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Stadt kritisiert Windenergieplan der Region

Ingeln-Oesselse Stadt kritisiert Windenergieplan der Region

Bis zu 200 Meter hohe Windräder sollen künftig auf einer Fläche südlich von Ingeln-Oesselse errichtet werden können. So steht es im Entwurf für das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP). Die Stadt Laatzen befürchtet störende Effekte für die Bürger und hat auch deshalb kritisch Stellung bezogen.

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Windräder des Anlagenbetreibers Windwärts drehen sich am Windpark auf dem Meerberg II zwischen dem Laatzener Ortsteil Ingeln und Algermissen.

Quelle: Daniel Junker

Ingeln-Oesselse. Windkraft sei grundsätzlich zu begrüßen, aber ihre Nutzung müsse abgewogen werden mit den Bedürfnissen des Naturschutzes und der Bevölkerung, sagte Stadtbaurat Albrecht Dürr jüngst im Ortsrat. Offiziell schreibt er: Die pauschale Annahme eines Abstandes von 800 Metern zum Ortsrand sei zwar in Bezug auf die Anlagenhöhen von 145 bis 200 Metern allgemein ausreichen, im Einzelfall müssten aber die örtlichen Begebenheiten einbezogen werden.

Das hat die Stadt getan und bemerkenswertes entdeckt. Mithilfe eines online frei nutzbaren Simulationswerkzeugs (www.sonnenverlauf.de) wies sie nach, dass es durch Windräder in der im RROP-Entwurf vorgesehenen Windzone zu einer "zu hohen Beeinträchtigung durch Schlagschatten" komme. Betroffen seien die Ortsränder im Südwesten und Südosten von Ingeln-Oesselse. Zwischen Mitte November und Ende Januar würde dort – Sonnenschein vorausgesetzt – regelmäßig der sogenannte Disco-Effekt durch die Schattenwürfe der Rotorblätter auftreten. Damit seit die maximal zumutbare Verschattungsdauer von 30 Minuten pro Tag beziehungsweise 30 Stunden im Jahr in einigen Fallkonstellation (Lage und Anlagenhöhe) überschritten. Das Fazit ist für Dürr ist klar: "Entweder müssen die Flächen oder die Höhen reduziert werden."

Auch bezüglich des Natur- und Landschaftsschutzes seien die Vorranggebiete zu überprüfen. Außerdem sei trotz des Urteils des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg juristisch noch nicht abschließend geklärt, ob Anlagen im geplanten Vorranggebiet die Flugsicherung und konkret das Funkfeuer in Sarstedt stören.

Wie die Region erklärte, wird die Stellungnahme aus Laatzen wie die aller 285 beteiligten Träger öffentlicher Belange bis Ende März weiter erörtert, abgewogen und entschieden.  Der überarbeitete Entwurf soll bis zum Sommer von der Regionsversammlung beschlossen werden, sodass das neue RROP zum Jahresende 2016 in Kraft treten kann.

Derzeit gibt es in Laatzen zwei Flächen für Windkraft: Am Streitberg zwischen Gleidingen und Ingeln-Oesselse die beiden ältesten Windräder mit einer Gesamthöhe von 70 Metern (Nabenhöhe 50 Meter, Rotordurchmesser 40 Meter). Am "Meerberg II" südöstlich von Ingeln gibt es insgesamt acht Anlagen mit einer Höhe von rund 100 Metern: Nabenhöhe 67, Rotordurchmesser 66 Meter), wobei zwei Windräder auf Sarstedter Gebiet stehen.

Die beiden Laatzener Flächen sollen künftig nicht mehr als Vorrangfläche ausgewiesen werden. Die dort vorhandenen Anlagen genießen aber Bestandsschutz.

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Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) zur Windenergienutzung bei Ingeln-Oesselse.

Quelle: HAZ Graphik

Von Astrid Köhler

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