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Stadt nutzt Ferien für Grundreinigung der Gebäude

Laatzen Stadt nutzt Ferien für Grundreinigung der Gebäude

Laatzens Schulen und teils auch Kindergärten sind während der laufenden Sommerferien geschlossen. Die Stadt nutzt die Pause, um die Gebäude von Grund auf reinigen zu lassen. Insgesamt gilt es, 55 Gebäude sauber zu halten - außerhalb der Ferien auch im laufenden Betrieb.

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Mit einer Scheuermaschine macht Gebäudereiniger Jens Thiring den Fliesenboden in der Küche des Rethener Familienzentrum von Grund auf sauber.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Stiller als sonst ist es an diesem Vormittag im Rethener Familienzentrum. Wo sonst Kinder umhertoben, hört man lediglich das Säuseln der Reinigungsmaschine von Jens Thiring. Der Gebäudereiniger von der Garbsener Firma GFG Gebäudedienste ist dabei, den Boden in der Küche der Einrichtung zu scheuern. "Dabei wird mit einem Grundreiniger der Boden gescheuert", erläutert Alexander Schrader. Ein Sanitärreiniger sorge zusätzlich dafür, Kalkreste zu entfernen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Krause ist der Schrader als Sachbearbeiter der Stadt zuständig für die Reinigung der städtischen Gebäude - von der Organisation über die Kontrolle bis hin zum Beschwerdemanagement.

Einmal jährlich lässt die Stadt ihre Gebäude besonders intensiv reinigen. "Wir sind da gut aufgestellt", sagt Schrader. Es gebe schließlich auch Kommunen, die auf eine solchen Frühjahrs- oder Sommerputz gänzlich verzichten. Bei der Grundreinigung komme all das dran, was bei den regelmäßigen Terminen zu kurz kommt: Das Abscheuern und Neubeschichten von Böden, Teppichreinigung, das Putzen auf der Unterseite von Tischen und Stühlen - und alle Möbel und Lampen, die höher sind als 1,70 bis 1,80 Meter oder höher hängen. "Denn die werden bei der laufenden Reinigung nicht berücksichtigt."

Vier bis fünf Tage benötigen die vier eingesetzten GFG-Mitarbeiter für das Familienzentrum. Bei größeren Objekten wie den beiden Laatzener Schulzentren könne dies - je nach Personaleinsatz - auch schon mal drei bis vier Wochen dauern, sagt Schrader. Während die Kindertagesstätten wegen der Schließzeit ausschließlich im Sommer von der Pieke auf gereinigt würden, erstreckten sich die Arbeiten in den Schulen und Sporthallen teils auch auf die anderen Ferien.

Der Großteil der Reinigung erfolgt unterdessen unterjährig - im Zuge der laufenden Arbeiten. Und die fallen je nach Gebäude äußerst unterschiedlich aus: In Schulen, Turnhallen und Kitas rücken die Teams täglich an, in Ganztagsschulen würden die Sanitärräume sogar zweimal am Tag sauber gemacht. Die Klassenzimmer gehen die Mitarbeiter alle zwei Tage an, Büroräume - auch im Rathaus - zweimal wöchentlich. Als besonders sensibel gelten Krippenräume, in denen Kinder unter drei Jahren betreut werden: "Böden und Oberflächen werden dort freitags desinfiziert", sagt Schrader. "Schon bei der normalen Reinigung werden 85 Prozent aller Keime entfernt."

Die Reinigungskräfte arbeiten mit einem Farbsystem für Putzmittel und Lappen: Mit Rot etwa werden ausschließlich Toiletten und Urinale gewischt, Gelb ist für Waschbecken und Fliesenwände, Blau für Tische, Stühle und Ähnliches: Auf diese Weise werden Keime nicht unabsichtlich weiter verbreitet.

Trotz der klaren Regeln kommt es immer wieder zu Beschwerden - etwa von Eltern und Schulleitungen. "Oft geht es um vergessene Räume oder um fehlende Bestellungen von Verbrauchsmitteln", sagt Schrader. "Und ein ganz, ganz großes Thema sind Toiletten." Wenn Eltern ihre Kinder nach Schulschluss abholten, falle einigen schon mal ein strenger Geruch auf. Das müsse allerdings nicht an mangelhafter Reinigung liegen - mitunter gehe ein Geschäft halt schon mal zwischendurch daneben. Allerdings seien die städtischen Gebäude teils in die Jahre gekommen, so dass entsprechende Baumängel vorlägen.

Wenn Ecken in Klassenzimmern nicht gesaugt oder Fensterbänke nicht abgestaubt sind, hänge dies allerdings manchmal auch mit den Nutzern zusammen: "Wenn 20 Paar Schuhe auf dem Boden liegen, müssten die Reinigungskräfte die erst einmal aufräumen" - Zeit, die die Kräfte nicht immer haben. Entsprechendes gelte für voll gestellte Fensterbänke und Ähnliches.

Bei Mängeln der Reinigung ist es Schraders Aufgabe, die Firmen zu ermahnen. Die hätten allerdings ihrerseits Probleme, Personal zu finden. Darüber hinaus kontrolliert Schrader alle Gebäude regelmäßig. "Ich bin morgens - wenn möglich - in ein oder zwei Schulen unterwegs", sagt er, jede Einrichtung werde mindestens alle zwei Wochen von ihm aufgesucht.

Das Ergebnis der Reinigungsleistung steuert die Stadt auch über das Leistungsverzeichnis, das die Firmen einhalten müssen. Mit einem Umfang von 16 Seiten sei das Papier durchaus "sportlich", wie Schrader sagt. Alle vier bis fünf Jahre schreibe die Stadt die Reinigung zudem in mehreren Losen neu aus, so dass mehrere Firmen zum Zug kommen. Die Kriterien orientierten sich dabei heute mehr am Ergebnis. "Früher ging alles über den Preis", sagt Schrader - inzwischen achte die Stadt auch darauf, dass die Fläche pro Reinigungskraft nicht zu hoch ist.

13,5 Millionen Quadratmeter Reinigungsfläche pro Jahr

Insgesamt hat die Stadt 55 Gebäude mit 85.000 Quadratmetern Fläche, die regelmäßig gereinigt werden müssen. Auf das Jahr hochgerechnet kommt dabei wegen der wiederholten Arbeitsgänge eine Fläche von 13,5 Millionen Quadratmetern zusammen. Den Großteil der Aufgabe lässt die Stadt dabei von externen Firmen durchführen. Zwar beschäftigt die Stadt selbst 13 Mitarbeiter in diesem Bereich, diese kümmern sich allerdings "nur" um 2 Millionen Quadratmeter - knapp ein Siebtel der Gesamtfläche.

Allein die externen Aufträge und die von den städtischen Mitarbeitern genutzten Verbrauchsmaterialien kosten die Stadt jährlich rund 1,3 Millionen Euro. Hinzu kommen die Personalkosten für die eigenen Beschäftigten.

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