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Bürohaus wird Laatzens größtes Flüchtlingsheim

Laatzen-Mitte Bürohaus wird Laatzens größtes Flüchtlingsheim

Jetzt ist es raus: Laatzens größte Flüchtlingsunterkunft wird im nächsten Jahr an der Gutenbergstraße entstehen. Die Stadt hat das Bürogebäude des früheren Merkurparks für rund sechs Millionen Euro erworben. Bezogen wird es voraussichtlich im April.

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Der ehemalige Merkurpark wird 2016 zur Flüchtlingsunterkunft: Die Stadt hat das Gebäude gekauft. Bis zum Sommer ist dort noch das Gesundheitsamt der Region untergebracht.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Der Vertrag mit dem bisherigen Eigentümer sei am Freitag unterschrieben worden, gab Bürgermeister Jürgen Köhne jetzt bekannt. „Das ist für uns ein ganz wichtiger Baustein, um im nächsten Jahr unseren Verpflichtungen nachkommen zu können“, so der Bürgermeister. Nach vorläufiger Schätzungen bietet die Immobilie Platz für etwa 240 Flüchtlinge.

Allerdings wohl nicht von Beginn an: Denn zurzeit ist das Gesundheitsamt der Region Hannover in drei der sechs Etagen des Gebäudes untergebracht, die übrigen Räume stehen leer. Der Mietvertrag läuft bis Ende Juni – mit der Option auf Verlängerung. Die Behörde plant, im Sommer wieder zurück an den eigentlichen Standort an der hannoverschen Weinstraße zu ziehen, der derzeit saniert wird.

Vor dem Einzug der Flüchtlinge lässt die Stadt das Gebäude, das eine Fläche von rund 6000 Quadratmetern hat, umbauen. In einigen größeren Büros werden Wände eingezogen, außerdem fehlen Küchen und Duschräume. Die meisten der bestehenden Räume böten Platz für zwei bis drei Personen, sagt Köhne.

Der Kaufpreis liegt nach Angaben der Stadt bei rund sechs Millionen Euro – einschließlich der Herrichtung des Gebäudes durch den bisherigen Eigentümer, dem Immobilienunternehmen Schramm und Schoen. Die Firma ist auf Umbauten solcher Immobilien spezialisiert – und aktuell auch an der Nachnutzung der Deutschen Rentenversicherung an der Langen Weihe beteiligt.

Bezogen wird die neue Unterkunft voraussichtlich im April. Im Vorfeld werde es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben, kündigte Köhne an.

Für die Stadt lohne sich die Investition doppelt, ergänzt der Bürgermeister: Sollten die Flüchtlingszahlen wieder zurückgehen, kann die Verwaltung das Haus als Ausweichquartier während der anstehenden Rathaussanierung verwenden. „Wir wissen, dass wir im Rathaus nicht arbeiten können, wenn es saniert wird“, sagt Köhne. „Es ist deshalb auf keinen Fall rausgeschmissenes Geld, das wir investieren.“ Das gelte im übrigen auch für die Wohnungen, die die Kommune derzeit erwirbt. „Bei dem derzeitigen Trend auf dem Immobilienmarkt ist dies eine gute Anlage.“

Die neue Flüchtlingsunterkunft wird mit Abstand die größte im Stadtgebiet sein – mit 240 Plätzen wäre sie viermal so groß wie die bestehenden vier Sammelunterkünfte, die aktuell jeweils zwischen 50 und 60 Flüchtlinge beherbergen.

Städte müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen

Unterdessen hat die Region Hannover den Umlandkommunen neue Zahlen übermittelt, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen müssen. Im ersten Quartal 2016 werden in Laatzen demnach 396 Menschen erwartet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 wurden in der Stadt 405 Flüchtlinge untergebracht. Hemmingen werden von Januar bis März 238 Menschen zugewiesen, in Pattensen 145 sind es Personen. Die Region betont ausdrücklich, dass „diese Planung auf den heute bekannten Zahlen basiert“. Bis zur konkreten Zuweisung könnten Änderungen eintreten.Mehr auf Seite 21

Von Johannes Dorndorf

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