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Üstra-Begleitservice steht auf der Kippe

Laatzen/Hannover Üstra-Begleitservice steht auf der Kippe

Seit 2006 bieten Üstra und Jobcenter einen Begleitservice für Menschen mit Gehbehinderung an. Nun steht das Angebot auf der Kippe, weil sich Förderrichtlinien geändert haben - gesichert ist es nur bis März 2016. Der Laatzener Seniorenbeirat sammelt Unterschriften für die Beibehaltung.

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Die meisten Fahrgäste steigen ohne Hilfe in die Stadtbahn ein - nur auf Anfrage gibt es einen Begleitservice. Die Zukunft des Angebots ist nur noch bis März 2016 gesichert.

Quelle: Dorndorf (Archiv)

Laatzen. Den Service gibt es seit 2006 im Stadtgebiet von Hannover, später stieß auch der Bereich Laatzen hinzu. Montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr haben unsichere Kunden die Möglichkeit, sich beim Ein- und Aussteigen helfen zu lassen. In einem Umkreis von 500 Metern bringen die Mitarbeiter die Fahrgäste sogar nach Haus. Dafür ist eine Anmeldung von drei Tagen im voraus notwendig.

Bislang ist unklar, ob es den Service auch in Zukunft geben wird. Der Laatzener Seniorenbeirat hatte unlängst erfahren, das Angebot werde sogar schon zum Jahresende eingestellt. "Damit würde ein erfolgreiches und für die Zielgruppe wichtiges Modellprojekt beendet", klagt der Vorsitzende Klaus-Dieter Meyer. Für Menschen mit Behinderung sei der Service manchmal die einzige Möglichkeit, für sie wichtige Termine etwa in Hannover wahrzunehmen. Sollte die Üstra das Angebot einstellen, bedeute dies für die Betroffenen "einen Verlust an Lebensqualität und eine erhebliche Einschränkung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe".

Der Seniorenbeirat hat sich deshalb zu einer Unterschriftensammlung entschlossen. Die Aktion läuft bis Montag, 7. Dezember, danach gehen die Listen an Üstra-Vorstandschef André Neiß.

Die Üstra erläutert auf Anfrage dieser Zeitung, dass man sich um eine Folgelösung bemüht. Entgegen der Befürchtungen werde das Angebot nicht zum Jahresende auslaufen, stellt Sprecher Udo Iwannek klar: "Der Service wird bis 31. März 2016 verlängert." Diese Zeit wolle das Unternehmen nutzen, um im Gespräch mit dem Jobcenter über eine langfristige Fortsetzung zu reden. "Ursprünglich fußt Angebot auf Ein-Euro-Jobbern", erläutert Iwannek den Hintergrund. Diese Regelung gebe es jedoch nicht mehr. "Wir müssen das Angebot deshalb auf neue rechtliche Grundlagen stellen." Ziel sei es, den Service mit einem Modell aufrecht zu erhalten.

Im Jahr 2013 gab es bereits eine ähnliche Diskussion, weil die Verträge mit dem Begleitpersonal in Form von sogenannten Arbeitsgelegenheiten nicht ohne weiteres verlängert werden konnten. Am Ende fand sich eine Lösung. Damals hieß es, dass rund 400 Personen im Monat den Service in Anspruch nehmen.

Informationen zu seiner Unterschriftensammlung erteilt der Seniorenbeirat unter Telefon (05102) 1636 sowie (05102) 6924.

Von Johannes Dorndorf

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