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So lief der Streiktag im Leinetal

Laatzen/Hemmingen/Pattensen So lief der Streiktag im Leinetal

Stillstand im Nahverkehr, liegen gebliebene Müllsäcke und frustrierte Messegäste hier, zufriedene Taxifahrer dort: Der Streik im öffentlichen Dienst hat am Dienstag vor allem im Nahverkehr zu Beeinträchtigungen geführt. Auch einige Kitas blieben zu.

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Sitzen in Laatzen-Mitte fest: Die philippinischen Messegäste Martin Paz, Matthew Arnold Paz und Venson Paz wussten nichts vom Streik - und mussten mit dem Taxi zum Messegelände weiterfahren.

Quelle: Dorndorf

Laatzen/Hemmingen/Pattensen. Eine „Frechheit“ schimpft eine Frau, die an der Haltestelle Deveser Straße in Hemmingen auf den Bus wartet. Gemeint sind nicht Busverspätungen, sondern die Müllsäcke, die an den Straßen herumliegen. Dass gestreikt wird, sei das gute Recht der Aha-Mitarbeiter. Dass es allerdings keinen Ersatztermin für Restmüllabholung gibt, gehe gar nicht. „Unsere Mülltonne quillt jetzt schon über“.

Tatsächlich haben trotz der Streikankündigung etliche Hemminger ihre Müllsäcke wie gewohnt an die Straße gestellt. Abgeholt oder geleert werden Säcke und Tonnen erst beim nächsten Termin in zwei Wochen. Immerhin: Wessen Tonne dann voll ist, der darf am 10. Mai normale handelsübliche Müllsäcke daneben stellen, heißt es bei Aha.

Die Busse von Regiobus rollten am Dienstag wegen der Staus in Hannover mit Verspätungen von bis zu 40 Minuten. Die Üstra stellte den Betrieb hingegen komplett ein, so dass vor allem im Laatzener Nahverkehr so gut wie nichts mehr ging. Richtig viel Pech hatten Venson, Martin und Matthew Arnold Paz. Die drei Messegäste aus Manila (Philippinen) standen morgens vergeblich am Stadtbahnsteig vor dem Leine-Center. Englisch sprechen sie fließend, die deutschen Streik-Hinweise auf den Anzeigetafeln verstanden sie aber nicht. „Wir werden uns ein Taxi nehmen“, sagt Venson Paz, der am Vortag schon von Üstra-Kontrolleuren wegen Schwarzfahrens um 60 Euro erleichtert wurde – er hatte nur für eine statt zwei Zonen gelöst.

Grund zur Freude hatten hingegen die Taxifahrer. „Schauen sie mal“, sagt Dieter Zielke und zeigt auf seinen Block, auf dem 17 Fahrten notiert sind. „Sonst sind es sechs oder sieben“, sagt Zielke: So viele Fahrten wie am Dienstag habe er vielleicht einmal im Jahr. Wären die Staus nicht gewesen, hätten es mehr sein können. „Da sieht man mal, wie viele ihr Auto sonst stehen lassen“, sagt Zielke.

Gestreikt wurde auch im Klinikum Agnes Karll und in mehreren Kitas: Vor allem in Laatzen fielen Gruppen aus, komplett geschlossen wurden die Einrichtungen Im Langen Feld und An der Masch in Laatzen. Der übrige Verwaltungsbetrieb sei nicht wesentlich eingeschränkt worden, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann – lediglich das Seniorenbüro blieb am Dienstag zu.

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Von Johannes Dorndorf und Carolin Müller

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