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Spitzenkandidaten diskutieren vor 100 Zuhörern

Laatzen Spitzenkandidaten diskutieren vor 100 Zuhörern

Laatzens Schulen, Flüchtlinge, bezahlbarer Wohnraum und kommunale Steuern – Das waren einige der Kommunalwahlthemen, zu denen die Spitzenkandidaten für den Rat am Mittwoch bei der Podiumsdiskussion von HAZ/NP Stellung bezogen. Trotz Hitze kamen mehr als 100 Zuhörer ins Erich-Kästner-Schulzentrum.

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Podiumsdiskussion von HAZ/NP zur Kommunalwahl in Laatzen: Björn Franz, Lokalchef der Region Süd der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, begrüßt die Zuhörer im Forum des Erich-Kästner-Schulzentrums.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Auf dem Podium im EKS-Forum Platz genommen hatten neben Ernesto Nebot (SPD) und Christoph Dreyer (CDU) die weiteren Spitzenkandidaten für den Rat der Stadt Mathias Krüger (Grüne), Ralf Wetzel (Die Linke), Dirk Weissleder (FDP) und Michael Kleen von der Gemeinschaft Freier Wähler (GFW). Der Lokalchef von HAZ/NP im Süden der Region, Björn Franz, begrüßte Podiumsteilnehmer und Publikum. Johannes Dorndorf, Redakteur der Leine-Nachrichten, führte als Moderator durch den kurzweiligen Abend.

Von kleinen verbalen Spitzen abgesehen, die vor allem der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat Nebot ("Beruflich ist mir der Umgang mit Pflegefällen vertraut, was manchmal in der Politik von Vorteil sein kann") und FDP-Stadtverbandschef Weissleder verschossen ("Sie, Herr Nebot, können alle niederquatschen, aber am Ende des Tags fragen die Leute: War da nicht was?"), war es eine sachliche und respektvoll geführte Debatte.

Während sich der Ex-CDU-Ratsherr Kleen (GFW) beim Thema Wohnungsbau damit Gehör verschaffte, dass er offen für "Luxuswohnungen" in Laatzen warb ("Wer zahlt hier die Steuern"?), argumentierten SPD und Linke für den sozialen Wohnungsbau. Seine Partei werde kein mehrgeschossiges Wohnungsbauprojekte mehr durchwinken, bei dem nicht ein gewisser Prozentsatz für Sozialwohnungen vorgesehen ist, sagte Ralf Wetzel. Nebot wiederum verteidigte den Vorschlag, eine städtische Baugesellschaft gründen zu wollen, obwohl es mit der WBG und KSG bereits zwei Gesellschaften gibt, an denen die Stadt Laatzen auch beteiligt ist: "Die KSG hat uns versichert, nicht mehr als 200 Wohneinheiten in der gesamten Region zu bauen. Das wird nicht reichen, um den Bedarf zu decken. Wir wollen den Druck erhöhen."

Der Christdemokrat Dreyer wies auf "kleine Bausteine" im Baurecht hin, mit denen Privatinvestoren dazu gebracht werden könnten, Wohnraum zur Verfügung und den sogenannten verdeckten Wohnungsmarkt zu öffnen.

Bei einem attraktiven Standort wie Laatzen könne man keine Preise wie auf dem Land erwarten. "Es gibt Standorte, die sich nicht jeder leisten kann", sagte hingegen Dirk Weissleder. Der Liberale wandte sich sodann an das Publikum: "Oder wollen Sie noch weitere Hochhäuser in Laatzen haben?"

Nach thematischen Ausflügen zum Sanierungsstau in den Schulen – und vor allem in dem seit Jahren reparatur- und sanierungsbedürftigen EKS – ging es über Statements zum Umgang mit Flüchtlingen (Krüger: "Für die Zukunft sind Sprachkurse wichtig, damit sich die Menschen integrieren können" / Kleen: "Wir müssen aufpassen, dass sich nicht irgendwelche Ghettos bilden und die Bemühungen der Menschen anerkennen") leitete der Moderator dann zu einer sehr kurzweiligen Form der Befragung und des Abgleichs von Parteiprogrammen über.

"Ping-Pong" bei Schnellfragerunde

Bei der Schnellfragerunde sollten die im allgemeinen eher wortgewandten Kandidaten nur noch einsilbige Antworten mit "Ja" oder "Nein" geben. Die Antworten darauf, ob sie für die Abschaffung der Kita-Gebühren stimmen würden, erinnerten an ein Ping-Pong-Spiel: "Nein" (Kleen), "jein" (Weissleder), "nein" (Dreyer), "ja" (Nebot), "nein" (Krüger) und "ja" (Wetzel).

Auch bei der Frage, ob Laatzen eine Integrierte Gesamtschule braucht, waren die Kandidaten geteilter Meinung. Mit Verweis auf Eltern- und Schülerwille tendierten die Vertreter der Linken und SPD eher zu Ja, Kleen von der GFW hingegen zu Nein und die Vertreter von CDU und Grüne lehnten eine IGS in Laatzen ab.

Einig war sich das Podium unter anderem darin, dass Laatzen mehr sozialen Wohnraum benötigt. Einheitlich befürworteten die Spitzenkandidaten auch die Aussage, wonach die Stadt mehr Schulden aufnehmen sollte, um die Schulen und andere öffentlichen Gebäude zu sanieren.

In der zweiten Hälfte des Diskussionsabends erhielten die Zuhörer Gelegenheit, ihre Fragen an die Kandidaten zu stellen. Dabei ging es unter anderem um den Umgang der Stadt mit ihren wachsenden Schulden, wie Laatzen-Mitte sauberer werden kann, die baulichen Zustände im EKS, die Prioritätenlisten der Stadt sowie die Integration von Migranten und Flüchtlingen.

Nach Abschluss der zweistündigen Veranstaltung wirkten die Zuhörer zufrieden. "Es war recht lebhaft und interessant", sagte eine seit Jahrzehnten in Laatzen lebende Seniorin. "Natürlich haben sich die Parteienvertreter zum Teil herausgeredet", bemerkte Wolfgang Prill. Insgesamt sei es aber eine gut strukturierter und interessante Diskussion gewesen, so der Rethener. Er wisse nun, wen er am 11. September wähle.

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Von Astrid Köhler

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