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Flüchtlingsunterkunft in Schule für Männer

Laatzen Flüchtlingsunterkunft in Schule für Männer

Die Unterkunft für bis zu 52 Flüchtlinge in einem leer stehenden Trakt der Grundschule Rathausstraße wird nur für Männer eingerichtet. Außerdem soll es dort Security geben. Das teilte die Stadt Laatzen am Mittwoch rund 100 Zuhörern beim Infoabend in der Schulaula mit.

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Bürgermeister Jürgen Köhne (mit Mikrofon) informiert rund 100 Zuhörer in der Aula der Grundschule Rathausstraße über die geplante Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Astrid Köhler

Alt-Laatzen. Die Nutzungsbereiche für die Schule und die Flüchtlinge sollen deutlich getrennt werden. So erhalten die Flüchtlinge einen separaten Eingang auf der Nordostseite des Gebäudes. Zum Schulhof hin werde ein blickdichter Zaun aufgestellt und auch im Gebäude ein entsprechender Sichtschutz für beide Seiten angebracht.

Im Obergeschoss des D-Traktes, der bis vor zwei Jahren  von der Hauptschule genutzt wurde, würde für die Flüchtlinge fünf Klassenräume hergerichtet. "Das ist kein Luxus", betonte Teamleiter Thomas Schrader. Jedem Flüchtling stünden nur etwa sieben Quadratmeter zur Verfügung, "wobei die Bettfläche noch abzurechnen ist". Die Nebenräume sollen Aufenthalts- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten, der bisherige Putzraum wird gerade zu einer Dusche umgebaut.

Auch eine separate Verpflegung ist geplant. Die Flüchtlinge äßen nicht mit den Schülern in der Mensa sondern bekämen ihr Essen geliefert.

Die Stadt habe die Entscheidung, Flüchtlinge temporär in der Grundschule Rathausstraße unterzubringen gut abgewogen. "Wir machen das aus der Not heraus", so Köhne. Auf die Schule habe die Stadt schnell Zugriff. Bereits nächste Woche sollen die ersten der bis zu 52 Flüchtlinge dort einziehen. Dass nur Männer dort untergebracht werden sollen, hat zwei Gründe: Zum einen reicht der Platz nicht aus, um separate Sanitäreinrichtungen für Frauen zu bauen, zum anderen gibt es deutlich mehr sogenannte "alleinreisende Männer" unter den Flüchtlingen als Frauen oder Familien.

Auf den Umbau sollen mit der Ankunft der männlichen Flüchtlinge weitere Maßnahmen folgen. So seien Sozialarbeiter vor Ort, soll ein strukturierendes Tagesangebot für die Männer etabliert werden. Außerdem werde ein Sicherheitsdienst im und am Gebäude präsent sein. Die sozialen Maßnahmen, umbauten und das Sicherheitskonzept sind ebenso wie die errechnete Maximalbelegung mit 52 Flüchtlingen sei eng mit dem Betreiber, dem DRK, abgestimmt. Dieses habe viel Erfahrung beim Betrieb von Flüchtlingsunterkünften, ließ die Stadt wissen. Die neue Alt-Laatzener Einrichtung sei die für sie die zahlenmäßig kleinste.

Die Flüchtlingsunterkunft in der Schule soll temporär begrenzt sein bis zum Sommer 2016. Dann werden die Räume von der Grundschule selbst benötigt und muss eine Alternative für die Flüchtlinge gefunden sein.

Mehrere Eltern äußerten sich besorgt. "Ich habe eine Tochter an der Schule, viele Kinder gehen hinten den Schulweg entlang", sagte einen Mutter. Die Kinder bekämen mit, dass dort Polizei und Sicherheitsdienst präsent sind und das werde dann auch den Schulbetrieb stören.

"Sie erzählen alles so schön", sagte der Vater zweier Töchter an die Adresse der Stadtvertreter gerichtet, "aber bei dem Gedanken, dass 50 Männer hier sein werden, mache ich mir Sorgen."

Bürgermeister Jürgen Köhne zeigte Verständnis, warb aber auch seinerseits bei den Eltern und Anwohnern um Verständnis. "Wo sollen die Menschen hin?" Die Stadt habe schon sehr viele Unterbringungsmöglichkeiten und noch einige in Aussicht, doch kurzfristig gebe es keine Alternative zur der Unterkunft in dem leer stehenden Schultrakt an der Rathausstraße.

Generell auf den anhaltenden Flüchtlingszustrom und die potenzielle Schmerzgrenze der Stadt angesprochen sagte Köhne: "Ich kann die Sorgen verstehen, aber wir werden das Thema Flüchtlinge nicht wegdiskutieren könne. Das wird uns in den nächsten Wochen, Monaten und wahrscheinlich Jahren beschäftigen und wir werden uns daran gewöhnen müssen." Die Überschrift die für ihn über allem stehe sei: "Den sozialen Frieden aufrecht zu erhalten ist die oberste Maxime unseres Handelns."

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