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Stadt hält vorerst an Sammelunterkünften fest

Flüchtlingsunterbringung Stadt hält vorerst an Sammelunterkünften fest

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland ist seit einem Jahr stark zurückgegangen. Auch in Laatzen gibt es nach Stadtangaben wieder ausreichend Platz. Gleichwohl will Laatzen vorerst am Betrieb von Sammelunterkünfte festhalten und auslaufende Verträge verlängern. Von 455 Plätzen sind derzeit 380 belegt.

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"Wir haben mittlerweile ausreichend Platz": Fachbereichsleiter Thomas Schrader erläutert vor dem Fachausschuss für Gesellschaft und Soziales die aktuelle Flüchtlingssituation in Laatzen.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Den Zuweisungsquoten entsprechend hatte die Stadt Laatzen in den Jahren 2015 und 2016 jeweils knapp 400 Flüchtlinge aufgenommen. Insgesamt waren es 805 Menschen. "Es wird kaum darüber geredet, aber auch für dieses Jahr es eine Zuweisungsquote", erklärte der Laatzener Fachbereichsleiter Thomas Schrader am Dienstag dem Fachausschuss für Gesellschaft und Soziales. In den ersten Monaten kamen 44 Flüchtlinge neu hinzu. Ob Laatzen die für 2017 vorgegebene Gesamtzahl von 94 tatsächlich erreiche, sei aber fraglich, so Schrader. Im Gegensatz zu Laatzen, das die Quote immer erreicht habe, gebe es noch andere Kommunen, die diesbezüglich weit zurückhängen. Fakt sei aber auch: Niemand wisse, wie sich der weltweite Flüchtlingsstrom und die Situation in der Türkei in Zukunft entwickele.

Aus diesem Grund will die Stadt bis auf Weiteres an den Sammelunterkünften festhalten, wie Einrichtung für mehr als zehn genannt werden. Der Dienstleistungsauftrag für die größte an der Gutenbergstraße sei gerade erst für weitere zwei Jahre neu vergeben worden, so Schrader. Den Betrieb dort führt weiterhin das Deutsche Rote Kreuz. Allerdings wurde die maximale Belegungszahl von 225 auf 180 reduziert. Aktuell wohnen in den oberen Etagen des Bürohauses 172 Männer und warten auf ihre Familien. Wie Schrader weiter ausführte, kamen im Laufe der letzten zwölf Monate 113 Menschen als Familiennachzug nach Laatzen, davon 75 Kinder.

Verlängerungsoption bis 2022

Zwei Betriebsverlängerungen stehe unmittelbar bevor: Der Vertrag für die Flüchtlingsunterkünfte in dem früheren Hotel 64 in Gleidingen gilt bis Jahresende, der für die Rotdornallee in Ingeln-Oesselse endet im Laufe des Jahres 2018. Der Ausschuss stimmte der Neuausschreibung für ein weiteres Jahr in Gleidingen mit Verlängerungsoption bis längstens Dezember 2022 einhellig zu. Welcher Anbieter den Zuschlag erhält, wird wie bei Sammelunterkünften in Laatzen üblich nach einem Punktesystem und jeweils zur Hälfte nach dem Bewertungskriterium Preis und Konzept zur sozialen Betreuung entscheiden. Auch der derzeitige Betreiber AWO könne sich bewerben, so Schrader.

Aufgegeben hat die Stadt neben der Unterkunft am Bahnweg auch zwölf Mietwohnungen, die zu teuer oder vom Zuschnitt nicht geeignet waren. Insgesamt habe sich die Situation etwas entspannt, sagte Schrader: "Wir haben mittlerweile ausreichend Platz und haben mehr Spielraum als im vergangenen Jahr." Von den 227 verfügbaren Plätzen in angemieteten Wohnungen oder Eigentumswohnungen der Stadt sind aktuell 193 belegt.

In den sechs Laatzener Gemeinschaftsunterkünften – außer den genannten gehören noch zwei Häuser an der Hildesheimer Straße in Rethen sowie der Neubau an der Pestalozzistraße dazu – leben derzeit 380 Flüchtlinge. Insgesamt ist dort Platz für bis zu 455 Menschen.

Vor allem Syrer und Iraker in städtischen Unterkünften

Die größte Gruppe der in städtischen Unterkünften lebenden Menschen kommen aus Syrien (270), gefolgt von Irakern (150), Afghanen (37) und Iranern (15). 101 Flüchtlinge kommen aus insgesamt zwölf weiteren Staaten.

Von Astrid Köhler

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