für die weiterführende Schule zuständig sind.

Die Fragen nach den Ursachen, Problemen und möglichen Lösungen gab die Stadt an die Oberschule und die KGS Albert Einstein weiter. Diese wiederum wollten sich am Dienstag zu keinen Fragen äußern, sondern verwiesen ihrerseits an die Niedersächsische Landesschulbehörde.

Alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen mit Sprachförderbedarf würden von den drei Laatzener Schulen - dem Gymnasium, der Oberschule und der KGS - formal aufgenommen, abgeglichen und untergebracht, teilte Behördensprecherin Bianca Schönwald mit: "Die drei weiterführenden Schulen arbeiten hierbei eng zusammen." Ablehnungen von Schülern seien nicht bekannt, doch könnten bei der Aufnahme "geringe Wartezeiten" entstehen, da Gespräche mit den Schülern durchgeführt werden müssten, um sie ihrem Sprachniveau entsprechend in Sprachlenklassen und Stammklassen einzuschulen.

Auf nochmalige Nachfrage ruderte die Laatzener Stadtverwaltung am Dienstag zurück. Die genannten "zehn bis 15" Kinder und Jugendlichen könnten auch eine von den Flüchtlingssozialarbeitern genannte alte Zahl der letzten Wochen sein, so Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Anders als vor sechs Jahren, als zwölf schulpflichtige Iraker ein halbes Jahr lang in Laatzen lebten, ohne dass die Schulen von deren Existenz wussten, gebe es nun ein enges Melde- und Abstimmungsverfahren zwischen dem Jugendamt, der Stadt als Schulträger und den Schulen. Namen und Listen würden nun regelmäßig ausgetauscht, auch mit den weiterführenden Schulen.

Auf die Frage, ob der 14-jährige Syrer inzwischen sein Aufnahmegespräch hatte und wann er beschult wird, wusste am Dienstag trotzdem keine einer Antwort.

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Von Astrid Köhler

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