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Schüler geben Laatzen eine Zwei minus

Laatzen Schüler geben Laatzen eine Zwei minus

Laatzens Schüler wohnen überwiegend gerne in Laatzen, gehen in ihrer Freizeit am liebsten ins Leine-Center – und sind mehrheitlich bereit, sich für ihre Belange aktiv einzusetzen. Dies sind einige der Ergebnisse einer großen Jugendbefragung durch die Stadt.

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Freizeitziel Leine-Center: Kein Ort im Stadtgebiet ist bei Laatzens Schülern beliebter.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Im vergangenen Jahr schon hatte die Stadt im Rahmen des sogenannten Bürgerpanels die Laatzener ausführlich zu verschiedenen Themen befragt. Zu den Auffälligkeiten zählte seinerzeit, dass nur sehr wenige Jugendliche teilnahmen. Das hat die Stadt im Oktober und November mit einer eigens angesetzten Jugendbefragung an den weiterführenden Schulen nachgeholt - mit großem Erfolg: 1534 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren machten mit, davon 1345 aus Laatzen. Das entspricht 37,5 Prozent alle Bewohner aus dieser Altersgruppe. "Die Quantität ist ganz außergewöhnlich", sagte Heiko Henning vom Team Zentrale Steuerung, die Befragung sei damit repräsentativ.

Unterm Strich leben Laatzens Jugendliche gerne in ihrer Stadt. Auf die Frage "Wie gerne lebst Du in Laatzen?" gaben 21,2 Prozent der Stadt eine Note Eins, 34,1 Prozent immerhin eine Zwei. Die Durchschnittnote lag bei 2,49 - eine knappe Zwei minus. Dabei wächst offenbar mit dem Alter die Unzufriedenheit: Die Zehn- bis Zwölfjährigen vergaben die Durchschnittsnote 1,93, bei den 16- bis 18-Jährigen war es nur noch eine 2,75. Am zufriedensten sind Schüler in Alt-Laatzen (Note 2,29), am unzufriedensten in Ingeln-Oesselse (2,76).

Die örtlichen Unterschiede spiegeln sich auch in der Befragung zu Freizeitmöglichkeiten im Stadtgebiet wieder. Zwar befand die Mehrheit (58,3 Prozent), dass es genügend Angebote gebe. Allerdings äußerten sich Bewohner von Laatzen-Mitte (53,3 Prozent) und Ingeln-Oesselse (54,6) erheblich unzufriedener als die in den anderen Stadtteilen, wo sich 60 Prozent und mehr positiv äußerten. Spitzenreiter ist auch hier Alt-Laatzen mit 66 Prozent.

Leine-Center am beliebtesten: Der Lieblingsort von Laatzens Jugendlichen ist unterdessen das Leine-Center. Dies gaben 469 Schüler an - fast die Hälfte derer, die auf die Frage antworteten. 231 Schüler nannten das eigene Zuhause, alle anderen Angaben - etwa bestimmte Stadtteile, Schwimmbad oder Jugendeinrichtungen - folgen in deutlichem Abstand.

Kino und Spielflächen gewünscht: Auf der Liste fehlender Freizeitmöglichkeiten steht ein Kino ganz oben auf der Liste - 170 Befragte gab dies an. Dringend gewünscht werden auch bessere Bolzplätze, ein Skaterpark und besser ausgestattete Spiel- und Jugendplätze. Direkt nach Angeboten in Jugendeinrichtungen gefragt, wünschen sich viele mehr PC-Konsolenspiele (53,9 Prozent), aber auch Angebote wie Ballspiele (44,7) und Kochen (40,6). "Für uns war es überraschend, dass so viel Bewegung gewünscht wird", sagt Heiko Henning vom Team Zentrale Steuerung, der die Umfrage ausgewertet hat. 

Die JuKa kommt gut an: Unter den Jugendtreffs sticht die Jugendkantine in der Alt-Laatzener Grundschule deutlich heraus. Obwohl nicht zentral gelegen, wird die Einrichtung von fast genauso vielen Schülern (94) besucht wie das Kinder- und Jugendzentrum im bevölkerungsreichen Laatzen-Mitte (101). Innerhalb des eigenen Stadtteils ist der Zuspruch weitaus höher als andernorts.

Bereitschaft zum Engagement: Ein weiteres Ergebnis ist die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, sich für ihre Belange einzusetzen. Knapp über die Hälfte (50,3 Prozent) gaben dies an. Dabei zeigten sich Mädchen (57,4 Prozent) erheblich engagierter als Jungen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen gaben 57,6 Prozent ihre Bereitschaft zu erkennen, während es unter den 16- bis 18-Jährigen nur 40,4 Prozent sind.

Das Jugendparlament ist out: Das klassische Jugendparlament als Möglichkeit der Mitsprache findet wenig Anklang - gerade mal 16,1 Prozent nannten dies auf die Frage "Wie möchtest Du mitreden". Bevorzugt werden hingegen Jugendbefragungen (47,2 Prozent), Online-Blogs und Soziale Netzwerke (42) sowie Projektarbeit (26).

Wünsche für den Park der Sinne: Die Stadt wollte auch wissen, was sich die Jugendlichen für die Erweiterungsfläche des Parks der Sinne wünschen.  Die befragten Schüler nannten hingegen Angebote wie Grillen und Picknick (69 Prozent), einen Bolzplatz (45,8) und Beachvolleyball (37). Der Punkt "ökologische (Klima-)Projekte" kreuzten hingegen nur 138 Schüler (11,7 Prozent) an. Wie berichtet, hat der hannoversche Verein Transition Town auf einem Teil der Fläche bereits verschiedene Klima- und Bildungsprojekte initiiert, über die Nutzung der übrigen Fläche wird derzeit diskutiert.

Von Johannes Dorndorf

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