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Stadt will keine Wohnbebauung am Park der Sinne

Laatzen-Mitte/Grasdorf Stadt will keine Wohnbebauung am Park der Sinne

Die Überlegungen, das Sportgelände des früheren IBM-Klubs am Park der Sinne zum Baugebiet zu machen, landen wohl im Papierkorb: Die Stadtverwaltung hält das Gelände für ungeeignet. Für eine Wohnbebauung auf dem Grasdorfer Fußball-Hartplatz will die Stadt hingegen eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen.

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Soll die Stadt ihre Sportplätze für eine Wohnbebauung opfern? Im Fall des ehemaligen IBM-Sportplatz am Park der Sinne (rechts) rät die Verwaltung ab, an der Grasdorfer Ohestraße (links) müsste dies noch geprüft werden.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte/Grasdorf. Not macht erfinderisch: Weil die Schulden der Stadt Jahr für Jahr wachsen, hatte der Rat im März beschlossen, mehrere Flächen auf die Eignung für eine Wohnbebauung zu prüfen. Mit dem Erlös, so die Überlegung, ließe sich die Neuverschuldung senken. Jetzt liegen für das ehemalige IBM-Klubgelände am Park der Sinne und für den Hartplatz neben der Grundschule Grasdorf Ergebnisse vor.

Gänzlich ungeeignet sei demnach das ehemalige IBM-Gelände, das ohnehin als Erweiterungsfläche für den Park der Sinne im Gespräch ist. Gegen eine Wohnbebauung sprächen unter anderem ökologische Gründe: So übten der Park der Sinne mit seiner Erweiterungsfläche, die Kleingärten und das Mastbruchholz im Zusammenspiel eine "wichtige ökologische Funktion für das Kleinklima sowie Flora und Fauna aus". Im extrem verdichteten Stadtteil Laatzen-Mitte spiele der Bereich zudem eine wichtige Naherholungsfunktion, die mit der Ausgestaltung der Erweiterungsfläche sogar noch intensiviert werden soll.

Darüber hinaus sei das Areal ein Puffer zwischen der viel befahrenen Kronsbergstraße samt Messegelände und den Wohngebieten Laatzens. Spannungen befürchtet die Stadt auch wegen der Nähe zum Gewerbegebiet an der Senefelder- und Mergenthalerstraße - insbesondere dem Leuchtenhersteller Lunux. Probleme könnten auch für den Verkehr entstehen: "Die Erschließungsfunktion der Gutenbergstraße zwischen Kronsbergstraße /Messe und Laatzen-Mitte wäre gefährdet", glauben die Planer.

Eigentlich sollte die Idee noch im August auch formal beerdigt werden. Die Ratsgruppe SPD/Grüne/Linke verweigerte jedoch einen Beschluss: Man wolle zunächst das schon seit längerem eingeforderte Gesamtkonzept für die Park-Erweiterungsfläche sehen, heißt dies zur Begründung. "Wir wollen keine Beschlussfassung, die scheibchenweise erfolgt", sagte SPD-Ratsherr Michael Riedel.

Wird der Grasdorfer Hartplatz bebaut?

Anders ist die Einschätzung hinsichtlich des Fußball-Hartplatzes an der Grasdorfer Ohestraße. "Der Hartplatz wäre für eine Wohnbauentwicklung geeignet", so die Einschätzung der Stadtverwaltung. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: So müsse zwischen der Grundschule und einer möglichen Neubebauung ein Abstand von 12 Metern verbleiben, um eine spätere Aufstockung der Schule bei einem wachsenden Raumbedarf der Schule zu ermöglichen. "Ob diese Art der Schulerweiterung auch tatsächlich realisierbar ist, kann nur durch ergänzende Untersuchungen und Kosten-Nutzen-Analysen ermittelt werden", heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Mit anderen Worten: Würde die Grundschulaufstockung zu teuer, lohnt sich der Flächenverkauf nicht und die Wohnbebauung wäre vom Tisch.

Zugleich wurde jetzt bekannt, dass die Stadt schon seit längerer Zeit über eine Wohnbebauung in dem Bereich nachdenkt. Bereits 2013 habe es Überlegungen für den Bau von elf Reihenhäusern samt Garagen auf der nördlichen Hälfte des Hartplatzes gegeben, heißt es in dem Verwaltungspapier. Auf der restlichen Fläche verbliebe Platz für 40 mal 20 Meter großes Minispielfeld.

2016 sei das Thema vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise erneut aufgenommen worden. Das neue Konzept sah nun sogar vier Gebäude mit jeweils zehn Wohnungen für Flüchtlinge vor, die später als Sozialwohnungen hätten genutzt werden können. Für eine Spielfläche bleibe dann kein Platz mehr.

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