Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Stadt kommt mit dem Bauen nicht nach

Laatzen Stadt kommt mit dem Bauen nicht nach

Seit Jahren schiebt die Stadt Bauprojekte vor sich her – obwohl mit beiden Schulzentren, Rathaus und Flüchtlingsheim gewaltige Aufgaben bevorstehen. Bürgermeister Jürgen Köhne hat nun angekündigt, die Prioritäten neu zu verteilen.

Voriger Artikel
Sparkasse erteilt Köhne Absage
Nächster Artikel
Nymphensittich legt Behördenmarathon hin

Die Kosten, um den Sanierungsstau am Erich-Kästner-Schulzentrum zu beheben, sind auf mindestens 20 Millionen Euro veranschlagt. Auf einen Zeitplan will sich die Stadt derzeit nicht festlegen.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Der Sanierungsstau im Erich-Kästner-Schulzentrum (geschätzter Umfang: 20 Millionen Euro) ist inzwischen zum Schülerwitz mutiert: Bei der Abi-Entlassung am Freitag unkten die Festredner über flackernde Lampen, versiffte Teppiche und das Konzept, Renovierungs- durch Malerarbeiten zu ersetzen.

2013 gab es noch Pläne, die Bauarbeiten am A-Trakt im Sommer 2015 beginnen zulassen und die Schüler dafür nach den Ferien in Container auszulagern. Später war vom Beginn im naturwissenschaftlichen C-Trakt für 2016 die Rede – aber selbst darauf will sich Bürgermeister Jürgen Köhne derzeit nicht festlegen. Fest steht nur: In den Ferien beginnt die Stadt mit der Sanierung der Decke in der Aula, bis Ende der Herbstferien bekommt die Oberschule Container, um Raumnöte zu beheben.

Die Zeitpläne an anderen Schulen sind teils ebenfalls Makulatur: An der Albert-Einstein-Schule wartet man seit Ostern auf die angekündigten Container zur sanierungsbedingten Auslagerung von Schülern. Die eigentlich für 2014 geplante Erweiterung der Grundschule Rethen ist sogar auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bei den Betroffenen wächst der Wunsch, belastbare Angaben von der Stadt zu bekommen. „Wir würden uns freuen, wenn wir noch 2015 einen verlässlichen Zeitplan bekommen könnten“, sagt etwa EKG-Schulleiterin Hella Kohl. Zumal das Gymnasium wächst – spätestens ab Sommer 2016, glaubt Kohl, reiche der Platz nicht mehr.

Köhne kennt die Probleme – und muss die Schulen vertrösten. „Die Menge der Projekte, die laufen, ist erheblich“, sagt Köhne. Die Stadt könne nicht alle Vorhaben gleichzeitig stemmen. „Ich habe das Ziel, dass wir im Herbst eine Prioritätenliste mit der Politik diskutieren können. Ich glaube, es geht nicht mehr anders.“

Dass die Stadt beim Hochbau so ins Schlingern geraten ist, hat mehrere Gründe. Köhne führt vor allem Unvorhergesehenes an: Dazu zählen der Sporthallenbrand an der AES, die Flüchtlingssituation und immer wieder neu entdeckte Brandschutzmängel. Auch die Sanierung der Kita St. Marien sei dazwischengeraten.

Ein Teil der Probleme ist allerdings hausgemacht: Die Stadt hat sich mehr vorgenommen, als sie personell leisten kann. Eine Konsequenz daraus hat Köhne gezogen: Die Bauverwaltung ist gerade um zwei Stellen erweitert worden.

Baumängel im Laatzener Rathaus

Dass das Laatzener Rathaus saniert werden muss, wissen Rat und Verwaltung schon lange. „Das Gebäude weist gravierende bauliche Mängel auf“, so die Einschätzung bei der Stadt. Die Größe des Projekts schreckt jedoch ab: Es wird auf mehr als 20 Millionen Euro taxiert. Derzeit prüft die Stadt, ob eine Kernsanierung, ein Neubau oder eine Mischlösung der beste Weg ist. Nach bisheriger Beschlusslage sollen die Arbeiten 2018 abgeschlossen sein. Ob der Termin angesichts der Brandschutzmängel in den beiden Schulzentren zu halten ist, darf jedoch bezweifelt werden. Ähnliches gilt für die Sanierung des nördlichen Marktplatzes.

Grundschule Rathausstraße

Die Alt-Laatzener Grundschule gehört zu den wenigen Projekten, bei denen der Zeitplan steht. Ab Sommer 2016 soll der Brandschutz für 2,3 Millionen Euro verbessert, Teile energetisch saniert und Toiletten und Decken erneuert werden. Geplante Bauzeit: ein Jahr.

Feuerwehr für Rethen und Gleidingen

Die beiden Feuerwehrgerätehäuser in Rethen und Gleidingen sind zu klein. Die Stadt plant deshalb einen gemeinsamen, zentralen Standort. Wann der kommt, steht noch nicht fest. Immerhin sind für 2015 und 2016 50.000 und 300.000 Euro an Planungskosten veranschlagt.

Erweiterung der Grundschule Rethen

Die Pläne stehen: Die Stadt will die Grundschule Rethen in drei Abschnitten erweitern. Eigentlich sollte es 2014 losgehen – das Vorhaben fiel dann jedoch den dringenden Brandschutzsanierungen an AES und EKS zum Opfer. Einen neuen Termin für Rethen nennt die Stadt nicht.

Grundschule und Hort Gleidingen

In keinem Stadtteil ist der Engpass bei Kita-Plätzen so groß wie in Gleidingen. Die Stadt hat jetzt deshalb an der Grundschule mit der Sanierung und dem Umbau von Klassen- in Horträume begonnen, sodass Hortgruppen nach und nach von der Kita an die Schule umziehen können. Außerdem werden zwei Klassenräume angebaut – Baubeginn soll noch im Sommer sein. 2016 wird der bisherige Kita-Hort in einen Krippenraum umgewandelt.

Neuer Platz für Flüchtlinge

Laatzen muss Platz für Flüchtlinge schaffen. Angesichts des engen Wohnungsmarkts ist es mit Anmietungen nicht getan. In Rethen plant die Stadt deshalb die Erweiterung des bestehenden Flüchtlingsheims per Container. „Der Altbestand wird dann überplant für einen Massivbau“, heißt es – allerdings erst, wenn die Flüchtlinge andernorts untergebracht sind. Parallel gibt es Gespräche über ein Bauprojekt der KSG in Alt-Laatzen.

Brandschutzmängel an der Albert-Einstein-Schule

Im Jahr 2013 hatte die Stadt massive Brandschutzmängel in der Albert-Einstein-Schule entdeckt. Seitdem ist das Schulzentrum eine Dauerbaustelle: Die Stadt hat Deckenverkleidungen geöffnet, Lücken über Wänden geschlossen und Kabel neu verlegt. Jetzt sollen geschossweise Brandschutzdecken in den Klassen-räumen geschlossen werden. Eigentlich wollte die Stadt damit um Ostern herum beginnen, nun ist das Vorhaben auf die Zeit nach den Sommerferien verlegt. Die Klassen ziehen dann blockweise in Container um. Eine grundlegende Sanierung der Schule steht noch aus. Ein weiterer Brocken ist die Sanierung der 2014 abgebrannten AES-Sporthalle. Die Stadt will diese bis Sommer 2016 für 3,9 Millionen Euro erneuern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6spbi26z1g68ir1xk5w
Schützen verwandeln Hof in einen Weihnachtsmarkt

Fotostrecke Laatzen: Schützen verwandeln Hof in einen Weihnachtsmarkt