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Neue Form der Gedenkfeier kommt gut an

Alt-Laatzen Neue Form der Gedenkfeier kommt gut an

Die Stadt Laatzen hat einen neuen Weg der Gedenkkultur beschritten. Die Feier am Volkstrauertag hat zwar mit einer Kranzniederlegung am umstrittenen Ehrenmal begonnen. Danach wandten sich die Teilnehmer jedoch von dem Bauwerk aus der NS-Zeit ab und begingen die Gedenkfeier auf dessen Rückseite.

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Die Besucher legen weiße Nelken an den Steinen mit den Namen der Kriegsopfern nieder.

Quelle: Stephanie Zerm

Alt-Laatzen. Rund 70 Laatzener schauten schweigend zu, als Bürgermeister Jürgen Köhne und Ortsbürgermeister Alexander Muschal am umstrittenen Ehrenmal einen Kranz mit der Inschrift "Nie wieder Krieg" befestigten. Diesen brachten sie so an, dass er den seit zwei Jahren verbotenen NS-Schriftzug "Treue um Treue" verdeckte.

Nachdem der Feuerwehrmusikzug das Lied "Ich hatte einen Kameraden" spielte, beschritten die Teilnehmer im Wortsinn einen neuen Weg des Gedenkens und gingen auf die Rückseite des 1934 errichteten Ehrenmals. "Mit diesem Weg haben wir auch den Weg von der Vergangenheit in die Zukunft zurück gelegt", sagte Bürgermeister Jürgen Köhne. Denn der Platz auf der Rückseite des Ehrenmals soll künftig der neue Ort des Gedenkens in Alt-Laatzen sein - "eines neuen, aktuellen, weniger tradierten Gedenkens".

Wie dieses aussehen kann, hat sich die AG Gedenkkultur eineinhalb Jahre lang überlegt. Am Sonntag überraschte sie die Besucher dann mit einem neuen und modernen Konzept, das auch jüngere Menschen ansprechen soll.

Zunächst präsentierten Schüler der KGS eine neue Definition der Menschen, denen am Volkstrauertag gedacht werden soll. Diese schließt auch aktuelle Opfer von Terror und Gewalt mit ein. Die Texte sollen künftig an der Rückseite des Ehrenmals befestigt werden.

Anschließend legten Laatzener 20 Erinnerungssteine mit Namen von Kriegsopfern nieder.  Dabei gedachte unter anderem der ehemalige Landtagspräsident Jürgen Gansäuer aus Rethen seines Vaters Walter Gansäuer, der im Zweiten Weltkrieg getötet worden ist. "Ich habe ihn nie kennen gelernt."

Die Schülerin Nadin Zaya erinnerte an ihren Onkel. "Er wurde am 12. Dezember 2014 in Mossul im Irak erschossen, weil er gesagt hat, dass er Christ ist. Anschließend wurde auch seine Familie getötet."

Nach dem Lied „Lasst uns eine Welt erträumen“ und einem Gedicht endete die neue Zeremonie mit dem Niederlegen von Blumen und der Nationalhymne.

Bei den Teilnehmern kam die neue Art des Gedenkens gut an. "Es war eine sehr gelungene Veranstaltung", freute sich Bürgermeister Köhne. Auch der Laatzener Joachim Gottschalk hatte aus rechtlichen Gründen von seinem Vorhaben abgesehen, gegen den ersten Teil der Veranstaltung zu protestieren.

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Von Stephanie Zerm

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