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Stadtteilmütter helfen Migranten in Laatzen

Laatzen Stadtteilmütter helfen Migranten in Laatzen

Zwei so genannte Stadtteilmütter sind ab sofort in Laatzen im Einsatz. Ada Görnu-Beckmann und Zeliha Erdal wollen Familien mit Migrationshintergrund und Flüchtlingen dabei unterstützen, sich in der Stadt zurecht zu finden. Sie helfen bei alltäglichen Fragen und vermitteln auch bei Behördengängen.

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Ada Görnu-Beckmann (von links) und Zeliha Erdal sind jetzt als Stadtteilmütter in Laatzen im Einsatz. Angelika Bolte, Maria Jakob und Sandra Müller-Janke sind die Ansprechpartnerinnen des Familienservicebüros und des Angebots Frühe Hilfen der Stadt Laatzen, die den Kontakt zu den Stadtteilmüttern herstellen.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen. Einen Monat lang hat sich das Duo zusammen mit zwölf anderen Frauen aus der Region Hannover bei der Volkshochschule Hannover für die Arbeit als Stadtteilmutter ausbilden lassen. Im Rahmen ihrer Qualifizierung haben die beiden Frauen unter anderen Beratungsstellen und Netzwerke kennengelernt, zudem wurden sie zu Themen der Gleichbehandung und Antidiskriminierung, in der Kommunikation mit und bei Behörden sowie im Umgang mit Konflikten geschult. Das Programm beinhaltete auch Hospitationen - zum Beispiel bei der Schuldnerberatung des Diakonischen Werks.

"Die Stadtteilmütter sollen Familien begleiten und ihnen kostenlos Rat an die Hand geben", sagt Maria Jakob, die in Laatzen das Angebot "Frühe Hilfen" betreut. Sie ist - gemeinsam mit ihrer Kollegin Angelika Bolte und mit Sandra Müller-Janke vom Stadtteilbüro - Ansprechpartnerin und Vermittlerin für die Stadtteilmütter. Zur Arbeit gehört auch die Hilfe im Alltag - sei bei der Schulanmeldung, bei der Erziehung der Kinder, bei Gesundheitsfragen oder bei der Suche nach Ausbildungsplätzen.

"Die Familien sind oft ratlos und wissen nicht, wo sie hin müssen oder an wen sie sich wenden können", sagt Görnu-Beckmann. Manchmal müssten die Stadtteilmütter auch bei Problemen innerhalb der Familie vermitteln. Das Lösen schwerer Konflikte gehört allerdings nicht zu ihren Aufgaben: "Das können wir nicht leisten, dafür wurden wir auch nicht ausgebildet", sagt Erdal. "Wenn es dazu kommen sollte, vermitteln wir die Familien an die richtigen Stellen weiter."

"Zum Thema Diskriminierung haben wir zum Beispiel Rollenspiele gemacht", berichtet Görnu-Beckmann. "Wir wurden dabei in eine Konfliktsituation versetzt und sollten Lösungen dafür finden." Die Stadtteilmütter lernten dabei, auch auf schwierige Anforderungen reagieren zu können, die sich im Alltag in den Familien ergeben können.

Beide Stadtteilmütter haben bereits Erfahrung bei der Förderung, Unterstützung und Integration von Familien in Laatzen. So betreut Zeliha Erdal das monatliche Eltern-Café im Kinder- und Jugendtreff Quatschkiste. Seit kurzem leitet sie auch auch das wöchentliche Eltern-Café in der Stadthaus-Kita, bei dem der Schwerpunkt auf der Sprachförderung liegt. Die 42-Jährige wurde in Urfa in der Türkei geboren. Zwischenzeitlich wohnte sie in Berlin, seit acht Jahren lebt Erdal in Laatzen. "Sie wird auch zukünftig als Ansprechpartnerin insbesondere in Kindertagesstätten vor Ort sein", sagt Maria Jakob.

Ada Görnu-Beckmann betreut die Familien hingegen im Rahmen der aufsuchenden Arbeit direkt bei ihnen Zuhause. Die 38-Jährige, die vor 20 Jahren selbst als Flüchtling nach Deutschland kam, begleitet sie zudem bei Arztbesuchen, Elternsprechtagen oder Besuchen beim Jobcenter. Sie vermittelt Flüchtlinge auch zu anderen Experten - zum Beispiel, wenn sie in ihrem Heimatland oder auf der Flucht Traumata erlitten haben. Görnu-Beckmann wurde in Batman im kurdischen Teil der Türkei geboren. Nach ihrer Flucht führte sie der Weg über Dortmund, Hamm und Winterberg in die Region Hannover. Sie hat sich in den vergangenen Jahren bereits bei mehreren Projekten - unter anderem bei der Leine-VHS und im Projekt "Miteinander in Toleranz (MiT) in Laatzen engagiert.

Die Stadtteilmütter werden bis zu zehn Stunden pro Woche für die präventive und aufsuchende Arbeit in Laatzen eingesetzt. Die Begleitung übernimmt Maria Jakob als Koordinatorin der Familienförderung und Frühen Hilfen. Die Stadt finanziert die Arbeit der Stadtteilmütter zu 50 Prozent. Die zweite Hälfte übernimmt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen einer Projektförderung, die jährlich neu beantragt werden muss.

Von Daniel Junker

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