Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Opfergedenken diesmal hinter dem Ehrenmal

Volkstrauertag in Alt-Laatzen Opfergedenken diesmal hinter dem Ehrenmal

Die Stadt wird beim Volkstrauertag am 13. November erstmals seit vier Jahren wieder eine Gedenkfeier am Alt-Laatzener Ehrenmal abhalten - und zwar neuerdings auf der Rückseite. Eine Arbeitsgruppe engagierter Laatzener hat dafür einen Ablauf entworfen. Es gibt allerdings auch Kritik.

Voriger Artikel
Chancen auf Pferd beim Martinsumzug schwinden
Nächster Artikel
Einbahnstraße adé: Gutenbergstraße ist wieder frei

Umstritten ist vor allem der Schriftzug "Treue um Treue" auf dem Schwert am Alt-Laatzener Ehrenmal.

Quelle: Dorndorf

Alt-Laatzen. Es ist das erste Mal seit 2012, dass die Stadt die zentrale Gedenkfeier des Ortsrats Laatzen am Ehrenmal vorsieht: Wegen der NS-Konnotation des Bauwerks war die Feier zwischenzeitlich vor die alte Kapelle verlegt worden. In den vergangenen Jahren hat es in Alt-Laatzen eine breite Diskussion über den künftigen Ort und Ablauf der Gedenkveranstaltungen gegeben.

Mit der Feier am Sonntag, die um 11.15 Uhr beginnt, wird dem Rechnung getragen. Geplant ist zunächst eine Kranzniederlegung durch Bürgermeister Jürgen Köhne vor dem Ehrenmal, der ein Vortrag des Lieds "Ich hatt' einen Kameraden" durch den Feuerwehrmusikzug Laatzen vorangeht. Danach schreiten die Teilnehmer gemeinsam zur Rückseite des Ehrenmals, wo Köhne Worte des Gedenkens spricht und Schüler der Albert-Einstein-Schule die Texte der Gedenktafeln, die dort künftig stehen sollen, verlesen.

Im Anschluss sollen Erinnerungssteine zum Gedenken der Toten niedergelegt werden: Die Bürger-Arbeitsgruppe Gedenkkulturen hat dafür Laatzener angesprochen, die Kriegs- und Gewaltopfer namentlich gedenken wollen. Dabei kämen auch Menschen zu Wort, die beispielsweise beim Krieg im Irak Angehörige verloren haben, berichtet Wilhelm Paetzmann, der in der AG mitgearbeitet hat. "Wir wollen das Ehrenmal so zu einem Ehrenmal der Laatzener machen." Nach dem Lied "Lasst uns eine Welt erträumen" und einem Gedicht schließt die so abgeänderte Zeremonie mit dem Niederlegen von Blumen und der Nationalhymne.

Die Stadt hat im Vorfeld die Rückseite des Ehrenmals von Büschen und Gestrüpp befreit. Im nächsten Jahr soll der Bereich neu gestaltet werden. Im Mittelpunkt, so sieht es ein Ortsratsbeschluss vor, steht dann künftig eine Friedensplastik.

Der neue Ablauf des Gedenkens ist nicht zur Zufriedenheit aller. Bernadette Gottschalk, die gemeinsam mit ihrem Mann Joachim Gottschalk die Diskussion in Alt-Laatzen angestoßen hatte, kritisiert den Auftakt der Veranstaltung an der Vorderseite. "Das Gedenken an einem faschistisch konnotierten Ehrenmal durchzuführen, würde eine erneute Verhöhnung der Ermordeten und ihrer Angehörigen darstellen", schreibt Gottschalk in einem offenen Brief an Köhne. Ihre Familie wolle deshalb mit einem Banner gegen den Ablauf protestieren. Im Zentrum der Kritik steht der Schriftzug "Treue um Treue" auf einem Schwert des 1934 erstellten Bauwerks, die dem SS-Sinnspruch "Meine Ehre heißt Treue" ähneln. 

Im Rathaus hieß es gestern, man könne die Kritik nicht nachvollziehen. "Die Grundidee des Ablaufs ist mit der AG Gedenkkulturen abgesprochen worden. Das alte Ehrenmal sollte demnach nicht vergessen und in den Ablauf einbezogen werden", sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Der Kranz werde zudem so angebracht, dass der Spruch "Treue um Treue" verdeckt wird. "An der Schleife wird der Schriftzug ,Nie wieder Krieg' angebracht sein", ergänzt Brinkmann.

doc6s8t87u4klc1dyeah1sf

Die Gedenkfeier am Sonntag soll größtenteils auf die Rückseite des Ehrenmals verlegt werden.

Quelle: Dorndorf
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6sm4a1uz68yn2aqscj1
Stehende Ovationen zum Finale der "Böhmischen"

Fotostrecke Laatzen: Stehende Ovationen zum Finale der "Böhmischen"