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Stadt zieht nach Juli-Hochwasser positive Bilanz

Laatzen Stadt zieht nach Juli-Hochwasser positive Bilanz

Die Investitionen haben sich wohl gelohnt: Rund 3,3 Millionen Euro hat die Stadt Laatzen seit 2004 aufgewandt, um die Niederschlags- und Schmutzwasserkanalisation auszubauen und den Hochwasserschutz zu verbessern. Fazit: Das Hochwasser im Juli hat kaum Spuren hinterlassen. Die Stadt ist zufrieden.

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Gute Vorsorge: Mitarbeiter der Stadt erhöhen am Donnerstag, 27. Juli, mit Sandsäcken den Deich an der Ohestraße.

Quelle: Dorndorf (Archiv)

Laatzen. In zahlreichen anderen und umliegenden Kommunen hatte der Dauerregen Ende Juli zum Teil zu verheerende Überschwemmungen geführt. „Es ist schon bemerkenswert, dass wir verschont geblieben sind", sagte Bürgermeister Jürgen Köhne, der am Dienstag gemeinsam mit Stadtrat Axel Grüning sowie Anja Gnad und Cornelia Piel als Vertreterinnen des Tiefbauamtes, einen Blick zurück auf die Ereignisse des Julis warf.

Die Niederschlagsmenge in Laatzen sei zwar geringer gewesen als etwa in Springe oder Alfeld, betonte Stadtrat Grüning: Andererseits sei an der Brücke über die B 443 bei Koldingen mit 5,03 Metern ein neuer Pegelhöchststand der Leine gemessen worden. Das Hochwasser habe lediglich im Überschwemmungsgebiet der Leine Schäden an den städtischen Wanderwegen in Höhe von geschätzten 40. 000 Euro verursacht. „Die Ortslagen", so Grüning, „blieben vom Hochwasser verschont."

Meskenwiese und getrennte Kanalsysteme

Dazu beigetragen haben dürfte nach Einschätzung Grünings vor allem das im Jahr 2010 zum Schutz Rethens vor Hochwasser aus der Bruchriede auf der sogenannten Meskenwiese angelegte Rückhaltebecken, in das die Stadt 354 000 Euro investierte. Als vorteilhaft erweist sich zudem, dass Schmutz- und Niederschlagswasser in Laatzen bis auf wenige Ausnahmen in getrennten Kanalsystemen abgeleitet werden. Dringt aufgrund von Defekten oder falschen Anschlüssen – wie dies etwa in Ingeln-Oesselse in der Vergangenheit häufig der Fall war – bei starken Niederschlägen dennoch Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation ein, kann dies zu einer Überlastung des Abwassernetzes führen. Ein Problem, welches die Stadt mit der 2004 begonnen Sanierung der Schmutzwasserkanalisition in Ingeln-Oesselse weitgehend in den Griff bekommen hat. Investitionsvolumen: rund 1,4 Millionen Euro.

Als Erfolg werten Grüning und Köhne ferner die Investitionen in die Erneuerung der Pumpstationen in Ingel-Oesselse ("Breiter Paul") und Gleidingen (Maschstraße) sowie die punktuelle Verbesserung der Aufnahmekapazität einzelner Regenwasserkanäle  – so geschehen in Teilen der der Marktstraße, in der Ulmerstraße und im Steinweg.

Pläne für 2018 in Rethen und Laatzen-Mitte

„Die Ereignisse vom Juli zeigen, dass wir offenbar auf dem richtigen Weg sind", sagte Köhne. Dennoch müsse angesichts der prognostizierten Zunahme sogenannter Starkenregen-Ereignisse weiter an der Entwässerung gearbeitet werden. Konkret für das kommende Jahr geplant sind derzeit die Vergrößerung der Regenwasserkanäle in der Braunschweiger Straße und zwischen Steinweg und Lehrter Straße in Rethen sowie in Laatzen-Mitte in der der Marktstraße zwischen Marktplatz und Albert-Schweitzer-Straße.

Dabei kommt dem Vorhaben in der Marktstraße eine besondere Bedeutung zu: Die Regenwasserkanäle unter der Marktstraße und der Würzburger Straße gelten als hydraulisch überlastet. Das Niederschlagswasser wird aktuell größtenteils unter der Robert-Koch-Straße, dem Postweg und unter dem Leine-Center hindurch zur Albert-Schweitzer-Straße geführt. Sollte es hier zu einer Überlastung des Netzes kommen, müsste wegen der tiefer liegenden Eingänge des Modehauses Adler und des Leine-Centers in diesen Bereichen mit Überschwemmungen gerechnet werden.

Köhne: "Wir kennen unsere Schwachstellen"

„Das Beispiel zeigt, dass wir unsere Schwachstellen kennen und wissen, wo wir tätig werden müssen", sagte Köhne. Um auch für die Zukunft möglichst gut aufgestellt zu sein, wird die Stadt in den Jahren 2020/2021 rund 200.000 Euro für die Überarbeitung des sogenannten Generalentwässerungsplanes Niederschlagswasser aufwenden. Aus ihm ergeben sich Hinweise auf die Erforderlichkeit und die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen.

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Von Ralf Schunk

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