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Raumnot: Die Stadt muss an ihre Schulen ran

Laatzen Raumnot: Die Stadt muss an ihre Schulen ran

In Laatzens Schulen wird es eng: Wegen steigender Schülerzahlen und neuem Raumbedarf im Zuge der Inklusion behinderter Schüler muss die Stadt an fast alle Schulen ran. Ein Bericht zeigt jetzt auf, wie groß der Nachholbedarf ist.

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Die Grundschule an der Pestalozzistraße steht wegen steigender Schülerzahlen vor erheblichen Problemen. Vor allem in der Mensa ist es zu eng - dort wird inzwischen im Vierschichtbetrieb gegessen.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. "Es ist ein Riesenhammer, was da an Arbeit auf die Bauverwaltung zukommen." Der SPD-Schulpolitiker Bernd Stuckenberg sprach aus, was am Dienstagabend im Schulausschuss wohl alle dachten. Auslöser war eine vierseitige Verwaltungsdrucksache, die die dringendsten Raumprobleme aufführt, mit denen Laatzens Schulen zu kämpfen haben.

Eine der Ursachen dafür ist das Thema Inklusion. Mit der Einbeziehung von Schülern, die früher Förderschulen besucht hätten, müssen nicht nur Aufzüge eingebaut, sondern auch Differenzierungs-, Therapie- und Pflegeräume geschaffen werden. Da Inklusionskinder bei der Klassenbildung doppelt gerechnet werden, brauchen die Schulen zudem mehr Unterrichtsräume. Einher geht dies mit steigenden Schülerzahlen, die Raumbedarf bei Fachräumen und Lehrerzimmern mit sich bringen. Die Situation im Überblick:

Grundschule Pestalozzistraße: Laatzens größte Grundschule wächst und wächst - im Sommer dürften es 16 Klassen werden. "Die Klassenverbände werden zwar alle im Bestand unterzubringen sein", heißt es im Papier, allerdings fehle dann ein bisher für Ganztagsangebote genutzter Raum. Neben fehlenden Differenzierungsräumen gebe es auch großes Problem mit der Mensa, die wegen der Enge derzeit im Vierschicht-Betrieb betrieben wird. "Mir ist fast das Papier aus der Hand gefallen, als ich das gelesen habe", kommentierte dies Elternvertreterin Annett Kiesel im Ausschuss. Prüfen muss die Stadt auch die Größe des Lehrerzimmers und die Zahl der Toiletten.

Grundschule Im Langen Feld: Ab Sommer 2016 bekommt die Schule eine weitere Klasse. Die Stadt untersucht derzeit, ob der Hort an die Förderschule Am Kiefernweg verlegt oder ein Raummodul vom KGS-Gelände zur Grundschule versetzt wird. Auch hier fehlt Platz für Differenzierungsräume, Sanitäranlagen und im Lehrerzimmer.

Grundschule Grasdorf: Die Stadt will die Raummodule durch eine dauerhafte Lösung ersetzen - auch, um einen Werkraum, Differenzierungs- und Besprechungsräume sowie ein ausreichend großes Behinderten-WC zu schaffen.

Grundschule Gleidingen: Im Juni sollen zwei neue Unterrichtsräume fertig werden, so dass der Platz ausreichen dürfte. Der Raumbedarf in Sachen Inklusion lässt sich möglicherweise im Verbund mit der benachbarten Eberhard-Schomburg-Schule lösen.

Grundschule Ingeln-Oesselse: Es fehlen Räume für Inklusion. Der Plan, Musik- und Werkunterricht in der Aula anzubieten, hat sich zudem als unpraktikabel erwiesen. Eine Lösung sucht die Stadt auch bei der Hortfrage, der Zukunft des Seniorentreffs und Verbesserungen im Verwaltungsbereich. An der Schule laufe ein Meinungsbildungsprozess zur Frage, ein Ganztagsangebot einzurichten.

Grundschule Rathausstraße: "Im Zuge der im Sommer 2016 beginnenden Sanierung des B-Traktes kann der bestehende Raumbedarf abgedeckt werden", heißt es im Papier. Dank eines geplanten Fahrstuhls und eines Durchbruchs am Verbindungsgang im Obergeschoss ist das Gebäude künftig weitgehend barrierefrei.

Grundschule Rethen: Der eigentliche Plan, die Schule zu erweitern, ist abgeblasen - stattdessen soll im Bestand umgebaut werden. Wegen einer neuen, zusätzlichen Klasse, fehlt der Schule ab dem Sommer ein Raum für den Ganztagsbereich, die Stadt verweist auf Sporthalle und Schulhof. In Planung sind ein Umbau im Altgebäude, bessere Sanitäranlagen und eine Mensa-Erweiterung.

Albert-Einstein-Schule: Auch an der KGS fehlen Unterrichts- und Differenzierungsräume sowie Platz für Lehrer. Die Stadt will das Gebäude der Förderschule am Kiefernweg in ihre Planungen einbeziehen.

Erich-Kästner-Schulzentrum: Neben der dringenden Sanierung gibt es am Erich-Kästner-Schulzentrum den größten Raumbedarf. Laut Prognose fehlen mittelfristig bis zu 19 Unterrichtsräume, bevor die Schülerzahlen nach 2021 wieder sinken. Die Stadt will dies teilweise mit Raummodulen lösen, um Überkapazitäten zu vermeiden. Es fehlen auch Differenzierungs- und Funktionsräume sowie Platz im Lehrerzimmer. EKG-Koordinator Stephan Riese wies in der Sitzung darauf hin, dass schon im nächsten Schuljahr Raumbedarf besteht - es hätten sich mehr Schüler angemeldet als die Schule verlassen.

Darüber hinaus klagt das EKG seit Jahren über den Zustand der Räume - etwa über alte und verdreckte Teppiche, defekte Jalousien und schwer steuerbare Heizungen. Im Rahmen des Projekts "Pimp Your Town" beantragten vier EKG-Schüler bei der Sitzung am Dienstag, einen Zeitplan für die Behebung der Mängel vorzulegen. Stadtbaurat Axel Grüning versicherte, dass ein solcher Plan in Arbeit sei. Im Juni soll die seit Monaten intern diskutierte Prioritätenliste zu allen städtischen Bauvorhaben veröffentlicht werden.

Auf Anregung von Marion Bode-Pletsch und Bernd Stuckenberg (SPD) wurde der Schülerantrag um drei Vorschläge ergänzt - und dann einstimmig beschlossen: Die Stadt soll künftig über geplante Sanierungs- und Reparaturvorhaben per Aushang in der Schule informieren, Schüler und Eltern an regelmäßigen Begehungen der beteiligen und ein Beschwerdemanagement einführen, über das Schüler und Lehrer Missstände melden können.

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Viel zu tun gibt es - wie an vielen anderen Schulen - auch am Erich-Kästner-Schulzentrum. Das Forum ist zwar inzwischen saniert, es mangelt jedoch unter anderem an Unterrichtsräumen. Kritisiert wird auch der Zustand des Gebäudes.

Quelle: Astrid Köhler (Archiv)
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